Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
während der Deutsche Aktienindex weiter im Bereich von 13.000 Punkten festhängt, vollzog Rohöl zuletzt eine ordentliche Aufwärtsbewegung. Erstmals nach langer Zeit ist bei dem Rohstoff wieder Dynamik zu spüren. Doch zunächst begrenzt ein alter Widerstand das kurzfristige Kurspotenzial.
In der folgenden Abbildung ist die Entwicklung des WTI-Öls seit April 2016 dargestellt (in US-Dollar je Barrel, Candlestick-Chart, eine Kerze entspricht einem Tag):
Öl mit markanter Aufwärtsbewegung
Innerhalb der vergangenen Wochen gab es am Ölmarkt ordentlich Bewegung. Nach einer längeren Phase der Lethargie verzeichneten die Ölpreise wieder steigende Notierungen. Vor allem im Oktober ging es kräftig aufwärts. Aber auch schon in den Vormonaten kletterten die Energieträger aus dem Keller hervor.
Aktuell kostet ein Barrel Öl der Sorte WTI rund 58 US-Dollar. Die Ölsorte Brent kostet derzeit 63,20 Dollar – rund ein Prozent mehr als noch am Vortag. Kurzfristig ist der Anstieg unter anderem auf den Ausfall einer wichtigen Ölpipeline von Kanada in die USA zurückzuführen. Daneben gaben die API-Lagerbestandsdaten Auftrieb, welche in der letzten Woche einen Rückgang der US-Vorräte um 6,4 Millionen Barrel signalisierten.
Starke Weltkonjunktur treibt an
Übergeordnet sind starke Wirtschaftsdaten rund um den Globus für den Anstieg der Ölpreise verantwortlich. Die Ölnachfrage ist aufgrund des Konjunkturwachstums hoch. Neben dem alten Wachstumsmotor USA verzeichnen momentan auch andere Staaten überraschend starke Wirtschaftsdaten (zum Beispiel Japan und große Teile Europas).
Gleichzeitig ist das Ölangebot auf dem Weltmarkt aufgrund der Opec-Förderkürzung weiterhin begrenzt. Die Produktionssenkung wurde bis März 2018 von den Mitgliedsländern beschlossen. Allerdings kursieren Gerüchte am Markt, wonach die Förderkürzung bis (mindestens) Ende 2018 verlängert werden könnte.
Charttechnik: Widerstandszone voraus
Das Rohöl der Sorte WTI ist nach dem Anstieg der letzten Wochen an einer massiven Widerstandszone angekommen. Im Bereich von 58 Dollar scheiterte die Notierung bereits öfters. Die Indikatoren signalisieren ohnehin einen überkauften Zustand, was kurzfristig eine Korrektur wahrscheinlich macht. Eine Konsolidierung bis auf 55 Dollar wäre kein Beinbruch, sondern würde den übergeordneten Trend eher bestätigen.
Mittel- bis langfristig sind nach charttechnischen Kriterien weiter anziehende Kurse möglich. Der junge Aufwärtstrend des Energieträgers verläuft derzeit im Bereich von 50,50 Dollar. Bei 54 Dollar besteht zudem eine wichtige Unterstützung.
Beste Grüße aus Köln
Bernd Raschkowski