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ROUNDUP: Hugo Boss erwartet Rekordumsatz - Läden in Russland geschlossen

Veröffentlicht am 10.03.2022, 12:12
Aktualisiert 10.03.2022, 12:15
© Reuters.
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METZINGEN (dpa-AFX) - Der Modekonzern Hugo Boss (DE:BOSSn) erwartet trotz der derzeitigen geopolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten ein Rekordjahr. So will das für seine Herrenanzüge bekannte Unternehmen 2022 die Drei-Milliardenmarke beim Umsatz knacken. Das Management um den seit vergangenem Juni amtierenden Chef Daniel Grieder hat dem Konzern zuletzt eine Runderneuerung verordnet, die bereits erste Früchte trägt. "Wir werden liefern", kündigte Grieder auf der Onlinekonferenz am Donnerstag in Metzingen an.

Am Markt gab man sich jedoch betont zurückhaltend. Die Titel büßten am Morgen knapp fünf Prozent ein und weiteten ihr Minus zuletzt auf rund 7 Prozent aus, nachdem sie am Vortag mit dem Gesamtmarkt eine Erholungsrally hingelegt hatten. Über die Hälfte der Kursgewinne vom Mittwoch sind nun wieder weg. Uneinigkeit gab es bei dem Ausblick. Trotz der aktuellen großen geopolitischen Unwägbarkeiten habe der Modekonzern einen sehr zuversichtlichen Ausblick für 2022 gegeben, notierte Analyst Volker Bosse von der Baader Bank, der zudem auch die starke Erholung der Geschäfte im vergangenen Jahr lobte.

Hingegen bemängelte Kathryn Parker von Jefferies Research, dass der Umsatzausblick nicht ganz die Erwartungen erfülle - vor allem ihre eigenen lägen ein Stück weit darüber. Sie verwies aber darauf, dass sich der Modekonzern wie schon 2021 möglicherweise konservative Ziele setze angesichts der gegenwärtigen Unsicherheiten um den Ukraine-Konflikt und die Inflation in Europa.

Hugo Boss will die Erlöse 2022 um 10 bis 15 Prozent auf einen neuen Höchstwert von 3,1 bis 3,2 Milliarden Euro steigern. Dabei will das Unternehmen von seiner Runderneuerung mit der Konzentration auf die zwei Marken Boss und Hugo profitieren. Beide Marken sollen zudem modernisiert werden und so in allen Regionen zu dem Wachstum beitragen. Wachstumstreiber dürften dabei Europa und die Region Asien/Pazifik sein, hieß es.

Das operative Ergebnis (Ebit) erwartet der Konzern bei 250 bis 285 Millionen Euro und damit 10 bis 25 Prozent höher als im Vorjahr. Effizienzsteigerungen würden dabei die dieses Jahr geplanten Investitionen weitestgehend ausgleichen. Das Konzernergebnis dürfte sich von 144 Millionen auf 150 bis 180 Millionen Euro verbessern.

Die Auswirkungen einer möglichen weiteren Eskalation des Ukraine-Krieges seien dabei nur schwer abzuschätzen, so Boss-Chef Grieder. Das Unternehmen habe seit Mittwoch seine Läden in Russland geschlossen, alle Einzel- und Online-Handel-Aktivitäten in dem Land seien damit eingestellt. Zusammen mit der Ukraine habe das Russland-Geschäft im vergangenen Jahr rund drei Prozent des Konzernumsatzes ausgemacht. Das Unternehmen werde alle "betroffenen Mitarbeiter finanziell und operativ unterstützen und in engem Austausch mit seinen Geschäftspartnern bleiben", hieß es. Dabei betreibt das Unternehmen Grieder zufolge 28 Läden in Russland und beschäftigt dort rund 200 Mitarbeiter. In der Ukraine gebe es kein Direktgeschäft.

Im vergangenen Jahr hatte Hugo Boss Umsatz und Ergebnis deutlich verbessert und will daher eine Dividende von 70 Cent je Aktie ausschütten. Im Jahr zuvor hatte das Unternehmen nach einem Einbruch seiner Geschäfte im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie nur die gesetzliche Mindestdividende von vier Cent gezahlt.

2021 stand im Zeichen einer deutlichen Erholung, vor allem im Schlussquartal erzielte Hugo Boss ein starkes Umsatz- und Gewinnwachstum. Dieses Momentum halte im ersten Quartal bislang an, so Finanzvorstand Yves Müller.

Die Umsätze stiegen um 43 Prozent auf knapp 2,8 Milliarden Euro und erreichten damit nahezu das Niveau vor der Pandemie, wie Hugo Boss erläuterte. Die Entwicklung sei von einer spürbaren Verbesserung der globalen Verbraucherstimmung ab dem zweiten Quartal angetrieben worden. Überdurchschnittlich habe sich dabei der US-Markt entwickelt, hieß es. Aber auch Europa und die Region Asien/Pazifik verzeichneten zweistellige Wachstumsraten.

Im Gegensatz zu anderen Konsumgüterherstellern, wie etwa die Sportartikelproduzenten Nike (NYSE:NKE), Adidas (DE:ADSGN) oder Puma (DE:PUMG), spürte Hugo Boss keine Nachfragedelle in China. Dort war es im vergangenen Frühjahr wegen politischer Spannungen im Zusammenhang mit der Einhaltung von Menschenrechten zu Boykottaufrufen gegen westliche Marken gekommen. Hugo Boss sei davon nicht getroffen worden, sagte Finanzchef Müller und verwies auf ein Umsatzwachstum von rund einem Viertel im Vergleich zum Vor-Pandemie-Jahr 2019.

Nachdem 2020 noch ein Verlust zu Buche gestanden hatte, verbesserte sich das operative Ergebnis auf 228 Millionen Euro und fiel damit so wie auch der Umsatz besser aus als erwartet. Hugo Boss hatte deswegen bereits im Januar vorläufige Zahlen vorgelegt.

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