Eilmeldung
Investing Pro 0
Werbefreie Version. Jetzt upgraden für ein Surferlebnis auf Investing.com ganz ohne Werbung. Sparen Sie bis zu 40%. Weitere Details

ROUNDUP 2/Scholz: G7 geschlossen und entschlossen gegen Russland

Wirtschaft 26.06.2022 19:30
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Artikel wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
 
© Reuters.

(neu: Details)

ELMAU (dpa-AFX) - Die sieben führenden demokratischen Wirtschaftsmächte stellen sich als geschlossene Gemeinschaft dem russischen Präsidenten Wladimir Putin entgegen. "Uns eint der Blick auf die Welt, uns eint auch der Glaube an die Demokratie und die Rechtsstaatlichkeit", betonte Kanzler Olaf Scholz (SPD) am Sonntag beim G7-Gipfel im bayerischen Elmau. Alle G7-Staaten seien besorgt über die gegenwärtigen Krisen. Der Bundeskanzler zeigte sich dennoch optimistisch: "Die G7 sind eine gute Gemeinschaft, um gemeinsame Antworten zu entwickeln auf die Herausforderungen unserer Zeit." Es sei wichtig, dabei entschlossen und geschlossen zu handeln.

Der G7-Gipfel dauert bis Dienstag. Zur Staatengruppe gehören neben Deutschland und den USA auch Kanada, Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan. Biden ist zum ersten Mal seit seiner Amtsübernahme im Januar 2021 in Deutschland. Es ist nicht lange her, da ging es in der Gruppe noch ganz anders zu - als der damalige US-Präsident Donald Trump die Gemeinschaft zu erschüttern drohte. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat die G7 jedoch zusammengeschweißt.

Scholz: Bereiten Putin unverändert Kopfschmerzen

Scholz betonte nicht nur die Geschlossenheit der G7, sondern auch jene der Europäischen Union und der Nato. Alle drei hätten von Anfang an entschlossen gehandelt, als es um die Unterstützung der Ukraine ging. "Man kann sicher sagen, dass Putin nicht damit gerechnet hat und ihm das unverändert Kopfschmerzen bereitet."

Kanzler trifft US-Präsident - Enge Kooperation vereinbart

Scholz und US-Präsident Joe Biden beschworen ihre enge Kooperation gegen Putin. "Deutschland und die USA werden immer gemeinsam handeln, wenn es um Fragen der Sicherheit der Ukraine geht", sagte der Kanzler nach einem Treffen mit Biden. Der US-Präsident unterstrich, die Geschlossenheit sei zu einem nicht geringen Teil auch Scholz' Verdienst. "Sie haben einen unglaublichen Job gemacht", sagte Biden.

Konkurrenz zu China: G7 starten globale Infrastruktur-Initiative

Neben der Ukraine stand der künftige Umgang mit China im Mittelpunkt des ersten Gipfeltags. Die G7-Runde will Peking mit einer globalen Infrastruktur-Initiative Konkurrenz machen. Nach Bidens Angaben rief sie dazu formell eine "Partnerschaft für Globale Infrastruktur" ins Leben. Das 2021 angekündigte Vorhaben soll eine Alternative zum 2013 von China gestarteten Projekt "Neue Seidenstraße" sein, mit dem das autoritär regierte Land neue Handelswege nach Europa, Afrika, Lateinamerika und in Asien erschließt.

"Gemeinsam wollen wir bis 2027 fast 600 Milliarden Dollar durch die G7 mobilisieren", sagte Biden. Die USA würden in den nächsten fünf Jahren 200 Milliarden Dollar an öffentlichem und privatem Kapital für diese Partnerschaft mobilisieren. Der geschäftsführende Vorstand von Greenpeace Deutschland, Martin Kaiser, kritisierte: "Die Summe von 600 Milliarden Euro bis 2027 ist viel zu kurz gesprungen." Allein der Bedarf an Investitionen in erneuerbare Energien der G7-Staaten werde weit über 1000 Milliarden Euro jährlich liegen.

Ernährungskrise und hohe Energiepreise Thema der G7-Gespräche

Konkrete Finanzzusagen aus dem Kreis der G7 wurden im Kampf gegen die Hungersnot erwartet, die vor allem in Ostafrika herrscht und sich angesichts steigender Getreidepreise im Zuge des Krieges noch verschärft. Das Thema dürfte am Montag zur Sprache kommen.

Die hohen Energiepreise spielen in Elmau ebenfalls eine Rolle. Dabei geht es unter anderem um eine internationale Preisobergrenze für russisches Öl. Die Runde sei auf einem guten Weg, hier eine Einigung zu finden, hieß es in deutschen Regierungskreisen. Aus Sicht der EU sind noch nicht alle Details geklärt. Ziel einer Preisobergrenze ist, dass Russland nicht länger von Preisanstiegen auf dem Energiemarkt profitiert und so seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine finanzieren kann. Zugleich sollen weitere Preissprünge beim Öl verhindert werden.

Auch sinkende Wachstumsraten, steigende Inflation, Rohstoffknappheit und Störungen der Lieferketten wollen die G7 ansprechen. Das seien "alles keine kleinen Herausforderungen", sagte Scholz. "Ich bin aber sehr, sehr, sehr zuversichtlich, dass es uns gelingen wird, von diesem Gipfel ein ganz klares Signal der Geschlossenheit und entschlossenen Handelns auszusenden."

Biden: G7 wollen Importverbot für russisches Gold

Laut Biden wollen die G7 auch ein Importverbot für russisches Gold verkünden. Damit würden Russland Dutzende Milliarden Dollar aus diesem wichtigen Exportgut wegbrechen, erklärte er auf Twitter (NYSE:TWTR). US-Außenminister Antony Blinken sagte, der Export von Gold bringe Russland jährlich rund 19 Milliarden US-Dollar ein. Die meisten Einnahmen kämen dabei aus G7-Staaten, sagte er dem US-Sender CNN.

Kiew erstmals seit drei Wochen wieder mit Raketen angegriffen

Kurz vor Beginn des G7-Gipfels wurde die ukrainische Hauptstadt Kiew von Russland erstmals seit drei Wochen wieder mit Raketen angegriffen. Am frühen Sonntagmorgen gab es mehrere Explosionen. Eine Rakete habe ein neunstöckiges Wohnhaus getroffen, schrieb Anton Heraschtschenko, ein Berater des ukrainischen Innenministers, im Nachrichtendienst Telegram. Nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko wurden mindestens vier Menschen verletzt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte erneut mehr Militärhilfe. Er soll am Montag per Video zum Gipfel zugeschaltet werden.

Anti-G7-Demonstration in Garmisch-Partenkirchen

In Garmisch-Partenkirchen protestierten am Sonntag Hunderte Kritiker gegen das G7-Treffen. Zu den zentralen Themen gehörten die Klimakrise und die Angst vor einer Eskalation des Ukraine-Krieges. Die Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmer auf rund 800 bis 900, die Organisatoren sprachen hingegen von 2000. Die Kundgebung wurde von einem massiven Aufgebot an Sicherheitskräften begleitet, verlief aber weitgehend friedlich. In der Region sind insgesamt 18 000 Polizistinnen und Polizisten zum Gipfel im Einsatz.

ROUNDUP 2/Scholz: G7 geschlossen und entschlossen gegen Russland
 

Verwandte Beiträge

Kommentieren

Richtlinien zur Kommentarfunktion

Wir möchten Sie gerne dazu anregen, Kommentare zu schreiben, um sich mit anderen Nutzern auszutauschen. Teilen Sie Ihre Gedanken mit und/oder stellen Sie anderen Nutzern und den Kolumnisten Fragen. Um jedoch das Niveau zu erhalten, welches wir wertschätzen und erwarten, beachten Sie bitte die folgenden Kriterien:

  • Bereichern Sie die Unterhaltung
  • Bleiben Sie beim Thema. Veröffentlichen Sie nur Texte, die zu den genannten Inhalten passen. 
  • Respektieren Sie einander. Auch negative Meinungen und Kritik kann positiv und diplomatisch ausgedrückt werden. 
  • Benutzen Sie die anerkannten Ausdrucks- und Rechtschreibregeln. 
  • Beachten Sie: Spam, Werbenachrichten und Links werden gelöscht. 
  • Vermeiden Sie Profanität, Beleidigungen und persönliche Angriffe auf Kolumnisten oder andere Nutzer. 
  • Bitte kommentieren Sie nur auf Deutsch.

Diejenigen, die die oben genannten Regeln missachten, werden von der Webseite entfernt und können sich in der Zukunft je nach Ermessen von Investing.com nicht mehr anmelden.

Was denken Sie?
 
Sind Sie sicher, dass Sie diesen Chart löschen möchten?
 
Senden
Posten auf
 
Angehängten Chart durch einen neuen Chart ersetzen?
1000
Sie sind gegenwärtig aufgrund von negativen Nutzerbeurteilungen von der Abgabe von Kommentaren ausgeschlossen. Ihr Status wird von unseren Moderatoren überprüft.
Warten Sie bitte eine Minute bis zur erneuten Abgabe Ihres Kommentars.
Danke für Ihren Kommentar. Bitte beachten Sie, dass alle Kommentare erst nach vorheriger Überprüfung durch unsere Moderatoren veröffentlicht werden und deshalb nicht sofort auf unserer Webseite erscheinen können.
Kommentare (6)
Namaste Shanti
Namaste Shanti 27.06.2022 13:37
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
Und der Rest der Welt steht geschlossen hinter Russland - und jetzt? Wie arrogant die G7 doch sind; ich kann es nicht mehr hören.
Michael Lorenz
Michael Lorenz 27.06.2022 5:56
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
Das übliche Geschwafel. Man redet lieber arrogant über Russland anstatt eine Friedenslösung für die Ukraine MIT Russland zu entwickeln und die Ukraine zu zwingen, sie auch umzusetzen (was bei Minsk2 nie geschah)
Reinhard Reh
Reinhard Reh 27.06.2022 3:43
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
Lachhaft, Putin freut sich bereits auf höhere Goldpreise...
Josef Brand
Josef Brand 27.06.2022 1:26
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
das sind bestenfalls Putins Hofnarren
27.06.2022 0:14
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
Also ich schlage vor, Kevin Kühnert verzichtet auf die Hälfte seines Gehalts zugunsten einer notdürftigen Familie. Was macht er mit 10K Euro/monatlich? 5K für eine Familie, die es nötig hat, kann er ja spenden. Wir brauchen gute Vorbilder in diesem Lande, und nicht Leute, die nur Reden schwingen und heiße Luft verbreiten. Also ich bin zuversichtlich, Kevin Kühnert hat gutes Herz und wird die Hälfte seines Gehalts einer Familie in Deutschland zukommen lassen. Wie wär es Herr Kühnert?
Stefan Leitner
Stefan Leitner 26.06.2022 21:28
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
Der deutsche Kanzler wirkt wie ein kleines Kind. es wäre mir peinlich, den gewählt zu haben.
Homer Simpson
Homer Simpson 26.06.2022 21:28
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
er ist Marionette
Namaste Shanti
Namaste Shanti 26.06.2022 21:28
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
Homer Simpson  stimme ich voll und ganz zu.
 
Sind Sie sicher, dass Sie diesen Chart löschen möchten?
 
Senden
 
Angehängten Chart durch einen neuen Chart ersetzen?
1000
Sie sind gegenwärtig aufgrund von negativen Nutzerbeurteilungen von der Abgabe von Kommentaren ausgeschlossen. Ihr Status wird von unseren Moderatoren überprüft.
Warten Sie bitte eine Minute bis zur erneuten Abgabe Ihres Kommentars.
Chart zum Kommentar hinzufügen
Sperre bestätigen

Sind Sie sicher, dass Sie %USER_NAME% sperren möchten?

Dadurch werden Sie und %USER_NAME% nicht mehr in der Lage sein, Beiträge des jeweils anderen auf Investing.com zu sehen.

%USER_NAME% wurde erfolgreich zu Ihrer Sperrliste hinzugefügt.

Da Sie diese Person entsperrt haben, müssen Sie 48 Stunden warten, bevor Sie sie wieder sperren können.

Diesen Kommentar melden

Sagen Sie uns Ihre Meinung zu diesem Kommentar

Kommentar markiert

Vielen Dank!

Ihre Meldung wurde zur Überprüfung an unsere Moderatoren geschickt
Mit Google registrieren
oder
Registrierung