Öl fasziniert Investoren schon seit Jahrzehnten. Wenn irgendwo ein Ruck durch den Markt geht, ist häufig der Ölpreis mit von der Partie. Sei es durch geopolitische Ereignisse, Produktionssenkungen großer Förderländer oder einfach nur durch globale Konjunkturschwankungen – das schwarze Gold bleibt einer der spannendsten Rohstoffe im Portfolio. Doch Hand aufs Herz: Nicht jeder hat Lust, sich selbst mit Futures-Kontrakten zu beschäftigen oder gar Fässer mit Rohöl zu lagern (wer hat dafür schon den Platz?). Genau an dieser Stelle kommen Öl ETFs bzw. ETCs ins Spiel, die eine vergleichsweise bequeme und liquide Methode bieten, um an den Bewegungen des Ölmarktes zu partizipieren.
In diesem Beitrag schauen wir uns die Öl ETFs (bzw. ETCs) genauer an, die für April 2025 besonders spannend sein könnten. Außerdem klären wir die wichtigsten Fachbegriffe rund um das Thema, darunter auch die berühmten Kurvenformen „Contango“ und „Backwardation“, die man unbedingt kennen sollte, wenn man in Öl investiert. Ob du nun nach einer längerfristigen Anlagestrategie suchst oder eher kurzfristige Trades planst – mit ein bisschen Hintergrundwissen kannst du die Funktionsweise dieser Produkte wesentlich besser einschätzen. Und mal ehrlich: Das erhöht die Chancen auf eine erfolgreiche Investition ganz erheblich.

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Warum überhaupt Öl ETFs (ETCs)?
Du fragst dich womöglich, warum man überhaupt in einen Öl ETF einsteigen sollte, wenn die Preisbewegungen doch derart unberechenbar sind. Tatsächlich bietet Rohöl einige Eigenschaften, die es zu einem besonderen Asset machen. ÖL wird benötigt, um die Weltwirtschaft am Laufen zu halten: Von Treibstoff für Fahrzeuge und Flugzeuge bis hin zur Produktion von Kunststoffen und anderen Chemieprodukten. Steigt die Nachfrage (z. B. aufgrund einer globalen Konjunkturerholung), kann das den Ölpreis anfeuern. Auf der anderen Seite können geopolitische Spannungen oder Förderkürzungen durch die OPEC das Angebot drosseln und damit den Preis weiter nach oben treiben. Wer also glaubt, dass die Ölpreise kurz- bis mittelfristig steigen werden – beispielsweise wegen höherer globaler Nachfrage oder anhaltender Produktionsengpässe – könnte in einem Öl ETF durchaus eine attraktive Chance sehen.
Doch selbst Investoren, die skeptisch sind, finden hier einen Vorteil: Öl kann als Inflationsschutz fungieren. Da Energiekosten in Zeiten anziehender Inflation oft überproportional steigen, können Öl ETFs dazu beitragen, das Portfolio etwas widerstandsfähiger gegenüber steigenden Preisen zu machen. Natürlich gibt es keine Garantie, dass Öl in jeder Phase ein sicherer Hafen ist. Aber im Vergleich zu vielen anderen Rohstoffen hat dieser Energieträger historisch eine gewisse Korrelation zur Inflationsentwicklung gezeigt.
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Die Bedeutung von Contango und Backwardation
Bevor wir uns die einzelnen ETFs anschauen, müssen wir zwei Konzepte besprechen, die dir bei Öl-Investments immer wieder begegnen: Contango und Backwardation. Diese Begriffe klingen auf den ersten Blick wie Zaubersprüche aus einem Fantasy-Roman, sind aber in Wirklichkeit Bezeichnungen für die Form der sogenannten Terminstrukturkurve bei Rohstoff-Futures.
Contango
Contango liegt vor, wenn die Preise für Futures, die in der Zukunft fällig werden, über dem aktuellen Spotpreis (dem aktuellen Marktpreis) liegen. Warum passiert das? Oft hat das mit Lager- und Versicherungskosten, Zinsen oder spekulativer Nachfrage zu tun. Angenommen, du besitzt reale Fässer Rohöl. Um diese zu lagern, musst du einen physischen Ort mieten (z. B. Tanks). Hinzu kommen Versicherungen und möglicherweise Zinskosten für das eingesetzte Kapital. All das spiegelt sich in höheren Futures-Preisen für später fällige Kontrakte wider. Für Öl ETFs, die in Monats- oder Quartals-Futures investieren, kann das Contango ungünstig sein. Denn wenn der ETF die near-month-Kontrakte („nächsten Monat“) verkauft und auf den folgenden Future rollt, zahlt er meist einen höheren Preis. Die Folge: ein Renditeverlust, wenn sich der Ölpreis nicht stark genug nach oben bewegt, um diesen „Roll-Verlust“ zu kompensieren.
Backwardation
Das Gegenstück zum Contango nennt sich Backwardation. Bei Backwardation sind die Futures-Preise für die Zukunft niedriger als der aktuelle Spotpreis. Das bedeutet, der Markt rechnet möglicherweise damit, dass das Angebot knapper wird oder dass die kurzfristige Nachfrage höher ist als zu einem späteren Zeitpunkt. Für Investoren in Öl ETFs kann das ein Vorteil sein: Wenn der ETF-Kontrakt rollt, wird der nächste Future günstiger erworben, was – alles andere gleichbleibend – den Anteilspreis des ETFs positiv beeinflussen kann. Auf den Punkt gebracht: In einer Backwardation-Phase kann das regelmäßige Rollen der Futures-Kontrakte theoretisch zu einem Rendite-Plus führen.
Warum ist das wichtig? Viele Öl ETFs (vor allem jene, die nahe Laufzeitkontrakte halten) sind direkt von diesen Terminstrukturen betroffen. Wer sich in einer Contango-Umgebung befindet, muss folglich mit einer schleichenden Erosion der Rendite rechnen – das kann gerade beim langfristigen Halten unangenehm sein. Wer hingegen in Phasen von Backwardation investiert, profitiert möglicherweise vom Roll-Gewinn. Genau deshalb ist es sinnvoll, sich vor dem Kauf eines Öl-ETFs auch die Marktstruktur anzusehen. Viele ETF-Anbieter haben übrigens Strategien entwickelt, um den Einfluss von Contango zu minimieren, indem sie weiter in der Terminstruktur investieren (z. B. in Kontrakte, die nicht direkt fällig sind) oder verschiedene Kontraktlaufzeiten kombinieren.
Vielversprechende Öl ETFs (ETCs) für 2025
Kommen wir zum Kernpunkt: Welche Öl ETFs (bzw. ETCs) sind im Jahr 2025 besonders im Blick? Hier eine kleine Übersicht mit Schlüsseldaten:
ETF | ISIN | Fondsgröße in Mio. EUR | TER in % p.a. | Ertragsverwendung | Fondsdomizil | Replikationsmethode |
---|---|---|---|---|---|---|
WisdomTree WTI Crude Oil | GB00B15KXV33 | 473 | 0,49 | Thesaurierend | Jersey | Swap-basiert |
WisdomTree Brent Crude Oil | JE00B78CGV99 | 312 | 0,49 | Thesaurierend | Jersey | Swap-basiert |
WisdomTree WTI Crude Oil
Dieser ETF (bzw. ETC) bezieht sich auf WTI (West Texas Intermediate), den US-Referenzpreis für Rohöl. WTI wird vor allem in den USA gefördert und gehandelt. Der Fonds ist swap-basiert und thesauriert, was bedeutet, dass es keine regelmäßigen Ausschüttungen gibt – sämtliche Erträge fließen in den Wert des Produkts zurück. Die Gesamtkostenquote (TER) liegt bei 0,49 % p.a., was für einen spezialisierten Rohstoff-ETF recht gängig ist. Anleger, die primär am US-Ölmarkt partizipieren wollen und davon ausgehen, dass US-Fördermengen, Nachfragestrukturen oder bestimmte geopolitische Faktoren den WTI-Preis stark beeinflussen, könnten hier einen passenden Kandidaten finden.
WisdomTree Brent Crude Oil
Brent ist die wichtigste Öl-Benchmark für Europa und den Nahen Osten. Dieser ETC funktioniert ähnlich wie der WTI-ETF, setzt aber auf Brent-Öl. Auch hier bekommst du eine swap-basierte Konstruktion mit einer TER von 0,49 % p.a. und einer thesaurierenden Ertragsverwendung. Wenn du eher auf die globale Preisentwicklung von Rohöl setzen möchtest, ist Brent häufig die populärere Wahl, da dieses Öl weltweit relevanter ist und nicht nur auf Nordamerika beschränkt. Brent-Preise stehen mitunter weniger im Fokus US-spezifischer Wirtschaftspolitik. Wer also die internationalen Ströme berücksichtigt und eher die große, weltweite Klaviatur spielen will, könnte in Brent-ETFs/ETCs investieren.
Warum wählt man dann nicht einfach beide? Manche Investoren mischen tatsächlich WTI und Brent, um ihr Exposure zu diversifizieren, obwohl man argumentieren kann, dass die Korrelation zwischen beiden Sorten sehr hoch ist. Der feine Unterschied zeigt sich häufig aber in den Terminkurven (Contango/Backwardation), Liquiditätsaspekten und in den geopolitischen Abhängigkeiten. Deshalb entscheiden sich manche Anleger für eine Splittung, gerade wenn sie ein etwas differenzierteres Marktgefühl abbilden möchten.
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Soll ich in Öl ETFs investieren?
Das ist wohl die alles entscheidende Frage. Sofern du dich mit dem Gedanken anfreundest, dass Öl ein wesentlicher Bestandteil des Energiemixes bleibt und dass geopolitische Entwicklungen sowie globale Nachfrage ein hohes Maß an Preisdynamik erzeugen können, liegt ein Engagement in Öl-ETFs nahe. Wichtig ist, dass du deine eigenen Anlageziele und deinen Risikohunger kennst.
Potenzielle Vorteile
- Inflationsschutz: Wenn die allgemeine Preissteigerung anzieht, tendieren Energiekosten oft dazu, mitzuziehen. Ein Investment in Öl könnte hier eine gewisse Absicherung bieten.
- Geopolitische Chancen: Einige Investoren nutzen Öl ETFs, um von Krisenherden oder politischen Ereignissen zu profitieren, die die Ölversorgung beeinträchtigen könnten.
- Diversifizierung (innerhalb der Energiebranche): Öl ist eine große Nummer im Energiemarkt. Ein Investment kann dein Portfolio breiter aufstellen, wenn du bisher nur Aktien oder Anleihen hältst.
- Hohe Liquidität: Gerade Produkte wie die oben genannten ETCs haben oft hohe Handelsvolumina. So kommst du im Ernstfall schnell wieder aus deiner Position raus.
- Flexibilität: Egal, ob du auf kurze Sicht traden oder langfristig halten willst – Öl ETFs bieten mehrere Strategien für unterschiedliche Zeithorizonte.
Mögliche Risiken
- Volatilität: Der Ölmarkt kann in sehr kurzer Zeit sehr stark schwanken. Das zeigt bereits ein kurzer Blick in die Vergangenheit, als Ölpreise sich innerhalb von Monaten massiv veränderten.
- Contango-Effekt: Wenn wir längere Phasen haben, in denen die Terminstrukturkurve im Contango ist, kann ein ETF, der nahe Futures hält, immer wieder teurere Kontrakte kaufen müssen. Das zieht die Performance runter.
- Geopolitische Ungewissheit: Klar, manche freuen sich über Krisen – zumindest aus Investment-Sicht. Aber die politische Weltlage ist schwer einzuschätzen. Ein überraschendes Friedensabkommen oder eine Födervereinbarung kann die Preise ebenso schnell senken, wie ein Konflikt sie hochgetrieben hat.
- Langfristige Verschiebungen: Die Energiewende könnte irgendwann das Ölgeschäft stärker einschränken, als wir es momentan erwarten. Elektroautos, erneuerbare Energien und politische Klimaziele sind Trends, die Öl perspektivisch herausfordern könnten.
Wie finde ich den passenden Öl ETF?
Es gibt viele Faktoren, die du beachten solltest, wenn du vor der Entscheidung stehst: „Welche Öl-ETFs könnten in mein Depot passen?“
Zusammensetzung und Benchmark
Handelt das Produkt mit WTI oder Brent? Nutzt es Futures verschiedener Laufzeiten oder nur den nächsten Monat? Wenn ein ETF eher kurzlaufende Futures hält, ist das Risiko des Roll-Verlustes in Contango-Phasen höher. Manche Anbieter streuen ihre Kontrakte über mehrere Monate, um diesen Effekt abzumildern.
Kostenquote (TER)
Die jährlichen Gebühren sollten in einem vernünftigen Verhältnis zur erwarteten Rendite stehen. Natürlich ist die niedrigste TER nicht automatisch die beste Wahl, aber hohe Gebühren wirken sich direkt auf deine Nettorendite aus.
Performance und Handelsvolumen
Ein Blick auf die historische Entwicklung kann nicht schaden. Damit bekommst du zumindest ein Gefühl, wie der ETF in bestimmten Marktphasen reagiert hat. Gleichzeitig ist ausreichend Liquidität wichtig. Produkte, die dünn gehandelt werden, bergen höhere Spreads – beim Kauf und Verkauf verlierst du dann unnötig Geld.
Strategie
Die Art und Weise, wie der ETF mit Contango umgehen möchte, kann entscheidend sein. Legt er das Kapital nur in den jeweils nahen Future, oder nutzt er eine rolloptimierte Strategie über mehrere Laufzeiten? Das kann auf Dauer einen großen Unterschied für deine Rendite bedeuten.
Investmenthorizont
Soll es ein kurzfristiger Trade sein, um auf eine bestimmte Marktsituation zu reagieren? Dann könnten Kontrakt-betonte ETFs sinnvoll sein. Möchtest du aber langfristig an der Entwicklung des Ölmarktes teilhaben, könnte ein Produkt mit rolloptimierter Strategie eher passen.
Ausblick: Ölmarkt in 2025
Natürlich blickt jede und jeder Interessierte auf das aktuelle Marktgeschehen und fragt sich: „Steigt der Ölpreis denn jetzt oder fällt er eher?“ Eine Kristallkugel besitzen wir leider nicht. Aber ein paar Ereignisse und Prognosen deuten an, wohin die Reise gehen könnte:
Politische Einflüsse aus den USA
Seit Ende 2024 agiert ein neuer (wenn auch alter Bekannter) im Weißen Haus: US-Präsident Donald Trump hat die Inflationsbekämpfung zu einem seiner Hauptziele gemacht. Dazu zählt unter anderem, die Energiepreise möglichst zu drücken. Tatsächlich befeuerte anfangs eine harte Kältewelle in den USA und verschärfte Sanktionen gegen Russland den Ölpreis im Frühjahr 2025 – doch danach bröckelte das Niveau und pendelte sich zuletzt etwa auf dem Stand von Anfang 2022 ein.
OPEC, OPEC+ und Produktionsquoten
Länder der OPEC und OPEC+ haben in den letzten Jahren ihre Förderquoten mehrmals gesenkt und wieder angehoben, um das Angebot zu steuern. Bis 2026 will das Bündnis zusätzliche Produktionskapazitäten freigeben, was für Abwärtsdruck beim Ölpreis sorgen könnte. Nicht alle Mitglieder halten sich allerdings streng an die Quoten – die Gründungsmitglieder sind oft zurückhaltender bei der Förderung, während andere Länder bisweilen über ihrem vereinbarten Limit produzieren.
Nachfrage und Prognosen
Sowohl OPEC als auch IEA (Internationale Energieagentur) erwarten weiter steigenden Ölbedarf – laut OPEC um etwa 1,4 Mio. Barrel pro Tag, laut IEA rund 1,0 Mio. Barrel pro Tag plus. Steigt das Angebot aber schneller als die Nachfrage, könnte ein Überschuss entstehen, der den Preis dämpft. Gerade in Verbindung mit einer US-Regierung, die niedrige Energiepreise als Mittel gegen Inflation sieht, ist die kurzfristige Preisrallye nicht garantiert.
US-Ölförderung
In den letzten Jahren haben amerikanische Produzenten Rekordwerte erreicht: rund 14 Mio. b/d (Barrel pro Tag). Diese könnten weiter zunehmen. Fällt der Preis allerdings unter 50 US-Dollar, wird das für viele US-Förderer unattraktiv – das würde mittelfristig das Angebot begrenzen und den Preis stützen.
Unterm Strich bleibt das Bild gemischt: Es gibt gute Gründe dafür, dass Öl weiterhin ein lukrativer, wenngleich volatiler Markt bleibt. Kein Investor sollte jedoch davon ausgehen, dass es ausschließlich nach oben geht. Wer in Öl-ETFs investiert, braucht einen kühlen Kopf und sollte sich mit den preisbildenden Faktoren vertraut machen.
Schlusswort
Öl ist und bleibt ein essentieller Rohstoff, der die globale Wirtschaft wie kaum ein anderer mitprägt. Über Öl-ETFs bzw. ETCs kannst du relativ einfach daran partizipieren, ohne dich um Tanks, Fässer oder komplizierte Future-Geschäfte kümmern zu müssen. Gerade wenn du regelmäßig Nachrichten verfolgst und geopolitische Entwicklungen einschätzen kannst, bieten sich hier interessante Gelegenheiten – sei es für kurzfristiges Trading oder eine längerfristige Beimischung im Portfolio.
Denke aber immer daran: Volatilität und Unsicherheit sind ständige Begleiter beim Handel mit Energierohstoffen. Niemand kann genau vorhersagen, welche Entscheidungen die OPEC+ in sechs Monaten trifft oder ob neue Fördermethoden plötzlich das Angebot erhöhen. Auch die energiepolitischen Ziele der US-Regierung, insbesondere mit Blick auf preisgünstiges Öl, spielen eine Rolle, die sich nicht immer eindeutig kalkulieren lässt.
Für dich als Investor zählt also vor allem eines: Kenne deine Strategie, verstehe die Risiken und halte dich über die Marktentwicklung auf dem Laufenden. Contango und Backwardation sollten für dich keine Fremdwörter mehr sein, und die Wahl des passenden Öl-Produkts gehört gründlich durchdacht. Hast du das im Griff, kann Öl eine spannende Ergänzung sein – je nachdem, ob du dich für einen kurzen Ritt auf den Markt-Wellen entscheidest oder an das langfristige Potenzial dieses klassischen Energieträgers glaubst.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Öl ETFs
1. Was ist der Unterschied zwischen WTI und Brent?
WTI (West Texas Intermediate) ist der US-amerikanische Öl-Benchmark, während Brent eher den globalen bzw. europäischen Markt repräsentiert. Preisunterschiede entstehen häufig aufgrund logistischer Faktoren und unterschiedlicher Nachfrage-Situationen. Historisch gesehen war WTI manchmal teurer als Brent, dann wieder günstiger. Das kann sich immer wieder ändern.
2. Was bedeutet eigentlich Contango und wie wirkt es sich aus?
Contango herrscht, wenn die Future-Kontrakte für spätere Zeiträume teurer sind als der aktuelle Spotpreis. In so einem Umfeld kann ein Öl-ETF, der jeweils die nahen Futures rollt, immer wieder hohe Preise zahlen, was potenzielle Gewinne schmälert. Dieser sogenannte „Roll-Verlust“ kann für Langzeit-Investoren frustrierend sein. Im Idealfall achtest du also auf ETFs, die das Roll-Risiko mindern, z. B. durch Streuung über mehrere Laufzeiten.
3. Und was ist dann Backwardation?
Backwardation ist das Gegenteil. Hier sind Future-Kontrakte günstiger als der aktuelle Spotpreis. Ein rollender ETF kauft sozusagen ständig „billiger“ nach, was langfristig vorteilhaft sein kann. In Phasen von Knappheit oder hoher aktueller Nachfrage kommt es häufig zu Backwardation.
4. Sind Öl ETFs auch für langfristige Investitionen geeignet?
Einige ETFs (wie z. B. USL, das die Kontrakte auf mehrere Monate verteilt) versuchen, die typischen Nachteile von Contango abzufedern. Das macht sie unter Umständen längerfristig etwas attraktiver. Dennoch bleibt Öl ein volatiler Markt. Wer langfristig investiert, sollte sich seiner Risikotoleranz bewusst sein und mögliche Kursschwankungen aushalten können.
5. Kann ich mit Öl ETFs Geld verlieren?
Auf jeden Fall. Der Ölpreis kann drastisch fallen, und wenn du zu einem ungünstigen Zeitpunkt ein- oder aussteigst, sind Verluste möglich. Hinzu kommt, dass ETF-Strukturen und Contango-Effekte die Performance dämpfen können. Öl-ETFs sind kein garantiertes Erfolgsprodukt – niemand kann den Marktverlauf mit Sicherheit vorhersagen.
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