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China-Dämmerung und wie Amerika damit umgehen sollte

Veröffentlicht am 16.08.2023, 11:23

Das quasi „Naturgesetz“, dass China die USA bald vom Sockel stoßen wird, hat an Gesetzeskraft verloren. Wirtschaftlich und geopolitisch läuft es nicht mehr wie am Schnürchen. China kämpft mit Deflation und der bedeutende Immobiliensektor ist im Lehman-Modus. Amerika scheint die Krise seines größten Widersachers zu genießen. Doch kann die westliche Supermacht kein Interesse daran haben, dass es in China so dunkel wie möglich wird.

Die Sonne scheint auch in China nicht rund um die Uhr

Ja, der wirtschaftliche Aufstieg Chinas war märchenhaft. Zig-Millionen Chinesen wurden aus der Armut geholt und ein respektabler Mittelstand aufgebaut. Und mit einer Abhängigkeitspolitik und dem Bunkern von Rohstoffen konnte sich China auch geopolitisch in eine gute Position bringen.

Die heutige Realität in China strahlt weniger hell. Nach der langen coronalen Wirtschaftsschließung kommt die Binnenkonjunktur einfach nicht in die Gänge. Dunkel ist es vor allem auf dem wichtigen Immobilienmarkt, auf den rund ein Viertel der Wirtschaftsleistung entfällt. Wegen Pleiten, Pech und Pannen sind Hypothekenanleihen vielfach zu Ramschpapieren geworden und verlieren Häuslebauer massenhaft ihr Geld.

Aufgrund der schleppenden Weltkonjunktur kann der chinesische Außenhandel keinen Ausgleich leisten. Statt Reflation herrscht Deflation. Was wegen hoher Inflation bei uns für westliche Ohren nach sanfter Musik klingt, sorgt bei genauerem Hinhören für Tinnitus. Denn bei Deflation werden Kauf- und Investitionsentscheidungen immer weiter aufgeschoben, weil es immer billiger wird. Das eigenverschuldete Demographie-Problem durch die frühere Ein-Kind-Politik sorgt zudem für eine Vergreisung der Bevölkerung, die nicht mehr in dem Maße konsumiert wie jüngere Menschen.

Wehret den Anfängen: Genau dieses Szenario hat zur langen japanischen Wirtschafts-Depression ab den 90ern geführt.

Mit strukturellen Notlagen hat das neue China noch keine Erfahrungen gemacht. Bislang lief ja alles glatt. Hier sind die USA klar im Vorteil. Sie sind an Krisen gewöhnt, die sie als Stehauf-Männchen immer wieder gemeistert haben.

Ohnehin hat Amerika die Gefahr der chinesischen „Jedi-Ritter“ erkannt. „The empire strikes back“: Um die geopolitische pole position und Wohlstand zu sichern, will es den Chinesen auf allen Feldern Paroli bieten, u.a. bei Klimaschutz und Technologie inklusive dem Megathema Künstliche Intelligenz. In diesem Zusammenhang zeigen die US-Sanktionen im High-Tech-Sektor Wirkung. Liefer- und Investitionsverbote stellen China technologisch offensichtlich stark in den Schatten.

Und auch die Seidenstraßen-Initiative Pekings zur Schaffung eines China-freundlichen und möglichst US-feindlichen Staatenblocks hat ihre Tücken. Das Projekt verschlingt gigantische chinesische Finanzmittel. Die Peking-Treue hat ihren Preis. Und dennoch will niemand ein Vasall Chinas werden. Alternativ schaut man auch, was Uncle Sam zu bieten hat. Überhaupt werden es sich die Rohstoffländer mit dem kaufkräftigen Westen nicht verscherzen wollen. Geld stinkt nicht.

Wie reagiert China auf seine Schatten-Krise?

China muss den sozialen Frieden bewahren, zumal es zu Versorgungsengpässen kommt. Wenn das Aufstiegsversprechen der KP bricht, verliert ebenso das Opium für das Volk an Wirkung. Zwar haben immer mehr junge Leute in China einen akademischen Abschluss. Doch die Wirtschaftsprobleme machen sie immer mehr zu Tagelöhnern.

Als Gegenmaßnahmen setzt Peking massive zins- und fiskalpolitische Muntermacher ein. Doch müsste es theoretisch vor allem seine falsche Ideologie ablegen. Planwirtschaft führt in einer nicht planbaren Welt zu großen Fehlinvestitionen. Das freiheitlich-pragmatische Denken ist dem betreuten Denken einer alles regulierenden Staatsknute weit überlegen: Wenn Backbord ein Eisberg auftaucht, muss man eben zügig den Kurs nach Steuerbord ändern. Eine harte Kommando-Wirtschaft ist immer ein suboptimaler Nährboden für Innovationen und Wirtschaftswachstum. Sie fördert Duckmäusertum und Ja-Sager. So fallen sogar gute Ideen unter den Tisch, aus Angst, sie könnten der Obrigkeit nicht gefallen. Dass Sozialismus eine Sackgasse ist, beweist ebenso, dass internationale und selbst die eigenen Fachkräfte mittlerweile die amerikanische klassenfeindliche Umgebung der chinesisch-sozialistischen vorziehen.

Praktisch jedoch ist es Utopie, dass China vom staatswirtschaftlichen Saulus zum marktwirtschaftlichen Paulus wird. Es ist wie beim „Highlander“: Es kann nur einen geben und das sind die Kontroll-Freaks der KP. Eher wird Peking, um von inneren Problemen abzulenken, die patriotisch-nationalistische Karte ziehen: Das böse Amerika will das gute China unterdrücken. Die chinesische Presse, die so frei wie ein Vogel im Käfig ist, wird diese Propaganda perfektionieren.

Wenn Amerika weise ist, hat es kein Interesse, dass China zum Schattengewächs wird

Es ist verständlich, dass Amerika und China um den Platz an der Sonne kämpfen. Grundsätzlich hat der Westen China in den letzten Jahren zu viel Freiraum gegeben, um sich an seinem üppigen Futtertrog zu laben. Dies suggerierte Peking, es könne global einfach so durchmarschieren und der Welt seinen autoritären Stempel aufdrücken.

Die amerikanische Gegenreaktion ist insofern verständlich. Doch sind die USA gut beraten, China nicht das Licht auszuknipsen, wo immer es geht. Die Folgen wären für uns alle fatal.

Im Extremfall kommt es zu einer noch aggressiveren Außenpolitik. Konkret könnte sich das in Taiwan zeigen, auf das China unbedingten Anspruch erhebt, obwohl die Insel nie zur Volksrepublik gehörte. Doch macht man der Bevölkerung weiß, dass China nur dann Weltmacht ist, wenn es sich auch militärisch wie eine Weltmacht verhält.

Ebenso sollte dem Westen bewusst sein, dass China für die Weltwirtschaft und auch als Produktionsstandort weiter von großer Bedeutung ist. Umgekehrt hat aber auch China ein Interesse daran, Außenhandel mit dem kaufkräftigen Westen zu betreiben, was fundamental ebenso den westlichen Aktienmärkten zugutekommt.

Insgesamt spricht dies für einen vernünftigen Kompromiss der Marke „Leben und leben lassen“. Es ist zu hoffen, dass diese Weisheit in Amerika auch nach der nächsten Präsidentschaftswahl praktiziert wird und dass niemand mit dickem narzisstischen Hintern diplomatische Mauern einreißt.

Nicht zuletzt sollte sich das besonders religiöse Amerika an das Evangelium nach Johannes, Kapital 8 erinnern. Dort heißt es: „Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.“ In Anbetracht einer dramatischen Überschuldung, Rating-Abstufungen und einer tief gespaltenen Gesellschaft packt man sich am besten an die eigene Nase. Die Steine sollten den amerikanischen Boden nicht verlassen.

Rechtliche Hinweise / Disclaimer und Grundsätze zum Umgang mit Interessenkonflikten der Baader Bank AG

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