BERLIN/HALLE (dpa-AFX) - Der Aufschwung kommt in diesem Jahr im Osten nicht mehr an. Zu diesem Ergebnis kommt eine Prognose des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH). Demnach stagniert die Konjunktur in den neuen Bundesländern, wie das Institut mitteilte. Bundesweit bleibt das IWH indes bei seiner Prognose, wonach ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,7 Prozent erwartet wird. Die 'Berliner Zeitung' hatte am Dienstag darüber berichtet.
Grund für die Stagnation ist laut IWH, dass wichtige Absatzmärkte der ostdeutschen Wirtschaft nicht in schnell wachsenden Schwellenländern, sondern in Europa liegen, wo die Wirtschaft in der Krise steckt. Westdeutsche Firmen bedienten dagegen vor allem auch Absatzmärkte außerhalb der krisengeschüttelten Europäischen Union. Außerdem sei im Osten die Produktion von Vorleistungsgütern von größerer Bedeutung als im Westen. Das sind Dinge, die bei der Produktion anderer Waren verbraucht werden. Deren Nachfrage entwickelt sich laut IWH aber seit vergangenem Jahr schwach, weil in Deutschland und im benachbarten Ausland Vorräte abgebaut werden.
Auch die Bevölkerungsentwicklung im Osten bremst der Studie zufolge die Konjunktur: Die Zahl der Erwerbsfähigen sei gesunken, insgesamt hätten die ostdeutschen Länder zwischen 2000 und 2011 mehr als eine halbe Million Menschen durch Wegzug verloren. Dies schlage sich schon jetzt in den öffentlichen Haushalten nieder und zwinge die Länder im Osten zu schärferen Konsolidierungskursen als im Westen, weil in Zukunft weniger Einnahmen zu erwarten seien.
Das Hochwasser sehen die Forscher dagegen nicht als Hemmnis. Bereits im Juni hatte IWH-Konjunkturchef Oliver Holtemöller betont: 'Auf das Jahr gesehen gehe ich davon aus, dass die Flut keine spürbaren Auswirkungen auf das Bruttoinlandsprodukt insgesamt in Deutschland haben wird.' Für 2014 ging das IWH zuletzt von einem leichten Wachstum von 2 Prozent aus.
Etwas optimistischer sehen die Experten des Ifo-Instituts in Dresden die Aussichten für die ostdeutsche Wirtschaft. Sie hatten dort Anfang Juli für die kommenden eineinhalb Jahre eine stetige Verbesserung der Konjunkturlage vorausgesagt. Allerdings liegen auch diese Werte unter denen für ganz Deutschland. Laut Ifo-Prognose steigt das Bruttoinlandsprodukt 2013 im Osten einschließlich Berlin voraussichtlich um 0,4 Prozent. (Deutschland: 0,6 Prozent). Im Jahr darauf sollen es 1,6 Prozent (1,9 Prozent) sein.
Der Unterschied zur Einschätzung der Experten aus Halle resultiert vor allem daraus, dass die Dresdner den Osten inklusive Berlin bewerten - was die Prognose insgesamt verbessert. Sie gehen zudem von einer schnelleren Entwicklung der europäischen Volkswirtschaften aus.
Auch die USA dürften sich besser entwickeln, sagte Robert Lehmann vom Ifo-Institut. 'Im Ergebnis haben wir eine günstigere Entwicklung in der Industrie als es vom IWH angenommen wird. Das führt dazu, dass Ostdeutschland bereits in diesem Jahr die Talsohle verlassen und auf einen - wenn auch schwachen - Wachstumspfad einschwenken kann.'/fu/jos/DP/jkr
Grund für die Stagnation ist laut IWH, dass wichtige Absatzmärkte der ostdeutschen Wirtschaft nicht in schnell wachsenden Schwellenländern, sondern in Europa liegen, wo die Wirtschaft in der Krise steckt. Westdeutsche Firmen bedienten dagegen vor allem auch Absatzmärkte außerhalb der krisengeschüttelten Europäischen Union. Außerdem sei im Osten die Produktion von Vorleistungsgütern von größerer Bedeutung als im Westen. Das sind Dinge, die bei der Produktion anderer Waren verbraucht werden. Deren Nachfrage entwickelt sich laut IWH aber seit vergangenem Jahr schwach, weil in Deutschland und im benachbarten Ausland Vorräte abgebaut werden.
Auch die Bevölkerungsentwicklung im Osten bremst der Studie zufolge die Konjunktur: Die Zahl der Erwerbsfähigen sei gesunken, insgesamt hätten die ostdeutschen Länder zwischen 2000 und 2011 mehr als eine halbe Million Menschen durch Wegzug verloren. Dies schlage sich schon jetzt in den öffentlichen Haushalten nieder und zwinge die Länder im Osten zu schärferen Konsolidierungskursen als im Westen, weil in Zukunft weniger Einnahmen zu erwarten seien.
Das Hochwasser sehen die Forscher dagegen nicht als Hemmnis. Bereits im Juni hatte IWH-Konjunkturchef Oliver Holtemöller betont: 'Auf das Jahr gesehen gehe ich davon aus, dass die Flut keine spürbaren Auswirkungen auf das Bruttoinlandsprodukt insgesamt in Deutschland haben wird.' Für 2014 ging das IWH zuletzt von einem leichten Wachstum von 2 Prozent aus.
Etwas optimistischer sehen die Experten des Ifo-Instituts in Dresden die Aussichten für die ostdeutsche Wirtschaft. Sie hatten dort Anfang Juli für die kommenden eineinhalb Jahre eine stetige Verbesserung der Konjunkturlage vorausgesagt. Allerdings liegen auch diese Werte unter denen für ganz Deutschland. Laut Ifo-Prognose steigt das Bruttoinlandsprodukt 2013 im Osten einschließlich Berlin voraussichtlich um 0,4 Prozent. (Deutschland: 0,6 Prozent). Im Jahr darauf sollen es 1,6 Prozent (1,9 Prozent) sein.
Der Unterschied zur Einschätzung der Experten aus Halle resultiert vor allem daraus, dass die Dresdner den Osten inklusive Berlin bewerten - was die Prognose insgesamt verbessert. Sie gehen zudem von einer schnelleren Entwicklung der europäischen Volkswirtschaften aus.
Auch die USA dürften sich besser entwickeln, sagte Robert Lehmann vom Ifo-Institut. 'Im Ergebnis haben wir eine günstigere Entwicklung in der Industrie als es vom IWH angenommen wird. Das führt dazu, dass Ostdeutschland bereits in diesem Jahr die Talsohle verlassen und auf einen - wenn auch schwachen - Wachstumspfad einschwenken kann.'/fu/jos/DP/jkr