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Aktien Frankfurt: Dax legt nach hoffnungsvollen US-Inflationsdaten deutlich zu

Wirtschaft 10.08.2022 15:15
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FRANKFURT (dpa-AFX) - Aufatmen unter den Anlegern am deutschen Aktienmarkt und den internationalen Börsen: Die Inflation in den USA schwächte sich im Juli überraschend deutlich ab. Der Dax zog am Nachmittag um 1,02 Prozent auf 13 673,38 Punkte an, nachdem er am Vormittag noch richtungslos zwischen kleineren Gewinnen und Verlusten gependelt ist. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen stieg um 1,11 Prozent auf 27 573,80 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 1,05 Prozent auf 3754,24 Punkte.

"Es gibt gute Chancen, dass der Inflationsgipfel überschritten ist", kommentierte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners und sieht eine mögliche "Zeitenwende". Zwar bleibe die Inflation mit 8,5 Prozent hoch, "aber erstmals seit mehr als zwei Jahren legen die Preise im Monatsvergleich nicht zu", und dies sei das entscheidende Signal. Die Chance, dass die US-Notenbank die Leitzinsen im September statt um erwartete 0,75 nur um 0,50 Prozentpunkte anhebe, seien nun gestiegen. In den Vereinigten Staaten ließ die Dynamik des Preisanstiegs im Juli stärker als erwartet nach. Die Inflation schwächte sich auf 8,5 Prozent ab, während Volkswirte mit 8,7 Prozent gerechnet hatten. Im Juni hatte die Teuerung in der größten Volkswirtschaft der Welt noch bei 9,1 Prozent gelegen und damit auf dem höchsten Stand seit über 40 Jahren.

Die auf Hochtouren laufende Berichtssaison ging hierzulande derweil in die nächste Runde. Aus dem Dax legten der Energiekonzern Eon (ETR:EONGn) und der Chemikalienhändler Brenntag (ETR:BNRGn) ihre Zahlenwerke vor. Beide Aktien schwankten im Handelsverlauf zwischen Gewinnen und Verlusten. Brenntag legten am Nachmittag dann um 0,7 Prozent zu und profitierten einem Händler zufolge vor allem von dem noch etwas optimistischer gewordenen Ausblick. Eon büßten zugleich 1,2 Prozent ein, während die Papiere des Energiekonzerns RWE (ETR:RWEG) um 0,9 Prozent stiegen. Zahlreiche Anleger sehen in dieser Aktie die größeren Chancen, da RWE sich auf die gesamte Palette der Stromerzeugung konzentriert und Eon auf Netze und Vertrieb.

Im Index der mittelgroßen Werte sackten die zuletzt stark gelaufenen Aktien des Autovermieters Sixt (ETR:SIXG) um 7,1 Prozent ab. Die Anleger könnten sich daran gestört haben, dass Sixt sich im Zuge seiner starken Quartalszahlen nicht höhere Jahresziele für das Vorsteuerergebnis gesteckt habe, hieß es am Markt. Hier will das Unternehmen zwar nun das obere Ende der bekräftigten Spanne von 380 bis 480 Millionen Euro erreichen, doch davon geht der Markt längst aus.

Evotec (ETR:EVTG) büßten nach einem negativen Anlageurteil von Morgan Stanley (NYSE:MS) am MDax-Ende fast 13 Prozent ein. Analyst James Quigley sieht sich verdüsternde Aussichten für die Ergebnisentwicklung des Wirkstoffforschers und senkte sein Anlageurteil gleich um zwei Stufen von "Overweight" auf "Underweight".

Für die Anteile von Evonik (ETR:EVKn) ging es um 0,8 Prozent abwärts. Dabei wurde der Spezialchemiekonzern nach soliden Quartalszahlen und ungeachtet sich eintrübender Konjunkturperspektiven etwas zuversichtlicher für 2022. Auch die Papiere von Talanx (ETR:TLXGn) gaben nach. Sie sanken um 2,8 Prozent. Trotz weiterer Rückstellungen für die Folgen des Ukraine-Kriegs steigerte der Versicherungskonzern im abgelaufenen Jahresviertel den Gewinn. Vorstandschef Torsten Leue sieht Talanx mit seiner Hauptmarke HDI daher auf Kurs zum ausgegebenen Jahresgewinnziel.

Im SDax gab es nach Quartalsberichten die auffälligsten Kursbewegungen: So zogen die Anteile des Technologieunternehmens Jenoptik (ETR:JENGn) um 6,5 Prozent an, nachdem dieser seine Prognose angehoben hatte. Heidelberger Druckmaschinen (ETR:HDDG) sprangen nach starken Quartalszahlen und einem soliden Auftragseingang sogar um etwas mehr als 18 Prozent hoch. Secunet (ETR:YSNG) bekam im Zuge der abgeflauten Corona-Pandemie das Ende seiner Sonderkonjunktur zu spüren. Im Vergleich zu den Rekordwerten aus dem Vorjahr sank das operative Ergebnis des IT-Sicherheitsdienstleister im ersten Halbjahr deutlich. Die Aktie sackte auf den tiefsten Stand seit Januar 2021.

Der Kurs des Euro zog nach den US-Verbraucherpreisen kräftig an. Am Nachmittag wurde die Gemeinschaftswährung mit 1,0342 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Dienstag auf 1,0234 Dollar festgesetzt. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,80 Prozent am Vortag auf 0,78 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,36 Prozent auf 136,86 Punkte. Der Bund-Future drehte nach den US-Daten ins Plus und sprang um 0,54 Prozent auf 157,17 Punkte hoch.

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