Der PHLX Housing Index ist in den letzten Monaten ins Stocken geraten und ist seit dem 1. September um etwas mehr als 1% gestiegen. Die letzten Monate waren jedoch volatil, denn der Index ist sowohl gestiegen als auch gefallen, und zwar um bis zu 10% in beide Richtungen. Seit seinem Höchststand am 16. Oktober hatte der Index jedoch große Mühe.
Die erhöhte Volatilität mag angesichts des überhitzten Immobilienmarktes überraschen. Die Hypothekenzinsen sind aufgrund der lockeren Geldpolitik der US-Notenbank eingebrochen. Darüber hinaus erhielt der Sektor Unterstützung durch die Pandemie, da Familien die großen städtischen Zentren verlassen haben, um in die Vorstädte zu ziehen und Häuser zu kaufen. Das bedeutet, dass sich die jüngsten Impfstoff-Meldungen als Gegenwind für den Sektor erweisen könnten, weil Investoren allmählich Gelder aus den Gruppen abziehen, die von der Pandemie profitiert haben.
Möglicherweise kommt zu diesem Rückgang des Immobilienindex noch hinzu, dass sich die Veränderungsrate für neue Häuser im Laufe des Monats verlangsamt hat und nun auf eine Top-Bildung zusteuert. Die Verlangsamung könnte Investoren dazu zwingen, den Blick weiter nach unten zu richten und die sich abschwächenden monatlichen Trends als Zeichen dafür zu sehen, dass die rasche Expansion nachlässt. Da ein Impfstoff möglicherweise kurz vor der Tür steht, besteht zudem die Möglichkeit, dass sich Familien auch dafür entscheiden, in den Städten zu bleiben oder sogar in die Städte zurückzuziehen, sobald diese wieder als sicher gelten.
Auch Baumarkt-Aktien wackeln
Der überhitzte Sektor erfasst auch Unternehmen aus dem Bereich Baumärkte, wie Home Depot (NYSE:HD) und Lowe's (NYSE:LOW). Die Aktien von Home Depot sind seit ihren Höchstständen vom 26. August um fast 8% gefallen. Dennoch werden die Aktien zum 22,2-fachen der Gewinnschätzungen für das kommende Jahr gehandelt und liegen damit über ihrem 5-Jahres-Durchschnitt von etwa 19,6.
Die Home Depot-Aktie könnte auf der Grundlage des technischen Charts sogar noch größere Probleme bekommen. Seit Juli befindet sich die Aktie demnach in einer Handelsspanne von 265 bis 290 Dollar. Unterdessen zeigt der RSI seit seinem Höchststand Mitte Juli nach unten. Dies deutet darauf hin, dass sich die Aktie derzeit in einer Konsolidierungsphase befindet und möglicherweise noch einen weiteren Kursrückgang vor sich hat. Ein Unterschreiten der Unterstützung könnte diesen Rückgang lostreten, wodurch die Aktie auf 245 USD fallen könnte. Dies entspräche einem Kursverfall von etwa 10% gegenüber dem Stand von 273,96 USD am 25. November.
Chart gibt Warnsignal
Der Housing Index wird weiter steigen müssen, um die Aktivierung einer potenziell bärischen Schulter-Kopf-Schulter-Formation (SKS) zu umgehen. Es handelt sich hierbei um ein Umkehrmuster und würde darauf hinweisen, dass der Index noch tiefer fallen kann. Sollte der Index unter die Unterstützung bei 360 USD rutschten, könnte dies zu einem Rückgang auf 325 USD führen. Dies entspräche einem Rückgang von etwa 17%.
Wie Home Depot weist auch der Housing Index einen abwärts gerichteten Trend beim RSI auf, was darauf hindeutet, dass die Dynamik nachlässt. Der Index wird sich wahrscheinlich weiter konsolidieren.
Analysten weiterhin optimistisch
Dennoch sind einige Analysten gegenüber der Branche weiter optimistisch gestimmt. Am 25. November stufte Trust Financial DR Horton (NYSE:DHI), Pulte Group (NYSE:PHM) und Toll Brothers (NYSE:TOL) auf "Buy" herauf. Die Analysten erhöhten auch die Kursziele der Aktien deutlich. Für D.R. Horton erhöhten die Analysten das Kursziel von 58 USD auf 100 USD, während Pulte von 32 USD auf 60 USD und Toll von 45 USD auf 60 USD angehoben wurde.
Da der Wohnungsmarkt extrem heißgelaufen ist, scheinen die Investoren aufgrund der Indexbewegungen und einiger darin enthaltener Aktien nervös über die Aussichten der Gruppen zu werden. Dies könnte darauf hindeuten, dass der Markt eine potenzielle Verlangsamung des kürzlich boomenden Sektors sieht.