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Dax lugt kurz über die 13.000er Marke

Aktien12.10.2017 19:06
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© Reuters. The German share price index, DAX board, is seen at the stock exchange in Frankfurt

Frankfurt (Reuters) - Nach mehreren vergeblichen Anläufen hat der Dax am Donnerstagnachmittag zwar die 13.000-Punkte-Marke geknackt.

Doch Euphorie hat er damit bei den Anlegern nicht ausgelöst. "Die politischen Krisen sind ja nicht alle auf einmal verschwunden", sagte ein Händler. Zudem fürchten einige, die Rally sei übertrieben. Viele Experten rechneten aber damit, dass die gut laufenden Geschäfte der großen Unternehmen den deutschen Leitindex noch weiter in die Höhe hieven werden.

Mit rund 12.983 Punkten schloss der Dax unter dem zeitweise aufgestellten neuen Rekord von 13.002 Zählern. Damit lag das Plus zum Vorabend bei 0,1 Prozent. Der EuroStoxx50 kam ebenfalls kaum vom Fleck. Auch an der Wall Street traten die großen Indizes Dow Jones, S&P500 und Nasdaq zum Handelsschluss in Europa auf der Stelle - das allerdings teils ebenfalls auf höchstem Niveau. Schon seit Wochen hangeln sie sich in kleinen Mini-Schritten von Rekord zu Rekord.

Der Sprung des Dax über die 13.000-Punkte-Hürde kam am Donnerstag für die meisten Börsianer zu diesem Zeitpunkt überraschend. Denn es fehlte ihrer Ansicht nach an echten neuen Impulsen. "Von Euphorie ist hier keine Spur", kommentierte ein Händler den Dax-Anstieg. Die enge Handelsspanne der vergangenen Tage deute aber darauf hin, dass der endgültige Ausbruch über 13.000 Punkte in den kommenden Tagen recht dynamisch verlaufen könnte, mutmaßte Jochen Stanzl, Analyst beim Broker CMC Markets.

Auslöser der Käufe am Donnerstag war laut Händlern der etwas nachgebende Euro. Die Gemeinschaftswährung verlor zeitweise nach einem unerwartet starken Anstieg der US-Produzentenpreise etwa einen viertel US-Cent auf 1,1840 Dollar. Die zuletzt rückläufigen Zinserwartungen in den USA seien womöglich verfrüht gewesen, erklärte Helaba-Analyst Ralf Umlauf.

Den Anlegern am deutschen Aktienmarkt nahm dies die Sorgen vor einem hohen Wechselkurs, der die Export-Chancen der Unternehmen auf dem Weltmarkt mindert. Noch Anfang der Woche hatte die Krise in Katalonien den Euro belastet und damit den Dax bis auf wenige Zähler an die 13.000er Marke geschoben. Doch nach dem vorläufigen Verzicht Kataloniens auf die Ausrufung der Unabhängigkeit hatte der Euro seinen Aufwärtstrend wieder aufgenommen und noch am Vormittag mit 1,1880 Dollar ein Zweieinhalb-Wochen-Hoch erreicht.

LUFTHANSA FLIEGEN MIT AIR BERLIN AN BORD IMMER HÖHER

Spitzenreiter im Dax waren Lufthansa (DE:LHAG), die um 2,3 Prozent auf 25,13 Euro stiegen und damit so hoch wie zuletzt im Februar 2001 schlossen. Die Kranichlinie übernimmt den Löwenanteil der insolventen Air Berlin. Die Veränderungen bei der Lufthansa sähen "zu gut aus, um wahr zu sein", kommentierten die Analysten der Bank HSBC. Der Aktienkurs von Air Berlin liegt nur noch bei 23 Euro-Cent.

In New York standen die Quartalsberichte der Großbanken JP Morgan und Citi im Fokus. Die Geldhäuser steigerten trotz des schwachen Anleihenhandels zwar ihre Gewinne. Bei den Anlegern konnten sie damit aber nicht punkten. Zum Handelsschluss in Europa notierten JP Morgan 0,8 Prozent und Citi rund zwei Prozent im Minus.

Der Dow Jones übertraf seine alte Bestmarke knapp. Größter Verlierer im wichtigsten Index der Welt waren die Aktien von Disney (NYSE:DIS) mit einem Abschlag von 1,3 Prozent. Die Analysten von Guggenheim hatten ihre Kaufempfehlung kassiert. 2017-10-12T143145Z_1_LYNXMPED9B185_RTROPTP_1_MARKETS-EUROPE-STOCKS.JPG

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