Eilmeldung
0

Drohende Eskalation im Zollstreit drückt Dax unter 11.000 Punkte

Aktien06.12.2018 18:13
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Artikel wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
 
© Reuters. Traders work at Frankfurt's stock exchange in Frankfurt

Frankfurt (Reuters) - Die Festnahme der Finanzchefin des chinesischen Netzwerk-Ausrüsters Huawei hat die Furcht vor einer Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China an den Börsen neu entfacht.

Weltweit gingen die Aktienmärkte auf Talfahrt. "Schwer vorstellbar, dass diese Entwicklung zu einer Deeskalation im Zollstreit zwischen den USA und China beiträgt", sagte Analyst Gregor Kuhn von Emden Research.

Der Dax fiel am Donnerstag um 3,5 Prozent und schloss mit 10.810,98 Punkten erstmals seit zwei Jahren unter der 11.000er Marke. Der EuroStoxx50 verlor 3,7 Prozent auf 3033,95 Zähler. Das ist für beide Indizes der schwärzeste Tag seit zweieinhalb Jahren. Der US-Standardwerteindex Dow Jones büßte 2,6 Prozent ein.

Huawei-Managerin Meng Wanzhou - die Tochter des Firmengründers - war am Wochenende in Kanada festgenommen worden. Sie soll an die USA ausgeliefert werden, die dem Unternehmen Verstoß gegen die Iran-Sanktionen vorwerfen. Darüber hinaus drängen die USA ihre Verbündeten, wegen Sicherheitsbedenken keine Geschäfte mehr mit dem weltgrößten Netzwerk-Ausrüster zu machen. "Dies könnte auf den westlichen Märkten ein Duopol von Ericsson und Nokia (HE:NOKIA) entstehen lassen", sagte Neil Campling, Manager beim Vermögensverwalter Mirabaud. Die Aktien von Ericsson stiegen in Stockholm um 1,9 Prozent. Die Titel von Nokia wurden wegen eines Feiertages in Finnland nicht gehandelt.

Dem Ölpreis setzten auch Spekulationen auf eine sinkende Nachfrage als Folge eines eskalierenden Handelsstreits zu. Hinzu komme das Tauziehen um eine Förderbremse, sagten Börsianer. Die jüngsten Signale von Opec-Mitgliedern deuteten darauf hin, dass die Drosselung lediglich bei einer Million statt der erhofften 1,3 Millionen Barrel pro Tag liegen werde. Die Öl-Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um bis zu 5,2 Prozent auf 58,36 Dollar je Barrel (159 Liter).

BREXIT-ABSTIMMUNG IM BRITISCHEN PARLAMENT RÜCKT NÄHER

Daneben zehrte die Diskussion im britischen Parlament über die ausgehandelte Scheidungsvereinbarung zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU erneut an den Nerven der Anleger. Zwar rechneten die Investoren mit einer Ablehnung des Brexit-Deals, sagte Commerzbank-Analystin Esther Reichelt. Da aber unklar sei, was danach komme, spiegele sich dies bislang kaum im Kurs des Pfund Sterling wider. Von Nachverhandlungen über Neuwahlen bis zu einem zweiten Referendum sei fast alles denkbar. Die britische Währung verteuerte sich am Donnerstag leicht auf 1,2769 Dollar. Der Euro hielt sich ebenfalls im Plus bei 1,1365 Dollar.

In dieser Gemengelage waren Bundesanleihen als sichere Anlage erneut gefragt. Dies drückte die Rendite der zehnjährigen Titel auf ein Sechseinhalb-Monats-Tief von 0,224 Prozent.

HUAWEI-AFFÄRE SETZT TECHNOLOGIE- UND AUTOWERTEN ZU

Am Aktienmarkt traf die Affäre um Huawei Technologiewerte besonders hart, da Huawei Experten zufolge einer der weltweit größten Abnehmer für Computerchips ist. Der Europäische Branchenindex rutschte um 3,1 Prozent und sein US-Pendant um 2,2 Prozent ab. Die Titel von Huawei-Zulieferern wie Intel (NASDAQ:INTC), STMicro oder Qualcomm (NASDAQ:QCOM) büßten bis zu 6,4 Prozent ein.

Unter die Räder kamen auch die Autobauer, für die China ein wichtiger Absatzmarkt ist. Die Aktien von BMW (DE:BMWG), Volkswagen (DE:VOWG) und Daimler (DE:DAIGn) verloren bis zu 6,2 Prozent. An der Wall Street gaben die Titel der Konkurrenten General Motors (NYSE:GM) und Ford bis zu 3,2 Prozent nach.

Drohende Eskalation im Zollstreit drückt Dax unter 11.000 Punkte
 

Verwandte Beiträge

Kommentieren

Richtlinien zur Kommentarfunktion

Wir möchten Sie gerne dazu anregen, Kommentare zu schreiben, um sich mit anderen Nutzern auszutauschen. Teilen Sie Ihre Gedanken mit und/oder stellen Sie anderen Nutzern und den Kolumnisten Fragen. Um jedoch das Niveau zu erhalten, welches wir wertschätzen und erwarten, beachten Sie bitte die folgenden Kriterien:

  • Bereichern Sie die Unterhaltung
  • Bleiben Sie beim Thema. Veröffentlichen Sie nur Texte, die zu den genannten Inhalten passen. 
  • Respektieren Sie einander. Auch negative Meinungen und Kritik kann positiv und diplomatisch ausgedrückt werden. 
  • Benutzen Sie die anerkannten Ausdrucks- und Rechtschreibregeln. 
  • Beachten Sie: Spam, Werbenachrichten und Links werden gelöscht. 
  • Vermeiden Sie Profanität, Beleidigungen und persönliche Angriffe auf Kolumnisten oder andere Nutzer. 
  • Bitte kommentieren Sie nur auf Deutsch.

Diejenigen, die die oben genannten Regeln missachten, werden von der Webseite entfernt und können sich in der Zukunft je nach Ermessen von Investing.com nicht mehr anmelden.

Was denken Sie?
 
Sind Sie sicher, dass Sie diesen Chart löschen möchten?
 
Senden
Posten auf
 
Angehängten Chart durch einen neuen Chart ersetzen?
1000
Sie sind gegenwärtig aufgrund von negativen Nutzerbeurteilungen von der Abgabe von Kommentaren ausgeschlossen. Ihr Status wird von unseren Moderatoren überprüft.
Warten Sie bitte eine Minute bis zur erneuten Abgabe Ihres Kommentars.
Danke für Ihren Kommentar. Bitte beachten Sie, dass alle Kommentare erst nach vorheriger Überprüfung durch unsere Moderatoren veröffentlicht werden und deshalb nicht sofort auf unserer Webseite erscheinen können.
 
Sind Sie sicher, dass Sie diesen Chart löschen möchten?
 
Senden
 
Angehängten Chart durch einen neuen Chart ersetzen?
1000
Sie sind gegenwärtig aufgrund von negativen Nutzerbeurteilungen von der Abgabe von Kommentaren ausgeschlossen. Ihr Status wird von unseren Moderatoren überprüft.
Warten Sie bitte eine Minute bis zur erneuten Abgabe Ihres Kommentars.
Chart zum Kommentar hinzufügen
Sperre bestätigen

Sind Sie sicher, dass Sie %USER_NAME% sperren möchten?

Dadurch werden Sie und %USER_NAME% nicht mehr in der Lage sein, Beiträge des jeweils anderen auf Investing.com zu sehen.

%USER_NAME% wurde erfolgreich zu Ihrer Sperrliste hinzugefügt.

Da Sie diese Person entsperrt haben, müssen Sie 48 Stunden warten, bevor Sie sie wieder sperren können.

Diesen Kommentar melden

Sagen Sie uns Ihre Meinung zu diesem Kommentar

Kommentar markiert

Vielen Dank!

Ihre Meldung wurde zur Überprüfung an unsere Moderatoren geschickt
Haftungsausschluss: Fusion Media would like to remind you that the data contained in this website is not necessarily real-time nor accurate. All CFDs (stocks, indexes, futures) and Forex prices are not provided by exchanges but rather by market makers, and so prices may not be accurate and may differ from the actual market price, meaning prices are indicative and not appropriate for trading purposes. Therefore Fusion Media doesn`t bear any responsibility for any trading losses you might incur as a result of using this data.

Fusion Media or anyone involved with Fusion Media will not accept any liability for loss or damage as a result of reliance on the information including data, quotes, charts and buy/sell signals contained within this website. Please be fully informed regarding the risks and costs associated with trading the financial markets, it is one of the riskiest investment forms possible.
Mit Google registrieren
oder
Registrierung