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Türkische Lira am Boden – Erdoğan jagt Finanzminister zum Teufel

Devisen02.12.2021 14:14
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Von Alessandro Albano

Investing.com – Es ist genau das passiert, was zwangsläufig absehbar war – die türkische Lira befindet sich an einem neuen Tiefpunkt ihrer Geschichte. Das Regierungskabinett von Präsident Recep Tayyip Erdoğan löst sich auf, nachdem die Zentralbank die Zinssätze trotz der historischen Abwertung der Währung weiter gesenkt hat.

Derzeit zieht sich die Währung Ankaras gegenüber dem US-Dollar um 1,8 Prozent auf 13,4820 TRY zurück, nachdem sie am Mittwoch ein Rekordtief von 13,70 erreicht hatte (-45 Prozent seit Jahresbeginn). Im November 2019 wurde die türkische Währung noch mit 5,7 TRY zum Dollar gehandelt, während die 10-jährige Staatsanleihe um 5,7 Prozent auf eine Rendite von 21,32 Prozent gestiegen ist.

Nach der Kritik an den (fragwürdigen) finanzpolitischen Strategien der Regierung hat Erdoğan beschlossen, Finanzminister Lutfi Elvan nach etwas mehr als 12 Monaten seit seiner Ernennung vor die Tür zu setzen. Laut einem im Staatsanzeiger veröffentlichten Dekret wird Elvan durch den 57-jährigen Nureddin Nebati ersetzt. Dieser ist seit 2018 stellvertretender Finanzminister und steht dem ehemaligen „Wirtschaftszar“ Berat Albayrak, Erdoğans eigenem Schwiegersohn, sehr nahe.

Elvan hatte sich gegen die Entscheidung der Zentralbank (und indirekt des türkischen Staatspräsidenten) ausgesprochen, den einwöchigen Reposatz um 100 Basispunkte auf 15 Prozent zu senken. In den beiden vorangegangenen Sitzungen war er um insgesamt 300 Basispunkte gesenkt worden, obwohl die Inflation 20 Prozent erreichte.

Vor den jüngsten Senkungen der Kreditkosten hatte die Zentralbank versucht, dem Druck Erdoğans zu widerstehen, indem sie die Leitzinsen stabil hielt (und manchmal anhob). Diese Maßnahmen waren genau richtig und hatten bei den institutionellen Anlegern ein gewisses Vertrauen wiederhergestellt.

Das Ergebnis der Entscheidungen der Bank führte jedoch im vergangenen März zur Entlassung von Gouverneur Naci Ağbal. Die stellvertretenden Gouverneure Semih Tumen und Ugur Namik Kucuk sowie das Mitglied des Ausschusses für Wirtschaft und Währung Abdullah Yavas mussten ihre Ämter ebenfalls niederlegen.

Tumen selbst forderte nach der jüngsten Maßnahme zur Senkung der Kreditkosten die sofortige Rückkehr zu einer Geldpolitik, die den Wert der Lira verteidigen kann. „Dieses unvernünftige Experiment, das keine Aussicht auf Erfolg hat, muss sofort beendet werden. Wir müssen zu Maßnahmen zurückkehren, die den Wert der türkischen Lira und den Wohlstand der Bevölkerung schützen“, twitterte der ehemalige stellvertretende Gouverneur.

Ende November verzeichnete die türkische Währung eine Negativserie von 11 aufeinanderfolgenden Tagen, die schlimmste seit 1999. Auslöser war eine Rede, in der Erdoğan die Zinssenkungen nachdrücklich verteidigte und das Engagement seiner Regierung für einen „Krieg der wirtschaftlichen Unabhängigkeit“ bekräftigte.

„Die Situation in der Türkei wird von Tag zu Tag mehr zu einer Farce. Ein Übergreifen auf andere Schwellenländer ist jedoch so gut wie ausgeschlossen“, teilten die Analysten von Oanda in einer Mitteilung mit.

Türkische Lira am Boden – Erdoğan jagt Finanzminister zum Teufel
 

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Kommentare (3)
Ercu Salo
Ercu Salo 02.12.2021 20:16
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Investing bla bla bla, TR muss null zins politik, wie Eusa.
Jo Volker
Jo Volker 02.12.2021 14:42
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Der Erdo fährt den LKW ohne Bremsen mit 180 km/h in den Abgrund, unterstützt von seinen Anhängern...na dann viel Erfolg gegen die Erdanziehungskraft... Die Frage wäre allerdings: Will er das absichtlich, um wieder Notstandsgesetze anzuwenden? Der paranoide Diktator flippt komplett aus...
Marcus Lennartz
Marcus Lennartz 02.12.2021 14:42
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wozu noch Notstandsgesetze? Der macht doch heute schon was er will!
Ercu Salo
Ercu Salo 02.12.2021 14:42
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jo volker ,bla bla bla,,, in die TR lkw max.90 fährt. mit Notbremse.
Risk win
Risk win 02.12.2021 14:42
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Jo Volker, türkei will die zi sen sinken, um die wirtschaft stabil zu halten und sein volk nicht in die privatinsolvenz schicken. Außerdem versucht das westen, turkei mit der wirtschaft in die knie zu zwingen, um wiederdie kontrolle zu haben. wenn du erdogan als diktator bezeichnest, was bezeichnest du dann die deutsche regierung? du solltest weniger Axel Springer verlag lesen!
Eggert Der Erste
Eggert Der Erste 02.12.2021 14:36
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Wird's dann jetzt besser? 🤔
Risk win
Risk win 02.12.2021 14:36
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vergleiche mal so, was würde in deutschland passieren, wenn die 0% zins, auf 3% hoch gehen würde? der kleine 3, würde viele privatkreditnehmer in die insolvenz verschaffen und die wirtschaft würde richtig leiden. deshalb versucht man die zinsen unten zu halten
 
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