US-Dollar: Totgesagte leben länger

Veröffentlicht am 29.03.2017, 14:33

Totgesagte leben länger: So drehte der Kurs des US-Dollar am Dienstag plötzlich nach Norden. Nach zum Teil starken Kursverlusten hat die amerikanische Währung ihre Verluste vollständig abbauen können und hat einen fulminanten Endspurt hingelegt. Rückenwind erhielt der Greenback am Dienstag vor allem von neuen Stimmungsindikatoren aus den USA.

Der USD hat am Dienstag zum EUR ein fulminantes Comeback gefeiert. So büßte die europäische Gemeinschaftswährung zeitweise um mehr als 70-Pips auf 1,0798 US-Dollar ein, nachdem sie am Vortag in der Spitze noch 1,0906 US-Dollar kostete.

Besser als erwartet ausgefallene US-Konjunkturdaten hoben die Stimmung der Anleger am Abend an. Und so drehten die US-Renditen ins Plus und bauten ihre Gewinne mit Kommentaren seitens der Federal Reserve aus. Notenbankchefin Janet Yellen sprach nicht über Geldpolitik, bescheinigte der US-Wirtschaft aber eine robuste Verfassung. Darüber hinaus habe sich der Arbeitsmarkt seit der Rezession wesentlich verbessert. Hingegen sagte Fed-Vize Fischer, dass zwei Leitzinserhöhungen in diesem Jahr angemessen seien, während das stimmberechtigte Mitglied im Offenmarktausschuss der US-Notenbank, Robert Kaplan, forderte, dass sich die Fed von ihrer akkommodierenden Politik schrittweise lösen muss.

Rückenwind erhielt der Greenback am Dienstag von weichen Indikatoren aus den USA. Dort ist die Stimmung bei den US-Verbrauchern auf den höchsten Stand seit 16 Jahren gestiegen. Der Index für das Verbrauchervertrauen sei im März auf 125,6 Punkte gestiegen, wie das private US-Wirtschaftsinstitut Conference Board am Dienstag in New York mitteilte. Zudem hat sich die Lage der US-Industrie in der Region Richmond weiter aufgehellt. Der Konjunkturindex der Federal Reserve Bank of Richmond stieg im März auf plus 22 Punkte von plus 17 im Februar. Bankvolkswirte hatten hingegen mit einem Rückgang auf 16 Punkte gerechnet. Der Dienstleistungsindex rutsche um 6 Zähler auf 9 Punkte nach unten.

Kurzfristig bleibt die charttechnische Ausgangslage für den EUR/USD vorerst unverändert positiv. Die erste technische Unterstützung liegt nun bei 1,0800 (psychologische Marke). Weitere Haltelinien liegen darunter bei 1,0775 (Hoch 20. März / Aufwärtstrendlinie) und 1,0755 (Tief 24. März). Die charttechnische Lage im EUR/USD hellt sich auf, wenn das Paar die Widerstände bei zunächst 1,0824, 1,0855 (20-Stunden-Linie) und 1,0870/75 zurückerobert.

Autor: Malte Kaub

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