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Ist der europäische Finanzmarkt schon amerikanisiert?

 

Acht der 10 weltweit größten Unternehmen (nach Marktkapitalisierung) sind amerikanisch, deshalb ist es nicht verwunderlich, dass namhafte Investoren US-Aktien gegenüber ihren internationalen Pendants bevorzugen.

Das wirft die Frage auf: Wurde der europäische Finanzmarkt amerikanisiert?

Um ein vollständiges Bild zu erhalten, hat Investing.com in Zusammenarbeit mit SEMrush, einer Online-Präsenzmanagement- und Content-Marketing-Plattform, analysiert, ob europäische Investoren amerikanische Aktien gegenüber ihren lokalen Gegenstücken bevorzugen. Durch die Kombination unserer Daten der beliebtesten Aktien in jedem Land, mit den Daten von SEMrush zur Keyword-Popularität, haben wir die Präferenz der europäischen Investoren nach Land geordnet.

Die Ergebnisse zeigen, dass Investoren in kleineren europäischen Ländern im Allgemeinen amerikanische Aktien bevorzugen. Doch in größeren Ländern mit etablierten lokalen Finanzmärkten, bevorzugen es Investoren im eigenen Land zu investieren. Die vollständige Übersicht stellt sich wie folgt dar:

  • Investoren bevorzugen lokale Aktien - Russland, Deutschland, Spanien, Italien, Frankreich, Griechenland, Schweden, Norwegen, Finnland, Dänemark, Polen, die Türkei
  • Investoren bevorzugen US-Aktien - Großbritannien, Schweiz, Niederlande, Österreich, Portugal, Belgien, Österreich
  • Und auch - Ungarn, Mazedonien, Ukraine, Rumänien, Weißrussland, Bulgarien, Island, Tschechien, Serbien, Irland, Litauen, Lettland, Kroatien, Estland, Albanien, Kosovo, Zypern, Malta, Monaco, Slowakei, Liechtenstein, Moldawien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Slowenien


"Es ist sinnvoll, dass Händler in einem Land wie Deutschland - einem echten europäischen Kraftpaket - großes Interesse an ihren eigenen lokalen "heimischen" Unternehmen wie Volkswagen, Bayer und der Deutschen Bank haben", sagt Jesse Cohen, U.S. Marktanalyst bei Investing.com. "Das Gleiche gilt für Frankreich, Italien und Spanien, die dritt-, viert- und fünftgrößte Volkswirtschaft Europas. Auf der anderen Seite ist die Investition in US-Aktien, die an der Wall Street gehandelt werden, mit der Verwendung von Trading-Apps und Online-Brokern viel einfacher geworden, was zu einem Anstieg des Interesses an US-Aktien geführt hat, insbesondere in osteuropäischen Ländern wie Kroatien, Serbien und Albanien".

Großbritannien stellt die Ausnahme von dieser Regel dar, da Investoren in Europas zweitgrößter Volkswirtschaft gegen den Trend unserer Analyse agieren, da sie amerikanische Aktien gegenüber lokalen Investitionen bevorzugen.

"Hier spielen zwei Dinge eine Rolle", sagt Clement Thibault, Senior Analyst bei Investing.com. "Erstens sind Großbritannien und die USA kulturell gesehen historisch ähnlicher, als die USA und der Rest Europas. Da viele europäische Investoren zu stolz sind, um nach attraktiveren Renditen auf der anderen Seite des Teiches Ausschau zu halten. Zweitens ist die Unsicherheit von Brexit definitiv ein Faktor, der eine große Rolle spielt. Britische Investoren, die sich mehr für US-Aktien als für den heimischen Markt interessieren, sind ein klares Signal für einen Mangel an Vertrauen und der Angst vor der Unsicherheit über die Zukunft der britischen Wirtschaft."

Um weitere Einblicke zu erhalten, bat Investing.com auch seine Experten in ganz Europa, den in den Daten offenbarten Trends auf den Grund zu gehen. Das ist es, was sie zu sagen hatten...

Robert Zach, Deutschland Korrespondent von Investing.com: "Die Deutschen investieren lieber in lokale Aktien, weil sie mit vielen großen Marken wie Commerzbank, Deutsche Bank, Daimler und Volkswagen aufgewachsen sind und sie diesen darum vertrauen."

Sara Busquets, die spanische Korrespondentin von Investing.com: "Der spanische Markt hat sich als sicher und zuverlässig erwiesen, weshalb Investoren Unternehmen bevorzugen, die sie bereits kennen. Dazu zählen Banco Santander oder Telefonica. Wir haben hier große Unternehmen, also gibt es keine Notwendigkeit, im Ausland zu kaufen."

Schweden, Norwegen, Dänemark und Finnland sind die anderen Ausreißer in unserer Analyse, da die Investoren aus jedem dieser Länder lokale Aktien bevorzugen, obwohl sie keine europäischen Schwergewichte darstellen. Liegt in Skandinavien etwas in der Luft, dass das Interesse der lokalen Investoren direkt vor der Haustür weckt?

"Die relativ hohe Verdienstgleichheit, große steuerfinanzierte Sozialprogramme, starke Gewerkschaften, gute Bildungssysteme und eine relativ niedrige Arbeitslosenquote sprechen schon lange für die Vorteile des Lebens in Skandinavien", sagte Thibault. "Laut dem Weltglücksbericht 2018 stammen vier der fünf glücklichsten Länder der Welt aus dieser Region. Unter dem Strich ist es nicht verwunderlich, dass skandinavische Investoren es vorziehen, sich lokal zu orientieren."

Um auf die Ausgangsfrage zurückzukommen: Ist der europäische Finanzmarkt schon amerikanisiert?

Ja, über 70 % der Länder in Europa entscheiden sich in der Tat dafür, in den amerikanischen Markt zu investieren und nicht lokal. Die größten Volkswirtschaften Europas erfreuen sich jedoch noch immer an den lokalen Investitionen und sind zumindest noch nicht völlig zu Uncle Sam übergelaufen.

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