Eilmeldung
Investing Pro 0
Werbefreie Version. Jetzt upgraden für ein Surferlebnis auf Investing.com ganz ohne Werbung. Sparen Sie bis zu 40%. Weitere Details

Düngemittel-Krise: Hungersnöte und steigende Inflation sind unausweichlich

Aktien 23.03.2022 15:04
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Artikel wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
 

Investing.com – Die Preise für Düngemittel bereiten den Bauern weltweit schon seit einigen Monaten Kopfzerbrechen. Mit der Invasion Russlands in der Ukraine hat sich die Lage noch weiter verschärft.

Im Herbst vergangenen Jahres waren es nur die gestiegenen Gaspreise, welche die Kosten für die Düngemittelproduktion in die Höhe trieben. Die neue Situation führt nun aber dazu, dass es an Grundstoffen wie Kali, Ammoniak und Harnstoff fehlt, die zur Herstellung verschiedener Düngemittel unerlässlich sind. Damit sind es inzwischen nicht mehr nur die gestiegenen Produktionskosten, die die Preise explodieren lassen, sondern auch noch das rückläufige Angebot.

Die Sanktionen der westlichen Staatengemeinschaft gegen Russland bilden den Ausgangspunkt für diese Düngemittelkrise, die zu einer weltweiten Lebensmittelkrise führen wird.

Kulturpflanzen wie Mais, Soja, Reis und Weizen sind auf ertragssteigernde Komponenten angewiesen. Ohne diese Maßnahmen fallen die Ernten selbst unter optimalen Wachstumsbedingungen um einiges geringer aus. Das wird sich primär in den Entwicklungsländern bemerkbar machen, wo die Landwirte im Vergleich zu ihren Kollegen in den Industrieländern ohnehin über ein geringeres Budget verfügen.

In Peru rief die Regierung sogar schon den Notstand für den Landwirtschaftssektor aus, denn bereits jetzt ist absehbar, dass die Gewährleistung der Lebensmittelversorgung auf dem Spiel steht. Aufgrund der hohen Düngemittelpreise sind die Bauern dazu übergegangen, ihre Anbauflächen zu verringern. Gleichzeitig brechen die Importe von Tierfutter ein, was der Fleischindustrie zu schaffen macht.

Die Rabobank berichtete, dass Russland und Belarus zusammen mehr als 40 Prozent der weltweiten Kali-Exporte bestreiten. Außerdem steuert Russland 22 Prozent zum globalen Ammoniak-Handel und 14 Prozent zu den Harnstoffexporten bei.

Der Mangel an Düngemitteln dürfte auch nicht mit dem Ende des Russland-Ukraine-Konflikts vom Tisch sein, denn die Sanktionen werden wahrscheinlich noch über Monate und Jahre in Kraft sein.

Brasilien als größter Exporteur von Soja erhielt die Hälfte seiner Kali-Importe aus Belarus und Russland. Das Beratungsunternehmen Agroconsult geht davon aus, dass die Soja-Ernte aufgrund der fehlenden Düngemittel um mindestens 8 Prozent einbrechen dürfte, wie Reuters berichtete. Das trifft dann die Tierbetriebe, in denen Soja das wichtigste Futtermittel überhaupt ist.

Die brasilianische Regierung versucht indes ein Gesetz zu verabschieden, um im Amazonasgebiet auf dem Land des indigenen Stammes Mura mit dem Kalibergbau zu beginnen. Das würde den natürlichen Lebensraum dieser Menschen zerstören, auf den sie so dringend angewiesen sind.

Laut Reuters haben am 17. März mehrere Dutzend US-Abgeordnete einen Brief an die Internationale US-Handelskommission geschrieben. Darin forderten sie eine Befreiung von Zöllen auf Düngemittelimporte und begründeten dies wie folgt:

„Die Entscheidungen über den Anbau werden nicht mehr auf der Grundlage des Marktbedarfs getroffen. Es sind zunehmend die Produktionskosten, die durch den Preis und das Angebot von Düngemitteln bestimmt werden.“

Somit zeichnet sich insgesamt ab, dass das Angebot an pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln in der nächsten Zeit sinkt, während die Nachfrage aufgrund der wachsenden Bevölkerung steigt. Die dadurch kletternden Lebensmittelpreise werden die Inflation zusätzlich befeuern.

Düngemittelhersteller wie K&S (DE:SDFGn), Nutrien (NYSE:NTR) und Mosaic (NYSE:MOS) sind es, die in dieser heißen Phase das Geschäft ihres Lebens machen. Während der Kurs der K+S-Aktie im vergangenen April noch bei 8 Euro lag, notiert er mittlerweile bei 28,58 Euro. Ob das Unternehmen letztlich auch die Gewinne einfährt, wie von den Investoren prognostiziert, das wird sich erst noch zeigen müssen.

Von Marco Oehrl

Düngemittel-Krise: Hungersnöte und steigende Inflation sind unausweichlich
 

Verwandte Beiträge

Kommentieren

Richtlinien zur Kommentarfunktion

Wir möchten Sie gerne dazu anregen, Kommentare zu schreiben, um sich mit anderen Nutzern auszutauschen. Teilen Sie Ihre Gedanken mit und/oder stellen Sie anderen Nutzern und den Kolumnisten Fragen. Um jedoch das Niveau zu erhalten, welches wir wertschätzen und erwarten, beachten Sie bitte die folgenden Kriterien:

  • Bereichern Sie die Unterhaltung
  • Bleiben Sie beim Thema. Veröffentlichen Sie nur Texte, die zu den genannten Inhalten passen. 
  • Respektieren Sie einander. Auch negative Meinungen und Kritik kann positiv und diplomatisch ausgedrückt werden. 
  • Benutzen Sie die anerkannten Ausdrucks- und Rechtschreibregeln. 
  • Beachten Sie: Spam, Werbenachrichten und Links werden gelöscht. 
  • Vermeiden Sie Profanität, Beleidigungen und persönliche Angriffe auf Kolumnisten oder andere Nutzer. 
  • Bitte kommentieren Sie nur auf Deutsch.

Diejenigen, die die oben genannten Regeln missachten, werden von der Webseite entfernt und können sich in der Zukunft je nach Ermessen von Investing.com nicht mehr anmelden.

Was denken Sie?
 
Sind Sie sicher, dass Sie diesen Chart löschen möchten?
 
Senden
Posten auf
 
Angehängten Chart durch einen neuen Chart ersetzen?
1000
Sie sind gegenwärtig aufgrund von negativen Nutzerbeurteilungen von der Abgabe von Kommentaren ausgeschlossen. Ihr Status wird von unseren Moderatoren überprüft.
Warten Sie bitte eine Minute bis zur erneuten Abgabe Ihres Kommentars.
Danke für Ihren Kommentar. Bitte beachten Sie, dass alle Kommentare erst nach vorheriger Überprüfung durch unsere Moderatoren veröffentlicht werden und deshalb nicht sofort auf unserer Webseite erscheinen können.
Kommentare (7)
23.03.2022 19:03
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
Kartoffeln habn mia genug. Wann verbietet die EU das ständige Verbieten durch sich selbst? Wir in der EU werden durch diesen Sanktionswahn ruiniert. Hätte man nicht selektiver vorgehen können? Was steht im italenischen Grundbuch von Forte dei Marmi zu Selenskyj und eventuell Umkreis? Steht da was? Warum recherchieren unsere objektiven Medien nicht mal bissi dort? Ich möchte schon das Gesamtbild sehen und nicht immer selektive Berichterstattung...ist Selenskyj ein Engel oder hat er auch mal Schattenseiten? Putin ist Kriegsverbrecher, dies ist scho ma klar.
Erik Lage
Erik Lage 23.03.2022 19:03
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
na na na vorsichtig, sonst wirst du noch zum querdenker :)
Marco Silber
Marco Silber 23.03.2022 17:30
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
Mal fett einen Fasten würde x menschen enorm gut thun.
Andy Moering
Andy Moering 23.03.2022 17:10
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
wozu braucht Mann denn unbedingt Dünger? ich denke das alles auch ohne dem Scheiss sprießen würde.
Vorherige Antworten anzeigen (1)
Erik Lage
Erik Lage 23.03.2022 17:10
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
Pflanzen brauchen verschiedene Bausteine und Blattwerk, Blüten und Früchte zu erzeugen. Diese nehmen sie aus dem Boden über die Wurzeln auf. Diese Bausteine fehlen dem Boden wenn man die Pflanze überirdisch entfernt und abtransportiert anstatt sie vor Ort verrotten zu lassen damit sie wieder dem Boden die entzogenen Bausteine zurückgeben kann... dadurch werden Böden mit der Zeit ohne Düngung mit der Zeit unfruchtbar weil ihnen alles entzogen worden ist. Landwirtschaft in diesem Ausmaß hat die Natur nicht berücksichtigen können.
Koschey besmertnii
Koschey besmertnii 23.03.2022 17:10
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
Ohne Dünger schafft man es nicht den Bedarf abzudecken. Das ist leider nicht allen Bewußt, das ist aber Fakt.
Herbert Maier
Herbert Maier 23.03.2022 17:10
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
Nicht persönlich gemeint, aber das ist so eine typisches Analena & Robert Verständnis der Welt. Ohne Dünger geht nix , bzw. funktioniert vielleicht bei 3 Mrd. Erdbewohnern.
Horst Asselkeller
Horst Asselkeller 23.03.2022 17:10
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
Ich habe irgendwo gelesen, dass Ungeimpfte diesen Planeten in ein paar Jahren alle verlassen haben werden. Wenn das so ist, müsste doch für die restlichen paar Hanseln genug da sein. .
wurscht suppe
wurscht suppe 23.03.2022 17:10
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
Horst Asselkeller  = ... oder diese geimpften verringern sich von selbst ...-) ?ob ab herbst diese ungeimpften oder verweigerer noch flüchten können ist fraglich ? egal, wir sitzen alle im selben boot ... irgendwie ist alles gespritzt (apfelschorle, ....) ha, zu bayer dünger ala monsanto, dann wohl besser food aus dem labor oder jeder baut sein gras selbst an ..-) wirklich werden leider viele an hunger sterben ! die zukunft ist eh mir suspect mit dem ganzen digitalen käse (metaverse etc...) und die meisten kinder tun mir jetzt schon leid ... verbrecher sind die notenbanken, usa und die eu-diktatur ala von der leine ...
Diana Jaber
Diana Jaber 23.03.2022 16:54
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
Es wäre besser, wenn die Industrieländer den Gürtel enger schnallen müssten. Dann würde ein Großteil vielleicht wieder zu einer vernünftigen Figur kommen. Ich bin für BMI < 25.
Assel Kopp
Assel Kopp 23.03.2022 16:54
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
Es sind nicht die industrieländer welche von einer kommenden hungersnot betroffen sein werden. Wir geben einfach etwas mehr aus und essen günstigere sachen, weniger fleisch etc.Es sind die armen länder wo leute jetzt schon über 60% ihres einkommens für grundnahrung ausgeben in denen zig tausende sterben werden.
Diana Jaber
Diana Jaber 23.03.2022 16:54
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
Eben deshalb sage ich ja, dass es besser uns treffen sollte.
Johannes Just
Johannes Just 23.03.2022 16:33
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
Macht weiter so.!!! Den schuldigen haben wir ja schon. Steht uns nichts mehr im Weg.
Herr Mann
Herr Mann 23.03.2022 16:13
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
Option 1: vermehrter einsatz gentechnisch optimierter Sorten. Das sollte mit einer Image Kampagne einhergehen. Aufklären, dass alle unsere Lebensmittel bereits über klassische Gentechnik verändert sind, untersuchungen über Auswirkungen auf heimische Arten, usw. Option 2: Umstellung auf ökologische Landwirtschaft.
Herr Mann
Herr Mann 23.03.2022 16:13
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
Für alles gibt es eine lösung. Panikmache ist keine Lösung.
udo benno
udo benno 23.03.2022 16:09
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
Die Sanktionen der westlichen Staatengemeinschaft gegen Russland- Also voralledem einige Westeuropäische EU-Staaten und mit Abstriche die USA. Der große Rest führt ganz normal seine Geschäfte mit Rusland weiter und wird sich in Zukunft dreimal überlegen seine Währungsreserven den "Westen" anzuvertrauen. Ergo, die meisten EU Staaten und hiervoralledem Deutschland schießen sich freiwillig in beide Knie.
 
Sind Sie sicher, dass Sie diesen Chart löschen möchten?
 
Senden
 
Angehängten Chart durch einen neuen Chart ersetzen?
1000
Sie sind gegenwärtig aufgrund von negativen Nutzerbeurteilungen von der Abgabe von Kommentaren ausgeschlossen. Ihr Status wird von unseren Moderatoren überprüft.
Warten Sie bitte eine Minute bis zur erneuten Abgabe Ihres Kommentars.
Chart zum Kommentar hinzufügen
Sperre bestätigen

Sind Sie sicher, dass Sie %USER_NAME% sperren möchten?

Dadurch werden Sie und %USER_NAME% nicht mehr in der Lage sein, Beiträge des jeweils anderen auf Investing.com zu sehen.

%USER_NAME% wurde erfolgreich zu Ihrer Sperrliste hinzugefügt.

Da Sie diese Person entsperrt haben, müssen Sie 48 Stunden warten, bevor Sie sie wieder sperren können.

Diesen Kommentar melden

Sagen Sie uns Ihre Meinung zu diesem Kommentar

Kommentar markiert

Vielen Dank!

Ihre Meldung wurde zur Überprüfung an unsere Moderatoren geschickt
Mit Google registrieren
oder
Registrierung