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Große Goldproduzenten historisch unterbewertet

Von Björn JunkerRohstoffe22.09.2021 10:36
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Große Goldproduzenten historisch unterbewertet
Von Björn Junker   |  22.09.2021 10:36
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Laut den Experten von Metals Focus liegt die Bewertung der großen Goldgesellschaften immer noch auf niedrigem Niveau – trotz sinkender Verschuldung und steigender Dividenden.

In einer vor Kurzem veröffentlichten Studie legt das unabhängige Research-Haus dar, dass die Nettoverschuldung der Peer Group vom Hoch bei 32 Mrd. USD im Jahr 2013 auf jetzt noch 6 Mrd. USD gefallen ist. Verbesserte Margen, auch auf Grund eines steigenden Goldpreises haben es den Gesellschaften erlaubt, ihre Dividenden zu erhöhen und teilweise sogar Aktienrückkaufprogramme zu beginnen.
 
Und dennoch, trotz der Verbesserung dieser Finanzparameter, steigt die Bewertung des Sektors wenn, dann nur langsam. Der gewichtete Durchschnitt des Verhältnisses von Unternehmenswert zu EBITDA lag im zweiten Quartal dieses Jahres Metals Focus zufolge nahe des niedrigsten Niveaus in den Aufzeichnungen der Analysten, das 2009 verzeichnet wurde.

Das deute darauf hin, dass die Gesellschaften trotz starker Fundamentaldaten im Vergleich zu historischen Niveaus unterbewertet seien, so Metals Focus. Die vergleichsweise niedrige Bewertung sei auf verschiedene Faktoren zurückzuführen, darunter ein Rückgang der Produktion, steigende Kosten und Umweltprobleme, hieß es weiter.

Wie Metals Focus ausführt, ist die Produktion in der beobachteten Peer Group seit 2014 um rund 8% zurückgegangen. Allerdings hätten die Firmen sich nach Ende des letzten Bullenmarktes im Gold 2012 auf die Cash-Flow Generierung konzentriert, die Explorationsausgaben gesenkt, alle Investitionsaufwendungen auf ein Minimum beschränkt sowie die Cash-Kosten fortlaufend reduziert.

Der negative Produktionstrend deute darauf hin, dass die Kosteneinsparungen auf Kosten des Goldausstoßes erfolgt seien. Die Goldproduzenten, so die Analysten, müssten wieder investieren, um zumindest das Produktionsniveau zu halten. Allerdings deute die Analyse von Metals Focus an, dass dies nicht der Fall sei.

Es scheine aber, dass die Minengesellschaften beginnen würden, wieder mehr Kapital zu reinvestieren, um dem Produktionsrückgang entgegenzuwirken. Die proportionalisierten Investitionskosten seien im Vergleich zum Vorjahr jedenfalls um ein Drittel gestiegen, so die Experten.

Der gewichtete Durchschnitt der Cash-Kosten der Peer Group sei seit dem ersten Quartal 2016 schrittweise gestiegen, allerdings habe sich dieser Kostenanstieg seit Ende des vergangenen Jahres beschleunigt. Das sei auf verschiedene Faktoren zurückzuführen, so Metals Focus, darunter ein schwächerer US-Dollar, aus der COVID19-Pandemie entstandene Kosten, niedrigere Gehalte und ein Anstieg der Faktorkosten wie Arbeit und Energie.

Dem Bericht zufolge wirkt sich dieses Zusammenspiel von rückläufiger Produktion und steigenden Kosten offenbar negativ auf die Börsenbewertung der Unternehmen aus.

Zudem seien, so Metals Focus, in den vergangenen Jahren die Praktiken der Minenbranche in Bezug auf die Umwelt verstärkt unter die Lupe gekommen und auch die Goldindustrie stelle da keine Ausnahme dar. Insbesondere werde auf den Ausstoß an Treibhausgasen in Zusammenhang mit dem Bergbau geachtet.

Eine ESG-Analyse der Peer Group habe erbracht, so die Experten weiter, dass die Goldminenfirmen in der Regel eine Tonne Kohlenstoffdioxidäquivalent pro Unze Gold ausstoßen. Das, im Zusammenspiel mit den Auswirkungen des Bergbaus vor Ort, habe Goldproduzenten für viele umweltbewusste Anleger weniger attraktiv gemacht – und belaste die Bewertungen.

Allerdings, führt Metals Focus aus, habe die Branche bereits Anstrengungen genommen, dieses Problem anzugehen. So hätten zum Beispiel die beiden größten Goldproduzenten der Welt Newmont (NYSE:NEM) (WKN 853823) und Barrick Gold (NYSE:GOLD) (WKN 870450) als Ziel ausgegeben, den Treibhausgasausstoß bis 2030 um 30% zu reduzieren und netto bis 2050 die Emissionen auf null zu reduzieren. Die meisten großen Goldproduzenten hätten mittlerweile ähnliche Ziele ausgegeben, so die Analysten.




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