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Börsen Ausblick: Verunsichern Allzeithoch und das Erreichen des Jahresziels zu Recht?

Von Stephan HeibelMarktüberblick07.04.2021 10:33
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Börsen Ausblick: Verunsichern Allzeithoch und das Erreichen des Jahresziels zu Recht?
Von Stephan Heibel   |  07.04.2021 10:33
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Börsen Ausblick - Verunsichern Allzeithoch und das Erreichen des Jahresziels zu Recht
Börsen Ausblick - Verunsichern Allzeithoch und das Erreichen des Jahresziels zu Recht



Im neuen Ausblick im Kapitel 04 habe ich meine Einschätzung für den Monat April abgegeben: die 15.000 Punkte im DAX sowie Allzeithochs in Serie lassen viele Anleger vorsichtig werden. Ich untersuche, ob das zu Recht geschieht.

Der DAX stürmt von einem Allzeithoch zum nächsten, die 15.000 Punkte-Marke wurde letzte Woche übersprungen und ein Ende der Rallye ist nicht in Sicht. Die Argumente, was für ein Ende der Rallye sorgen könnte, werden sogar immer weniger und Anleger werden immer sicherer in ihren Entscheidungen. Ich bin gespannt, wie lange das noch so weitergeht.

US-Präsident Joe Biden hat ein gigantisches Konjunkturpaket vorgeschlagen. Während China wirtschaftlich keine Corona-Probleme mehr hat, werden in den USA die Folgen mit viel Geld zugepflastert. Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt liefern sich ein Kopf an Kopf Rennen und ziehen die globale Wirtschaft mit nach oben. Insbesondere Exportländer profitieren von der wirtschaftlichen Stärke der USA und Chinas. So ist es kein Wunder, dass der DAX trotz Problemen im Impffortschritt in Europa von Allzeithoch zu Allzeithoch stürmt.

Die Osterwoche ist historisch gesehen häufig positiv verlaufen. Auch der April gilt als ein Monat, der für ordentliche Kurszuwächse bekannt ist. Zum einen fließen in den USA Steuererstattungen, die ihren Weg an die Börse finden. In diesem Jahr kommen die Corona-Hilfen von 1.400 US-Bürger hinzu. Zum anderen sind die Jahreszahlen 2020 der meisten Unternehmen bekannt und neue Strategien werden nun mit entsprechenden Aktien unterlegt. Es werden Aktien gekauft, von denen man sich für den Rest des Jahres eine gute Performance verspricht.

Es läuft also alles weiter so, wie ich es mir in meinem Jahresausblick ausgemalt hatte: Bis zur Jahresmitte hatte ich ein Kursziel von 15.000 Punkten im DAX als erreichbar gesehen. Wir haben dieses Ziel nun in der Hälfte der Zeit bereits erreicht und natürlich müssen wir uns nun überlegen, ob das nicht zu schnell gegangen ist.

“The trend is your friend” heißt ein Börsensprichwort der Trader: Der Trend ist Dein Freund. Daraus leitet man ab, dass man einen Trend mitnehmen sollte, solange der läuft. Sprich: Wir sollten nicht einfach unser volles Portfolio liquidieren, Gewinne mitnehmen, weil uns schwindelig wird. Vielmehr sollten wir weiter investiert bleiben, bis deutlich wird, dass der Trend endet.

Das hat zur Folge, dass wir nicht die Höchstkurse treffen werden. Das ist ärgerlich. Aber auf der anderen Seite sind wir weiter an Bord, obwohl unser Ziel von 15.000 Punkten bereits erreicht wurde. Wir profitieren weiter, falls die Rallye noch weiterläuft.

Allerdings habe ich festgestellt, das unser Portfolio nicht mehr besser läuft als der DAX. Zumindest vor zwei Wochen waren wir schlechter. Letzte Woche haben wir hingegen wieder aufgeholt. Doch grundsätzlich zeichnet sich ab, dass die Nach-Corona-Aktien immer besser laufen, während die ehemaligen Corona-Gewinner hinterher hinken. Daher haben wir letzte Woche Paypal (NASDAQ:PYPL) verkauft. Ich würde die frei gewordenen Mittel in eine zyklische Aktie stecken – vielleicht aus dem Rohstoffbereich. Salzgitter (DE:SZGG), Klöckner (DE:KCOGn) oder ThyssenKrupp werde ich mir in den kommenden Tagen anschauen. Die drei Aktien haben letzte Woche kräftig zugelegt, daher würde ich ohnehin auf einen kleinen Rücksetzer warten.

15.000 Punkte im DAX und diverse Jahreshochs lassen Anleger nun Gewinne mitnehmen. Wie im Kapitel 02 gesagt, gehen den Skeptikern die Argumente aus, denn die erneut verschärften Kontaktbeschränkungen in Europa können den Aktienmärkten nichts anhaben. Haussen können länger laufen, als sich das irgendjemand vorstellen kann. Die Sentiment-Theorie ist schlecht darin, Hochpunkte zu lokalisieren. Bei Tiefpunkten funktioniert das viel besser.

Ich sehe es daher als derzeit wichtigste Aufgabe an, die Hausse so lange zu reiten, wie es möglich ist. Daher kommen derzeit nicht so viele Transaktionsempfehlungen von mir, sondern ich konzentriere mich darauf, kurzfristige Störungen von einem Trendwechsel zu unterscheiden.

Kapitel 02 – So tickt die Börse – und die Sentiment-Auswertung in Kapitel 03 finden Sie in meiner Ausgabe 21/13. Im wöchentlichen Börsenbrief erhalten Sie zukünftige Updates zur Entwicklung inklusive meinen Empfehlungen.

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