Politik, Medien, Marktkräfte: Was die Ölpreise wirklich treibt

Veröffentlicht am 11.04.2018, 13:00
Aktualisiert 09.07.2023, 12:31

von Ellen R. Wald, Ph.D.

Der Artikel erschien am 11. April 2018 im englischen Original unter dem Titel 'Geopolitics, Media, Market Forces: What's Really Driving Oil Prices?' auf Investing.com.

Oil Daily

Die Ölpreise haben am Dienstag ein neues Hoch erreicht, als der Markt auf eine Kombination aus Politik, Medien und Marktkräften reagierte. WTI erreichte 65,60 USD, ein Anstieg um 3,38%, während Brent den Handel 3,38% höher auf fast 71 USD beendete. Es sollte mit einem begrenzten Rückfall gerechnet werden, als es dem Markt klar wird, dass nur einer dieser Faktoren das globale Ölangebot beeinflusst.

1. Konflikt in Syrien

Syrien, das derzeit von einem jahrelangen Bürgerkrieg geplagt wird, fördert nicht viel Öl. Auch durchziehen keine wichtigen Öl- oder Gaspipelines das Land. Allerdings haben Meldungen von einem möglichen US-Angriff auf das Assad-Regime in Vergeltung eines angeblichen Angriffs mit chemischen Waffen, den Ölpreis am Dienstag zweifelsohne mit nach oben gedrückt. Die Befürchtung ist, dass eine Reaktion der USA und ihrer Verbündeten die Situation eskalieren würden, was die Ölpreise nach oben gedrückt hat.

Eine multinationale Bombenkampagne als Antwort auf eine angebliche Chemieattacke könnte in den nächsten 72 Stunden kommen. Die Ölpreise könnten in Erwartung eines solchen Aktion ihre erhöhten Niveaus beibehalten. Die Märkte könnten auch einen Ausschlag bei den Ölfutures sehen, sollten die USA und Verbündete Bomben auf Syrien abwerfen. Allerdings beeinflusst der Konflikt in Syrien nicht das globale Ölangebot, sodass jegliche Preisaufschläge nach kurzer Zeit wieder hinfällig sein dürften.

2. Bloomberg Report

Der Ölpreis stieg auf als Reaktion auf einen Artikel auf Bloomberg, in dem zu lesen war, dass Saudi-Arabien einen Ölpreis von 80 USD das Fass anstrebe. Die Überschrift lautete “Saudi-Arabien signalisiert Ambition auf 80 Dollar Ölpreis”, aber der Artikel selbst machte dann klar, dass die Saudis derzeit nicht 80 USD als ihren Zielpreis benutzen.

Die Zahl 80 Dollar scheint ein Eindruck zu sein, den “Leute, die mit saudischen Offizielle sprachen” bekamen, basierend auf “Unterhaltungen” mit saudischen Vertretern. Ungeachtet dessen, ob der saudische Ölminister Khalid al Falih tatsächlich 80 USD das Fass anstrebt, der Artikel und seine Schlagzeile halfen, die Ölkurse näher an den Zielwert zu bringen. Allerdings sind es Saudi-Arabiens Worte und Taten auf der nächsten Sitzung des Opec-Überwachungsausschusses am 20. April, die wirklich von Bedeutung sind. Der Ausschuss soll eine Empfehlung über die Zukunft des Abkommens zu Produktionsbegrenzung zwischen der Opec und Ölexporteuren außerhalb vorlegen.

3. Saudische Ölförderung

Das saudische Ölministerium kündigte an, es plane die Ölexporte im Mai stabil knapp unter 7 Mio Fass am Tag zu halten. Saudi-Arabien fördert mehr Öl als das, aber es zweigt einen langsam immer höheren Anteil der Produktion an heimische Raffinerien und petrochemische Fabriken ab, um dann verarbeitete Produkte zu exportieren.

Das hilft Saudi-Arabien seine Erlöse zu halten, während es gleichzeitig höhere Ölpreise unterstützt. Von allen drei Punkten, ist dieser der einzige, der tatsächlich das Angebot auf dem Ölmarkt für die kommenden Wochen beeinflussen wird.

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