Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1,3700 (07.22 Uhr), nachdem im europäischen Handel Tiefstkurse der letzten 24 Handelsstunden bei 1,3623 markiert wurden. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 103,03. In der Folge notiert EUR/JPY bei 141,15. EUR/CHF oszilliert bei 1,2225.
Die am Freitag und bis heute früh veröffentlichten Daten und Nachrichten hatten es in sich. Überwiegend positive oder sogar sehr positive Meldungen dominierten das Geschehen an den Finanzmärkten.
Der Schluck Wasser in den Wein wurde am Freitag aus Deutschland geliefert. Die Auftragseingänge konnten nicht ansatzweise die Erwartungen erfüllen. Per Oktober kam es zu einem Rückgang auf Monatsbasis um -2,2% nach zuvor +3,1% (revidiert von 3,3%). Die Prognose lag bei -0,6%. Im Jahresvergleich kam es zu einem Anstieg um 1,8% nach zuvor 8,1%. Der Blick auf den Jahresvergleich ist entscheidend. Die hohe monatliche Volatilität ist der Abrechnung von Großaufträgen geschuldet. Somit gab es einen Schluck Wasser in den Wein, das Aroma stimmt aber dennoch.
Ansonsten war die Nachrichtenlage aus der Eurozone positiv geprägt.
- Griechenland stimmt dem Sparhaushalt 2014 zu.
- Irland hat den Rettungsschirm erfolgreich verlassen.
- Die politische Entwicklung in Italien ist sehr ermutigend. Es tritt eine neue Generation unter Herrn Renzi an. Seine Programmatik deutet absolut in die richtige Richtung. Es gehören niedrigere Steuern zu den Kernelementen Renzis Programms. Außerdem verlangt er eine Änderung des Wahlrechts, eine Reform des Arbeitsrechts sowie die Abschaffung politischer Privilegien. Wenn es nur in Frankreich auch noch den notwendigen Realitätssinn gäbe ….
Die Handelsbilanzdaten aus China und Deutschland sind geprägt von wachsenden Exporten und Importen. Gerade diese Entwicklung impliziert globale Wachstumsdynamik.
Japans geringer als zunächst veranschlagtes Wachstum im 3. Quartal in Höhe von 0,3% statt antizipierter 0,4% ist hinsichtlich des darum angesiedelten Datenkranzes kein Beinbruch. Sowohl der Index „Economy Watchers Poll“ (53,5 nach 51,8 Punkten) als auch der Tankan Index von Reuters (17 nach 14 Punkten) signalisieren zunehmende Wirtschaftsaktivität.
Die Daten aus den USA setzten grundsätzlich positive Akzente:
Die vorläufige Berechnung des US-Verbrauchervertrauens nach Lesart der Universität Michigan per Dezember lieferte einen viel stärker als erwartet ausgefallenen Anstieg von zuletzt 75,1 auf 82,5 Punkte. Analysten hatten lediglich eine Zunahme auf 76,0 Punkte unterstellt.
Das Kreditverhalten der privaten Verbraucher passt zu dieser Entwicklung. Die USVerbraucherkredite legten per Oktober um 18,19 Mrd. USD (Prognose +14,5 Mrd. USD) nach zuvor +16,29 Mrd. USD (revidiert von +13,74 Mrd. USD) zu. Was fraglos konjunkturell positiv ist, ist leider strukturell weniger erbaulich. Der Chart unterstreicht, dass der US-Motor das Schmiermittel Kredit nachhaltig braucht.
Der US-Arbeitsmarktbericht per November war auf ersten Blick erbaulich. Außerhalb des Agrarsektors wurden 203.000 neue Jobs geschaffen. Die Prognose lag bei 180.000 neu geschaffenen Stellen. Der Vormonatswert wurde von 204.000 auf 200.000 revidiert. Vollkommen überraschend sank die Arbeitslosenquote von 7,3% auf nur noch 7,0%. Die Erwerbsbevölkerung nahm um 455.000 zu und die Partizipationsrate am US-Arbeitsmarkt soll um 0,2% vom historischen Tief der letzten Dekade auf 63% gestiegen sein. Dieser Datenpotpourri aus der Berechnung der „Nonfarm Payrolls“ (Establishment Survey) einerseits und dem „Household Survey“ (Berechnung der Quote) andererseits wirft eher Fragen über Datenqualität auf, als dass er Antworten liefert.
Chart: Entwicklung der „Nonfarm Payrolls“ – das aktuelle Beschäftigungsniveau bewegt sich auf den Niveaus November 2006 und September 2008.
Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das eine neutrale Haltung in der Parität EUR/USD favorisiert. Nachhaltige Trendsignale sind derzeit unausgeprägt.
Viel Erfolg!