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ROUNDUP: Elektroschrott und Batterien werden oft nicht korrekt entsorgt

Wirtschaft19.11.2018 14:25
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© Reuters. ROUNDUP: Elektroschrott und Batterien werden oft nicht korrekt entsorgt

BERLIN (dpa-AFX) - Es schadet der Umwelt, es verschwendet Ressourcen und es ist häufig sogar illegal: Trotzdem werden viele alte Elektrogeräte und Batterien falsch entsorgt. Besonders schlecht sieht es nach Angaben des Umweltbundesamts bei großen Haushaltsgeräten aus: "Knapp 465 000 Tonnen Kühlschränke, Waschmaschinen und Geschirrspüler verschwinden in den Untiefen illegaler Sammlung oder in nicht zertifizierten Behandlungsanlagen", sagte die Chefin des Umweltbundesamts (UBA), Maria Krautzberger, am Montag. Dabei seien die Geräte "wahre Schatzkisten an wiederverwendbaren Rohstoffen". Außerdem schade es "massiv" der Umwelt, wenn gefährliche Stoffe falsch entsorgt würden.

Die Deutschen kaufen nach UBA-Angaben fast zwei Millionen Tonnen neue Elektrogeräte im Jahr. 2016 verpasste Deutschland die vorgeschriebene EU-Sammelquote von 45 Prozent knapp - in der Sammlung wurden 44,95 Prozent erfasst. Von 2019 an müssen die EU-Staaten sogar 65 Prozent der Elektro-Altgeräte einsammeln. Dafür müssten in Deutschland etwa 350 000 Tonnen Elektroschrott zusätzlich pro Jahr erfasst werden. Da die Quote nach Gewicht bemessen wird, bringen große Geräte besonders viel. Das Umweltbundesamt rechnet für 2017 eher nicht mit einer Steigerung der gesammelten Menge, noch liegen die Zahlen nicht vor.

Auf Entsorgungsprobleme bei Elektroschrott und Batterien will auch die diesjährige Europäische Woche der Abfallvermeidung hinweisen, die seit Samstag läuft und am Montag offiziell eröffnet wurde.

Umwelt-Staatssekretär Florian Pronold mahnte, in Deutschland gebe es zwar ein dichtes Netz an Sammelstellen, viele Menschen seien damit aber nicht vertraut. Eine Novelle des Batteriegesetzes sei in Vorbereitung, Hersteller sollten verstärkt zu höheren Sammelquoten beitragen. 2017 stieg die Masse der in Verkehr gebrachten Gerätebatterien laut UBA so stark wie noch in keinem Jahr zuvor an: Im Vergleich zu 2016 gab es einen Anstieg um 5132 Tonnen, das war in Plus von mehr als 11 Prozent. Die Sammelquote von 45 Prozent schaffte Deutschland mit 45,1 Prozent im Jahr 2017 gerade so.

Der Verband Kommunaler Unternehmen (VKU), der auch die kommunalen Müllentsorger vertritt, plädiert für ein nachhaltigeres Produktdesign. Der steigende Konsum von Elektrogeräten gehe mit einer "Wegwerfmentalität" einher, kritisierte VKU-Vizepräsident Patrick Hasenkamp. "Hersteller müssen Geräte umweltschonend, langlebig und reparierbar produzieren."

Das Umweltbundesamt fordert nun, die Rücknahme im Handel einfacher zu gestalten. Wertstoffhöfe sollten gut erreichbar sein und "bedarfsgerechte Öffnungszeiten" haben. Zudem sollten Verbraucher besser über Rückgabemöglichkeiten informiert werden - "künftig auch mehrsprachig", wie das UBA vorschlägt. Zusätzlich soll die Wertschätzung für Produkte gesteigert werden, so dass ihre Besitzer sie behalten, weitergeben oder reparieren, statt sie zu entsorgen.

Einer UBA-Umfrage zufolge entsorgen die meisten Verbraucher ihre alten Geräte beim Wertstoffhof, lassen sie bei der Lieferung eines neuen Geräts mitnehmen oder von einem kommunalen Entsorger abholen. Nur jedes zehnte Gerät wurde demnach zum Handel zurückgebracht, wie die Behörde mitteilte. Nur die Hälfte der 14- bis 19-Jährigen wisse, dass der Handel in vielen Fällen alte Geräte zurücknehmen muss.

Schon seit Mitte 2016 müssen größere Einzelhändler und auch Online-Händler Elektrogeräte zurücknehmen und entsorgen. Das gilt für Geschäfte, die auf mehr als 400 Quadratmetern Fläche elektronische Produkte verkaufen. Bei Online-Händlern wie Amazon (2:AMZN) zählt die Lagerfläche. Geräte mit einer Kantenlänge unter 25 Zentimetern darf man ohne Kassenzettel zurückgeben, ohne etwas Neues zu kaufen. Für größere Geräte gilt, dass man ein neues kaufen muss, um ein altes zurückgeben zu dürfen.

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