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Nationalbank führt expansive Geldpolitik unverändert fort

Von Schweizer Nationalbank17.06.2021 17:22
 

Die Nationalbank führt ihre expansive Geldpolitik unverändert fort, um die Preisstabilität zu sichern und die Erholung der Schweizer Wirtschaft von den Folgen der Corona-Pandemie weiter zu unterstützen. Sie belässt den SNB-Leitzins und den Zins auf Sichtguthaben bei der SNB bei −0,75% und ist weiterhin bereit, bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren. Dabei berücksichtigt die Nationalbank die gesamte Währungssituation. Der Franken bleibt hoch bewertet. Die expansive Geldpolitik sorgt für günstige Finanzierungsbedingungen, trägt zur angemessenen Versorgung der Wirtschaft mit Krediten und Liquidität bei und wirkt dem Aufwertungsdruck auf den Franken entgegen.

Die neue bedingte Inflationsprognose liegt für dieses und das nächste Jahr leicht höher als die Prognose vom März. Der Hauptgrund dafür sind höhere Preise für Erdölprodukte und tourismusnahe Dienstleistungen sowie für Waren, die von Lieferengpässen betroffen sind. In der längeren Frist ist die Inflationsprognose gegenüber jener vom März praktisch unverändert. Für 2021 liegt die neue Prognose bei 0,4% und für die Jahre 2022 und 2023 bei jeweils 0,6%. Die bedingte Inflationsprognose beruht auf der Annahme, dass der SNB-Leitzins über den gesamten Prognosezeitraum bei −0,75% bleibt.

Das Coronavirus und die Massnahmen zu seiner Eindämmung prägen auch mehr als ein Jahr nach Ausbruch der Pandemie die internationale Wirtschaftslage. So schrumpfte das Bruttoinlandprodukt (BIP) im ersten Quartal in zahlreichen Ländern erneut und lag nach wie vor deutlich unter seinem Vorkrisenstand. In den letzten Monaten hat sich die Pandemielage vielerorts entspannt, und die Impfprogramme schreiten voran. Entsprechend werden die Eindämmungsmassnahmen in vielen Ländern seit einigen Wochen schrittweise gelockert.

Das Basisszenario der SNB für die Weltwirtschaft unterstellt, dass in den grossen Industrieländern die Eindämmungsmassnahmen bis zum Sommer weiter gelockert werden. Vor diesem Hintergrund rechnet die SNB für das zweite und dritte Quartal mit einem kräftigen Wachstum. Die Nachwirkungen der Pandemie werden die Nachfrage aber noch eine Weile belasten. Entsprechend dürfte sich die Auslastung der globalen Produktionskapazitäten nur schrittweise normalisieren.

Dieses Szenario für die Weltwirtschaft unterliegt grosser Unsicherheit und ist mit Risiken in beide Richtungen behaftet. Einerseits könnten weitere Ansteckungswellen die Konjunktur abermals bremsen. Andererseits könnten die getroffenen geld- und fiskalpolitischen Massnahmen oder eine rasche Aufhellung der Stimmung bei den Haushalten und Unternehmen die Erholung stärker stützen als im Basisszenario angenommen.

Auch in der Schweiz führte die zweite Pandemiewelle zu Jahresbeginn zu einer Unterbrechung der wirtschaftlichen Erholung. Infolge der Verschärfung der Eindämmungsmassnahmen ging das BIP im ersten Quartal erneut zurück. Es schrumpfte allerdings weitaus weniger stark als in der ersten Pandemiewelle im Frühling 2020.

Die Konjunkturindikatoren haben sich zuletzt deutlich aufgehellt. Dies ist zum einen auf die Lockerungen der gesundheitspolitischen Massnahmen im Inland zurückzuführen, zum anderen auf die wirtschaftliche Erholung im Ausland. Für das zweite Quartal ist deshalb in der Schweiz mit einem starken BIP-Wachstum zu rechnen. Auch am Arbeitsmarkt zeichnet sich eine Verbesserung ab.

In ihrem Basisszenario für die Schweiz geht die SNB davon aus, dass sich die wirtschaftliche Erholung in der zweiten Jahreshälfte fortsetzt. Dahinter steht auch die Annahme, dass die Eindämmungsmassnahmen weiter gelockert werden.

Vor diesem Hintergrund rechnet die Nationalbank für 2021 mit einem BIP-Wachstum von rund 3,5%. Die Aufwärtsrevision gegenüber März ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass der BIP-Rückgang im ersten Quartal geringer ausgefallen ist als erwartet. Das Schweizer BIP dürfte Mitte des Jahres wieder sein Vorkrisenniveau erreichen. Die Produktionskapazitäten werden aber noch eine Weile unterausgelastet bleiben.

Wie für das Ausland unterliegt auch die Prognose für die Schweiz wegen der Pandemie weiterhin einer erhöhten Unsicherheit.

Die Hypothekarkredite und Wohnliegenschaftspreise sind in den letzten Quartalen stark angestiegen. Insgesamt hat die Verwundbarkeit des Hypothekar- und Immobilienmarkts weiter zugenommen. Die Nationalbank prüft regelmässig, ob der antizyklische Kapitalpuffer reaktiviert werden muss.

Vertiefte Informationen zum geldpolitischen Entscheid finden sich ab 10 Uhr in den Einleitenden Bemerkungen von Thomas Jordan. Die Einleitenden Bemerkungen von Fritz Zurbrügg gehen auf den Finanzstabilitätsbericht ein und diejenigen von Andréa Maechler auf die Lage an den Finanzmärkten.

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