Eilmeldung
Investing Pro 0
Black Friday SALE: Bis zu 54 % RABATT für InvestingPro+ JETZT SICHERN

Ökonomen-Stimmen zur Inflation in Deutschland

Wirtschaftsindikatoren 29.09.2022 15:30
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Artikel wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
 
 
CBKG
-1,59%
Einem Portfolio hinzufügen/entfernen
Zur Watchlist hinzufügen
Position hinzufügen

Position erfolgreich hinzugefügt zu:

Benennen Sie Ihr Beteiligungsportfolio
 

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Inflation in Deutschland steigt immer höher. Im September kletterten die Lebenshaltungskosten so stark wie seit etwa 70 Jahren nicht mehr. Angetrieben von steigenden Energie- und Lebensmittelpreisen legten die Verbraucherpreise im September gegenüber dem Vorjahresmonat um 10,0 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in einer ersten Schätzung mitteilte. Das sagen Ökonomen zu der Entwicklung:

Michael Heise, Chefökonom HQ Trust:

"Wie zu erwarten war, hat der Wegfall der staatlichen Preisermäßigungen für Kraftstoffe und Personenverkehr die Inflationsrate im September kräftig ansteigen lassen - auf den höchsten Wert seit 1951. Die schlechte Nachricht ist, dass die Preise auch ohne diesen Effekt weiter angestiegen sind, was nicht zuletzt auf höhere Lebensmittelpreise zurückzuführen ist. Die hohe Inflation wirkt wie eine Vollbremsung für die Konjunktur: Geringere Kaufkraft und weniger Konsum der privaten Haushalte, steigende Produktionskosten der Unternehmen und konjunkturdämpfende Anti-Inflationsmaßnahmen der Europäischen Zentralbank kommen zusammen."

Thomas Gitzel, Chefvolkswirt VP Bank:

"Die Inflationsrate durchbricht die Schallmauer. Beim Anblick einer zweistelligen Inflationsrate bekommen selbst langgediente Volkswirte wackelige Knie. (...) Mit einer raschen Inflationsberuhigung ist nicht zu rechnen. Die Inflationsrate wird vorerst im zweistelligen Bereich bleiben. Das setzt auch der EZB zu. (...) Leitzinsniveaus im Bereich der 3,5 Prozent sollten für das kommende Jahr vorsorglich eingeplant werden."

Ulrich Kater, Chefökonom Dekabank:

"Die Inflation in Deutschland wird immer noch wesentlich durch die Energiepreise getrieben. Ein Gaspreisdeckel könnte die Inflation kurzfristig etwas abmildern. Wirklich besser wird es aber erst, wenn die Transportkapazitäten für Flüssiggas im kommenden Jahr zügig ausgebaut werden können. Für die kommenden Monate wird auch entscheidend sein, ob die privaten Haushalte auf die hohen Preise reagieren und ihren Winterverbrauch im Vergleich zu den Vorjahren reduzieren."

Johannes Mayr, Chefvolkswirt Eyb & Wallwitz:

"Die Inflationsrate in Deutschland ist im September auf 10 Prozent gesprungen. Der Wegfall von 9-Euro-Ticket und Tankrabatt hat für einen neuerlichen Preisschub gesorgt. Und weiteres Ungemach droht. Denn die enorm hohen Marktpreise für Energie werden in den kommenden Monaten wohl noch stärker an die Haushalte weitergereicht. Die EZB wird den Preisdruck absehbar kaum mindern können. Auch staatliche Entlastungsprogramme können nur temporär für Entlastung sorgen. Deutschland rutscht in eine Winterrezession."

Ralph Solveen, Ökonom Commerzbank (ETR:CBKG):

"Im September war die Inflationsrate in Deutschland zum ersten Mal seit 70 Jahren mit 10 Prozent wieder zweistellig. Haupttreiber bleiben die Energie- und Nahrungsmittelpreise, aber auch in den meisten anderen Gütergruppen steigen die Preise immer schneller. Eine Entspannung ist nicht in Sicht, und auch im kommenden Jahr dürfte die Inflationsrate nur deshalb fallen, weil die Energiepreise auch wegen Eingriffen des Staates kaum noch einmal so stark zulegen werden wie in diesem Jahr. Der unterliegende Preisdruck dürfte aber stark bleiben.

Ökonomen-Stimmen zur Inflation in Deutschland
 

Verwandte Beiträge

Kommentieren

Richtlinien zur Kommentarfunktion

Wir möchten Sie gerne dazu anregen, Kommentare zu schreiben, um sich mit anderen Nutzern auszutauschen. Teilen Sie Ihre Gedanken mit und/oder stellen Sie anderen Nutzern und den Kolumnisten Fragen. Um jedoch das Niveau zu erhalten, welches wir wertschätzen und erwarten, beachten Sie bitte die folgenden Kriterien:

  • Bereichern Sie die Unterhaltung
  • Bleiben Sie beim Thema. Veröffentlichen Sie nur Texte, die zu den genannten Inhalten passen. 
  • Respektieren Sie einander. Auch negative Meinungen und Kritik kann positiv und diplomatisch ausgedrückt werden. 
  • Benutzen Sie die anerkannten Ausdrucks- und Rechtschreibregeln. 
  • Beachten Sie: Spam, Werbenachrichten und Links werden gelöscht. 
  • Vermeiden Sie Profanität, Beleidigungen und persönliche Angriffe auf Kolumnisten oder andere Nutzer. 
  • Bitte kommentieren Sie nur auf Deutsch.

Diejenigen, die die oben genannten Regeln missachten, werden von der Webseite entfernt und können sich in der Zukunft je nach Ermessen von Investing.com nicht mehr anmelden.

Was denken Sie?
 
Sind Sie sicher, dass Sie diesen Chart löschen möchten?
 
Senden
Posten auf
 
Angehängten Chart durch einen neuen Chart ersetzen?
1000
Sie sind gegenwärtig aufgrund von negativen Nutzerbeurteilungen von der Abgabe von Kommentaren ausgeschlossen. Ihr Status wird von unseren Moderatoren überprüft.
Warten Sie bitte eine Minute bis zur erneuten Abgabe Ihres Kommentars.
Danke für Ihren Kommentar. Bitte beachten Sie, dass alle Kommentare erst nach vorheriger Überprüfung durch unsere Moderatoren veröffentlicht werden und deshalb nicht sofort auf unserer Webseite erscheinen können.
Kommentare (4)
MB
MB 30.09.2022 5:07
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
Danke an die dümmste Energiepolitik der Welt 🇩🇪
Aaron Walsemann
Aaron Walsemann 29.09.2022 16:20
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
Nein alles falsch! Das Angebot muss erhöht werden und dies gelingt nur mit Atomenergie und Schiefergas. Es glaubt doch nun wirklich keiner im ernst das die Deutsche Wirtschaft mit Gas das in Boten zu viel höheren Preisen noch wettbewerbsfähig ist! Wie Dumm ist Deutschland eigentlich
Dirk Te
Dirk Te 29.09.2022 16:14
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
Es ist völlig egal ob Transportkapazitäten ausgebaut werden! da die Lieferverträge für LNG langfristig und zu hohen Preisen geschlossen wurden und werden.Und die Inflation wird bis März noch auf 13- 15% steigen!Danach wird sie immer noch hoch sein aber zum Vergleichszeitraum des Vorjahres geringer scheinen.
Ralf Tanas
Ralf Tanas 29.09.2022 16:14
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
Waren wohl bei den Verhandlungen mit am Tisch?
Umut Ucar
Umut Ucar 29.09.2022 16:12
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
Bla bla bla
 
Sind Sie sicher, dass Sie diesen Chart löschen möchten?
 
Senden
 
Angehängten Chart durch einen neuen Chart ersetzen?
1000
Sie sind gegenwärtig aufgrund von negativen Nutzerbeurteilungen von der Abgabe von Kommentaren ausgeschlossen. Ihr Status wird von unseren Moderatoren überprüft.
Warten Sie bitte eine Minute bis zur erneuten Abgabe Ihres Kommentars.
Chart zum Kommentar hinzufügen
Sperre bestätigen

Sind Sie sicher, dass Sie %USER_NAME% sperren möchten?

Dadurch werden Sie und %USER_NAME% nicht mehr in der Lage sein, Beiträge des jeweils anderen auf Investing.com zu sehen.

%USER_NAME% wurde erfolgreich zu Ihrer Sperrliste hinzugefügt.

Da Sie diese Person entsperrt haben, müssen Sie 48 Stunden warten, bevor Sie sie wieder sperren können.

Diesen Kommentar melden

Sagen Sie uns Ihre Meinung zu diesem Kommentar

Kommentar markiert

Vielen Dank!

Ihre Meldung wurde zur Überprüfung an unsere Moderatoren geschickt
Mit Google registrieren
oder
Registrierung