Eilmeldung
0
Werbefreie Version. Jetzt upgraden für ein Surferlebnis auf Investing.com ganz ohne Werbung. Sparen Sie bis zu 40%. Weitere Details

WOCHENAUSBLICK: Märkte könnten mit Zinsängsten schief liegen

Aktien14.01.2022 16:00
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Artikel wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
 
© Reuters.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kapitalmarktzinsen und die Quartalsberichte von Großkonzernen dürften in der neuen Börsenwoche über Wohl und Wehe an den Aktienmärkten bestimmen. Die Erwartung steigender Leitzinsen in den USA und ein absehbares Ende der jahrelangen Geldschwemme hatten die Rally an den Börsen zuletzt abgewürgt. Doch es mehren sich die Stimmen, wonach die Finanzmärkte mit einem Anziehen der geldpolitischen Schraube durch die US-Notenbank (Fed) durchaus gut leben können.

"Höhere Anleiherenditen sollten nicht belastend für Aktien sein", schreibt Stratege Marko Kolanovic von der Investmentbank JPMorgan (NYSE:JPM) und rät trotz steigender Zinserwartungen und Kapitalmarktrenditen zu Schnäppchenkäufen bei Rücksetzern. Die jüngsten Verluste risikoreicher Anlageklassen als Reaktion auf das vergangene Sitzungsprotokoll der Fed seien übertrieben gewesen, argumentiert er. Denn die Fed werde die Zügel nur schrittweise anziehen und in einem Tempo, mit dem die Finanzmärkte zurechtkämen. Zudem dürfte die Straffung der Geldpolitik von einer starken Konjunkturerholung flankiert werden. Einer eigenen Umfrage zufolge planten derzeit zwei von drei Investoren, die Aktienpositionen aufzustocken.

Möglicherweise seien Anleger mit ihren Zinserwartungen über das Ziel hinausgeschossen, merkte Jack Janasiewicz an. Dem Portfoliomanager von Natixis Investment zufolge preisen die Märkte inzwischen fast vier Zinserhöhungen der Fed in diesem Jahr sowie drei weitere bis Ende 2023 ein. Sorgen bereite den Marktakteuren vor allem die hohe Inflation. Aber genau hier drohten die Märkte falsch zu liegen, so Janasiewicz. Vor allem eine verbesserte pandemische Lage dürfte für Entspannung sorgen, die Belastung der Versorgungs- und Lieferketten und der Arbeitsmärkte könnte schwinden. In der Folge könnte sich auch die Teuerung "in einem Tempo abschwächen, das einige nicht erwarten".

Licht am Ende des Corona-Tunnels sieht auch der JPMorgan-Analyst. Die Omikron-Variante des Virus stelle für das erste Quartal des neuen Jahres zwar ein gewisses Risiko dar, schreibt Kolanovic. Nach einem erwarteten starken Anstieg der Infektionszahlen in den kommenden Wochen sei mit Blick auf das zweite Quartal dann aber mit starkem Rückenwind für die Wirtschaft zu rechnen. "Wenn die Omikron-Welle abebbt, dann dürfte vermutlich das Ende der Pandemie in Sicht sein", weil sich eine "breite natürliche Immunität" durchgesetzt haben sollte.

Der deutsche Leitindex Dax (DAX) tat sich zuletzt an der runden Marke von 16 000 Punkten sichtlich schwer. Das dürfte neben der Pandemie und den Zinsen auch damit zu tun haben, dass in den kommenden Wochen die Unternehmen über das Schlussquartal 2021 berichten und Ausblicke für den weiteren Jahresverlauf geben. In der neuen Woche setzen noch die großen US-Banken Goldman Sachs (1:GS), Bank of America (1:BAC) und Morgan Stanley (1:MS) die Akzente. Auf die bereits veröffentlichten Quartalsberichte von JPMorgan und der Citigroup (1:C) reagierten Anleger mit Aktienverkäufen. Mit dem Bergwerkskonzern Rio Tinto (3:RIO), dem Chip-Ausrüster ASML (7:ASML) und Alstom (9:ALSO) finden sich in der neuen Woche auch erste europäische Großkonzerne auf der Agenda.

Trotz Zinsängsten und der starken Ausbreitung von Omikron schlage sich die Wirtschaft gut, schreibt Marktexperte Craig Erlam vom Handelshaus Oanda. "Die Unternehmensberichte zum vierten Quartal dürften das widerspiegeln". Laut Harsh Tibrewala, Stratege bei Credit Suisse (5:CSGN), prognostizieren Analysten für das Schlussviertel 2021 einen Anstieg der Ergebnisse weltweit auf Jahressicht um "robuste 23,5 Prozent". Die Glanzpunkte dürften voraussichtlich die Sektoren Energie, Industrie, Rohstoffe und Gesundheit setzen.

WOCHENAUSBLICK: Märkte könnten mit Zinsängsten schief liegen
 

Verwandte Beiträge

Kommentieren

Richtlinien zur Kommentarfunktion

Wir möchten Sie gerne dazu anregen, Kommentare zu schreiben, um sich mit anderen Nutzern auszutauschen. Teilen Sie Ihre Gedanken mit und/oder stellen Sie anderen Nutzern und den Kolumnisten Fragen. Um jedoch das Niveau zu erhalten, welches wir wertschätzen und erwarten, beachten Sie bitte die folgenden Kriterien:

  • Bereichern Sie die Unterhaltung
  • Bleiben Sie beim Thema. Veröffentlichen Sie nur Texte, die zu den genannten Inhalten passen. 
  • Respektieren Sie einander. Auch negative Meinungen und Kritik kann positiv und diplomatisch ausgedrückt werden. 
  • Benutzen Sie die anerkannten Ausdrucks- und Rechtschreibregeln. 
  • Beachten Sie: Spam, Werbenachrichten und Links werden gelöscht. 
  • Vermeiden Sie Profanität, Beleidigungen und persönliche Angriffe auf Kolumnisten oder andere Nutzer. 
  • Bitte kommentieren Sie nur auf Deutsch.

Diejenigen, die die oben genannten Regeln missachten, werden von der Webseite entfernt und können sich in der Zukunft je nach Ermessen von Investing.com nicht mehr anmelden.

Was denken Sie?
 
Sind Sie sicher, dass Sie diesen Chart löschen möchten?
 
Senden
Posten auf
 
Angehängten Chart durch einen neuen Chart ersetzen?
1000
Sie sind gegenwärtig aufgrund von negativen Nutzerbeurteilungen von der Abgabe von Kommentaren ausgeschlossen. Ihr Status wird von unseren Moderatoren überprüft.
Warten Sie bitte eine Minute bis zur erneuten Abgabe Ihres Kommentars.
Danke für Ihren Kommentar. Bitte beachten Sie, dass alle Kommentare erst nach vorheriger Überprüfung durch unsere Moderatoren veröffentlicht werden und deshalb nicht sofort auf unserer Webseite erscheinen können.
Kommentare (4)
Astrid Rome
Astrid Rome 15.01.2022 15:00
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
Was für ein -von Zweckoptimismus strotzendes- Narrativ. Der DAX steht gerade mal 2% unter seinem Höchststand - und damit sollen alle Zinserhöhungen bis Ende 23 eingepreist sein? Steigende Zinsen dürften den Aktienmarkt nicht belasten? Viele Investoren, die aus Mangel an Alternativen (TINA) in Aktien angelegt haben, werden bald zu Lasten des Aktienmarktes wieder umschichten. Viele Firmen haben durch die Pandemie Schulden angehäuft, die bei steigenden Kreditzinsen zu Zahlungsschwierigkeiten führen werden. Ausserdem werden auch die Staatsschulden für viele Länder -unter anderem die USA, die schon pleite sind, es nur nicht wahrhaben wollen- ein immer größeres Problem. Natürliche Immunität? Deshalb infiziert Omikron ja auch so viele, die bereits doppelt geimpft sind. Und wenn die nä. Variante ansteckender UND tödlicher ist?  Die Lieferkettenprobleme werden noch bleiben. Es fehlt überall an Personal. Grundsätzlich und zusätzlich durch Covid. Der Bericht ist unfair ggü. unerfahrenen Anlegern!
SU Harry
SU Harry 15.01.2022 14:37
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
immer dasselbe theater für günstige Kurse. Plötzlich große Sorgen weg
Samuel Jackson
Samuel Jackson 15.01.2022 13:08
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
Verständnisvoll geschrieben und erklärt 👍🏻
Ivan Kupreskic
Ivan Kupreskic 15.01.2022 12:02
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
Für die Banken ist kaufen immer besser, als verkaufen….
 
Sind Sie sicher, dass Sie diesen Chart löschen möchten?
 
Senden
 
Angehängten Chart durch einen neuen Chart ersetzen?
1000
Sie sind gegenwärtig aufgrund von negativen Nutzerbeurteilungen von der Abgabe von Kommentaren ausgeschlossen. Ihr Status wird von unseren Moderatoren überprüft.
Warten Sie bitte eine Minute bis zur erneuten Abgabe Ihres Kommentars.
Chart zum Kommentar hinzufügen
Sperre bestätigen

Sind Sie sicher, dass Sie %USER_NAME% sperren möchten?

Dadurch werden Sie und %USER_NAME% nicht mehr in der Lage sein, Beiträge des jeweils anderen auf Investing.com zu sehen.

%USER_NAME% wurde erfolgreich zu Ihrer Sperrliste hinzugefügt.

Da Sie diese Person entsperrt haben, müssen Sie 48 Stunden warten, bevor Sie sie wieder sperren können.

Diesen Kommentar melden

Sagen Sie uns Ihre Meinung zu diesem Kommentar

Kommentar markiert

Vielen Dank!

Ihre Meldung wurde zur Überprüfung an unsere Moderatoren geschickt
Haftungsausschluss: Fusion Media would like to remind you that the data contained in this website is not necessarily real-time nor accurate. All CFDs (stocks, indexes, futures) and Forex prices are not provided by exchanges but rather by market makers, and so prices may not be accurate and may differ from the actual market price, meaning prices are indicative and not appropriate for trading purposes. Therefore Fusion Media doesn`t bear any responsibility for any trading losses you might incur as a result of using this data.

Fusion Media or anyone involved with Fusion Media will not accept any liability for loss or damage as a result of reliance on the information including data, quotes, charts and buy/sell signals contained within this website. Please be fully informed regarding the risks and costs associated with trading the financial markets, it is one of the riskiest investment forms possible.
Mit Google registrieren
oder
Registrierung