Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1.1342 (07.51 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1.1337 im frühen europäischen Handel markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 112.92. In der Folge notiert EUR-JPY bei 128.06. EUR-CHF oszilliert bei 1.0937.
Die Daten- und Nachrichtenflut aus Kontinentaleuropa ist weiterhin positiv.
Das gilt allen voran für die Revision der Wachstumsprognosen auf Länderebene. Nach der drastischen Anpassung für Portugal folgte gestern eine Revision in Spanien. Für das laufende Jahr revidierte die Regierung die BIP-Prognose von 2,7% auf 3,0%. Im kommenden Jahr soll das BIP dann noch einmal um 2,6% (bisher 2,5%) zulegen.
Auch positive Meldungen aus dem europäischen Bankensektor erreichten uns. Die italienische Bank Carige erhöht das Kapital um 500 Mio. Euro. Die spanische Großbank Santander sammelt derzeit 7 Mrd. Euro ein, um die Übernahme von Banco Popular (MC:POP) zu stemmen.
Die früher so lauten und potenten Stimmen, die die europäischen Reformländer abschrieben, haben sich offensichtlich neue Themenfelder organisiert.
Der finale Wert des von Markit ermittelten Einkaufsmanagerindex für den Sektor Produktion stellte sich per finaler Berechnung auf 57,4 Punkte. Die Prognose lag bei 57,3 Zählern. Der nachfolgende Chart von Markit zeigt, dass die Eurozone kurz vor der Boomphase steht.
Die Arbeitslosenrate der Eurozone verharrte unverändert bei 9,3%. Der Rückgang der Arbeitslosenzahlen war nicht ausreichend um die Prozentrate weiter nach unten zu drücken. Losgelöst davon, bewegt sich die Rate auf dem niedrigsten Niveau seit März 2009.
Was uns aus den USA an Meldungen, aber auch an Daten erreicht, ist recht widersprüchlich, um es diplomatisch auszudrücken.
Zunächst freuen wir uns mit den Bürgern der USA über den Feiertag „Independence Day“. Nun, es gibt Unabhängigkeit von außen, die hier zu recht gefeiert wird.
Am heutigen Tag sollte das Bewußtsein der Bürger der USA unter Umständen in Richtung Unabhängigkeit nach innen gehen. Neokonservative Denkschulen, Medien und Eliten müssten bezüglich dieser Frage im Fokus stehen, müssten …
Gestern wurden wir mit überwiegend negativ überraschenden Daten aus den USA versorgt.
Es gab eine Ausnahme! Der von dem Institute of Supply Management (ISM) ermittelte Einkaufsmanagerindex für den Sektor Produktion schoss per Juni unerwartet durch die Decke. Er legte von 54,9 auf 57,8 Punkte zu und erreichte damit den höchsten Stand seit August 2014.
Die Tatsache, dass dieses Niveau eine Konjunkturlage kurz vor dem Status eines Booms signalisiert, passt nicht ansatzweise zu den harten Daten. Diese Divergenz wirft massive Fragen über Datenqualität auf.
Diese Fragen müssen um so lauter gestellt werden, weil der von Markit ermittelte Einkaufsmanagerindex für den Sektor der Produktion, der auch gestern veröffentlicht wurde, per Juni von 52,1 auf 52,0 Punkte sank und damit den niedrigsten Stand seit September 2016 markiert.
Genau diese Entwicklung korreliert mit den harten Daten. Markit beschreibt die Lage mit dem geringsten Produktionswachstum seit September 2016 und einem seit fünf Monaten andauernden Rückgangs der Wachstumsraten bei Neuaufträgen. Wem vertrauen Sie mehr, dem ISM oder Markit?
Auch die Bauausgaben enttäuschten. Per Mai kam es im Monatsvergleich zu einem unveränderten Ergebnis. Die Prognose lag bei einer Zunahme um 0,3%.
Positiv ist anzumerken, dass der Vormonatswert von -1,4% auf -0,7% revidiert wurde, so dass in der Zweimonatsbetrachtung sogar quantitativ die Konsensusprognose geschlagen wurde.
Per Berichtsmonat Juni sank der Kfz-Absatz von 16,66 auf 16,51 Millionen in der auf das Jahr hochgerechneten Fassung. Im Jahresvergleich sank der Absatz um circa 1,7%.
Der aktuelle Wert markiert den Tiefststand seit Februar 2015!
Aktuell ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiert. Erst ein Unterschreiten des Unterstützungsniveaus bei 1.1100-1.1130 dreht den Bias zu Gunsten des USD.
Viel Erfolg
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