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Wirtschaftskrieg, 100% Kurspotential, Big Oil vs. Gazprom, Saturn Oil, Shell

Von Stefan BodeAktienmärkte09.06.2020 09:59
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Wirtschaftskrieg, 100% Kurspotential, Big Oil vs. Gazprom, Saturn Oil, Shell
Von Stefan Bode   |  09.06.2020 09:59
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WIRTSCHAFTSKRIEG, 100% KURSPOTENTIAL UND BIG OIL VS. GAZPROM, SATURN OIL & GAS UND ROYAL DUTCH SHELL

Die Aktiengesellschaften von Royal Dutch Shell (DE:RDSa) (WKN: A0D94M), Saturn Oil & Gas (TSXV:SOIL) (WKN: A2DJV8) und Gazprom (MCX:GAZP) (WKN: 903276) haben in den letzten Wochen dank des Ölpreises eine perfekte Achterbahnfahrt hinter sich. Und die scheint noch lange nicht zu Ende zu sein!

Die russische Gazprom fokussiert sich auf die Produktion und Vermarktung von Öl und Gas in Russland und den ehemaligen Sowjetrepubliken sowie auf den anschließen Transport zu den Hauptabnehmern innerhalb Europas und Chinas. Doch gerade der europäische Markt ist hart umkämpft, so dass wie gewohnt die USA gegen Gazprom und das für Rußland und Deutschland so wichtige North Stream 2 Projekt schießt.

Die weltweit agierende Royal Dutch Shell sitzt dagegen fester im Sattel, gehört sie doch seit Jahrzehnten zu den Seven Sisters des Big Oil Business, die den Weltmarkt beherrschen.

Im Vergleich zu Gazprom wird Saturn Oil & Gas den Sieben Schwestern nicht gefährlich. Saturn Oil & Gas konzentriert sich ausschließlich auf die Erdölproduktion in Kanada und überlässt den Vertrieb des Erdöls den dafür spezialisierten Gesellschaften.

Gazprom – USA / Big Oil schießt wieder gegen Russland & Deutschland

Der Aktienkurs der in Russland beheimateten Aktiengesellschaft Gazprom (ISIN: US3682872078, WKN: 903276, Ticker: GAZ) notiert derzeit bei 5,25 Euro (09.06.2020). Das Geschäftsjahr 2019 wurde mit einem Gewinnrückgang von 17% abgeschlossen und der weiter gesunkene Erdöl-/Erdgaspreis zwingt Gazprom dazu, den Rotstift anzusetzen. Es sollen nun umgerechnet ca. 1,7 Mrd. Euro der Kosten und über 4 Mrd. Euro der geplanten Investitionen eingespart werden. Aber der Konzern belässt die Dividende recht stabil, denn schließlich ist der russische Staat größter Anteilseigner des Unternehmens und benötigt dringend Devisen für den Staatshaushalt. Bei dem aktuellen Devisenkurs von 77,20 Rubel je Euro entspricht dies einer Dividendenrendite von 7,43 % p.a..

Doch leider müssen Investoren mindestens zwei Knackpunkte berücksichtigen. Zum einen die nun gültige EU-Erdgasbinnenmarktrichtlinie, die zur Folge haben dürfte, dass Gazprom die Exklusivität der Nutzung sowie auch die Konditionsbestimmung bei Fremdnutzung weggenommen werden könnte. Zum anderen sorgen sich die USA nach wie vor um die „Energiesicherheit“ EUropas, zumindest wenn die Energie nicht von US-Produzenten bzw. den Seven Sisters stammt. Daher sanktioniert die USA nicht nur direkt beteiligte Unternehmen am Bau und Betrieb von North Stream 2, sondern es sollen nun auch alle damit verbundenen Zwischen-/Folgegeschäfte wie Schiffsversicherer, Baudienstleister für Rohre, … nach dem Willen der USA sanktioniert werden, um die Fertigstellung zu verhindern.

Und das birgt für potentielle Investoren Chancen wie auch Risiken, die bei dem Invest in Gazprom Aktien berücksichtigt werden sollten.

SATURN OIL & GAS – 100% KURSPOTENTIAL UND KOSTENFÜHRER

Der Aktienkurs des noch jungen kanadischen Ölproduzenten Saturn Oil & Gas (ISIN: CA80412L1076 WKN: A2DJV8 Ticker: SMK) notiert derzeit bei 0,10 Euro (09.06.2020). Der Umsatz wurde von 2018 zu 2019 um 300% auf 18,3 Mio. CAD gesteigert und das Unternehmen fuhr erstmalig in seiner Geschichte einen Gewinn ein. Doch spannender als der Gewinn ist der Ausbau der sogenannten nachgewiesenen und wahrscheinlichen Reserven (NPV-10) im Wert von 111,65 Mio. CAD bzw. 73,85 Mio. Euro.

Denn abzüglich einer bestehenden Kreditlinie von 20 Mio. CAD bzw. 13,25 Mio. Euro und einer Marktkapitalisierung von 30,50 Mio. CAD bzw. 20,15 Mio. Euro entspricht dies einem Buchwert von 61,15 Mio. CAD bzw. 40,45 Mio. Euro. Damit bestünde allein aus dieser Betrachtung bis zu 200% Kurspotential, wobei konservativer Weise ein Abschlag für Ungewissheit und Kursschwankungen des Ölpreises von 50% vorgenommen werden sollte. Doch selbst dann müsste der Aktienkurs von 0,10 auf 0,20 Euro je Aktie anziehen.

Damit nicht genug.

Das Team von Saturn Oil & Gas ist erfahren und eingespielt. Mit den Quartalszahlen wartete das Unternehmen mit noch niedrigeren Produktionskosten als gewohnt auf. Lagen sie in 2019 noch bei ca. 13,32 CAD je Barrel ÖL**, so konnten die Produktionskosten in Q. 1 2020 nochmals gesenkt werden, auf nahezu unschlagbare 10,76 CAD je Barrel!

Spannend für potentielle Investoren dürfte auch der Umweltschutzgedanke seitens der Unternehmensführung und deren Pläne sein, eine nachhaltigere Produktion zu etablieren und den ersten CO2-neutralen Erdölproduzenten der Welt zu schaffen.

ROYAL DUTCH SHELL – BIG OIL MIT BREITER DIVERSIFIZIERUNG

Der Aktienkurs der in Den Haag verwalteten Royal Dutch Shell Aktiengesellschaft (ISIN: GB00B03MLX29, WKN: A0D94M, Ticker: R6C) notiert derzeit bei 17,38 Euro (09.06.2020). Der durchschnittlich realisierte Ölpreis je Barrel lag in Q.1 2020 bei 46,53 USD und damit 10,89 $ niedriger als im Vergleich zu Q.1 2019, wo noch 57,42 USD um Durchschnitt je Barrel erzielt werden konnte. Der Gewinn im ersten Quartal 2020 brach daher auf ca. 2,64 Mrd. Euro ein, nach 4,85 Mrd. Euro in Q.1 2019. Aus diesem Grund kürzte das Unternehmen erstmalig seit dem zweiten Weltkrieg die Dividende für die Aktionäre des Unternehmens, setze das Aktienrückkaufprogramm aus und kürzte angedachte Investitionen und Ausgaben um 20 Prozent auf 17,85 Mrd. Euro zusammen. Die nun auf das Gesamtjahr umgerechnete Dividende beträgt noch ca. 0,568 Euro, was noch einer Dividendenrendite von 3,27% p.a. entspricht. Dafür spart aber das Unternehmen ca. 11,78 Mrd. Euro an Liquidität, die gerade in volatilen Marktphasen und unsicheren Zukunftsausblick sehr wichtig werden kann. Die Liquiditätssichernden Maßnahmen setzen sich zum einen aus ca. 4,46 Mrd. Euro Ausgabenkürzung und zum anderen aus ca. 7,32 Mrd. Euro durch Aussetzung des Aktienrückkaufprogrammes zusammen. Damit liegt die Dividende um über 50% unter der von Gazprom. Jedoch ist Royal Dutch Shell deutlich liquider im Vergleich zu Gazprom, so dass sicherheitsorientierte Anleger Royal Durch Shell bevorzugen dürften.

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