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ROUNDUP 2: Deutsche Börse verdient mehr als erwartet - Aktie fällt dennoch

Veröffentlicht am 24.04.2024, 17:22
© Reuters.
DB1Gn
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(neu: aktuelle Kursentwicklung in der Überschrift und Ende des ersten Absatzes sowie am Ende des Textes)

ESCHBORN (dpa-AFX) - Die Deutsche Börse bleibt dank einer Übernahme und gut laufender Geschäfte auf Rekordkurs. In den ersten drei Monaten kletterte die Erlöse vor allem dank einer Übernahme im Jahresvergleich um 16 Prozent auf 1,43 Milliarden Euro nach oben, teilte das im Dax notierte Unternehmen am Dienstagabend in Eschborn mit. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) zog um 13 Prozent auf 875 Millionen Euro an. Während der Anstieg der Erträge wie erwartet ausfiel, übertraf das operative Ergebnis die Erwartungen der Experten deutlich. Noch-Unternehmenschef Theodor Weimer bestätigte zudem die Prognosen für das laufende Jahr. Am Finanzmarkt geriet die Aktie nach Gewinnen in den ersten Minuten im Handelsverlauf dennoch unter Druck.

In seinem letzten Jahr an der Spitze des Unternehmens möchte Weimer den Rekordlauf fortsetzen und abermals das Ergebnis steigern. Für 2024 stellt er ein Wachstum der Nettoerlöse auf mehr als 5,6 Milliarden Euro und einen Anstieg des operativen Gewinns auf mehr als 3,2 Milliarden in Ansicht. Beim Erlös wäre das ein Anstieg um mindestens zehn Prozent und beim operativen Ergebnis ein Plus von rund neun Prozent. Die Deutsche Börse soll auch mittelfristig weiter stark zulegen. Bis einschließlich 2026 strebt der Vorstand Jahr für Jahr ein prozentual zweistelliges Plus beim Umsatz- und Ergebnis an.

Das Unternehmen hatte Anfang März auch die Nachfolge Weimers geregelt. Zum 1. Oktober wird der frühere Deutsche-Bank-Manager Stephan Leithner Co-Chef der Deutschen Börse (ETR:DB1Gn). Zum Jahreswechsel soll der 57-Jährige dann für mindestens fünf Jahre die alleinige Führung des Frankfurter Marktbetreibers übernehmen.

Weimer hat seit seinem Amtsantritt Anfang 2018 vor allem das Geschäft mit Daten und Softwarelösungen unter anderem mit Übernahmen ausgebaut. Größter Coup war dabei der im Herbst 2023 abgeschlossene Rekordzukauf des dänischen Softwareanbieters Simcorp für 3,9 Milliarden Euro. Der frühere HVB-Manager hat damit die Abhängigkeit des Börsenbetreibers von Schwankungen an den Finanzmärkten weiter reduziert. Von dem Erlösanstieg von 16 Prozent im ersten Quartal sind fast zehn Prozentpunkte oder zwei Drittel auf Simcorp zurückzuführen.

"Wesentliche Treiber des organischen Wachstums in Höhe von 6 Prozent waren die starke Nachfrage nach Stromderivaten sowie zusätzliches Geschäft mit Neukunden und Vertragsverlängerungen mit bestehenden Kunden im Segment Investment Management Solutions im Bereich Software Solutions", hieß es in der Mitteilung. Auch die hohe Nachfrage nach sogenannten Repo-Produkten, mit denen sich Marktteilnehmer kurzfristig liquide Mittel besorgen können, sowie ein starkes Fondsgeschäft trugen zur positiven Entwicklung der Nettoerlöse bei.

Positiv wirkten sich auch weiter die gestiegenen Zinsen aus. Diese führten zu höheren Zinserlösen im Fonds- und Wertpapierverwahrungsgeschäft. Negativ haben sich dagegen die geringeren Schwankungen am Aktienmarkt ausgewirkt. Unter dem Strich zog der den Anteilseignern zuzurechnende Gewinn lediglich um fünf Prozent auf knapp 498 Millionen Euro an. Der im Vergleich zum Plus beim operativen Ergebnis geringere Anstieg geht auf die Zinsausgaben für Anleihen im Zusammenhang mit der Simcorp-Übernahme zurück. Zudem musste das Unternehmen mehr Steuern zahlen.

Am Finanzmarkt wurde das Ergebnis und der bestätigte Ausblick nur in den ersten Handelsminuten positiv aufgenommen - danach setzen Gewinnmitnahmen den Kurs unter Druck. Nach einem Plus von bis zu etwas mehr als ein Prozent auf 190,65 Euro bröckelte der Kurs im Handelsverlauf deutlich ab. Am Nachmittag verlor die Aktie mehr als drei Prozent auf knapp 182 Euro . Damit rückt das im Februar erreichte Rekordhoch von 194,55 Euro wieder etwas in Ferne.

Der künftige Chef Leithner tritt am Kapitalmarkt trotzdem in große Fußstapfen. Seit dem Amtsantritt Weimers hat sich der Kurs der Aktie fast verdoppelt. Die Deutsche Börse kommt damit derzeit auf eine Marktkapitalisierung von mehr als 34 Milliarden Euro und ist höher bewertet als die Deutsche Bank (ETR:DBKGn) mit knapp 31 Milliarden Euro oder die Commerzbank (ETR:CBKG) , die auf 17 Milliarden kommt. Dem Börsenwert der Rivalin London Stock Exchange (LON:LSEG) hinkt die Deutsche Börse aber hinterher: Die Briten kommen auf eine Marktkapitalisierung von umgerechnet 55 Milliarden Euro.

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