Ein positiver US-Arbeitsmarktbericht schickt das Währungspaar EUR/USD kurz vor dem Wochenende auf Talfahrt. Im Rahmen der Non-Farm-Payrolls allerdings eine durchaus normale Bewegung, da hier Anleger regelmäßig mit erhöhter Volatilität rechnen müssen. Zum Handelsschluss am Freitag konnte sich das Währungspaar zwar wieder leicht erholen aber dennoch blieb unterm Strich ein deutlicher Wochenverlust. Die abermals robusten US-Arbeitsmarktdaten erhöhen die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung in diesem Jahr nochmals deutlich. Ob diese bereits im Dezember vollzogen wird bleibt abzuwarten. Trotz der positiven Zahlen dürfte das FED vor den US-Präsidentschaftswahlen die Füße still halten wollen.
Übergeordnete Marktsituation EUR/USD - 08.08.2016
Es wird daher spannend zu sehen sein, wie das FED um Janet Yellen sich dazu positioniert und wie ein späteres Drehen an der Zinsschraube durch die US-Notenbank begründet wird. Bis zu dem robusten US-Arbeitsmarktbericht am Freitag hielten Anleger eine Zinserhöhung noch im September für überwiegend unwahrscheinlich. Das FED hat zwar signalisiert sich noch in diesem Jahr eine Zinsstraffung vorstellen zu können, den Markt hat Yellen aber nicht ausreichend für eine Zinserhöhung im September vorbereitet. Die nächste Notenbanksitzung des FED findet allerdings auch erst am 21. September statt und einige Pressekonferenzen und Statements liegen noch vor uns. Von daher sollte man zum gegenwärtigen Zeitpunkt nichts ausschließen und sich damit abfinden, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt alles möglich ist. Das einzige was wir wissen ist, dass die Notenbank sich vor US-Präsidentschaftswahlen generell schwer damit tut an der Zinsschraube zu drehen. Allerdings befinden wir uns auch in einer einzigartigen wirtschaftlichen- und geldpolitischen Situation, was den Spielraum für überraschende und unerwartete Handlungen groß lässt.
Auf Tagesbasis ist der EUR/USD an der übergeordneten Abwärtstrendlinie abgeprallt und notiert jetzt wieder unter den wichtigen drei Durchschnittslinien 50er-, 100er-, und 200er-EMA. Damit nimmt das Währungspaar jetzt Kurs auf die mittelfristige Aufwärtstrendlinie. Dort dürfte zunächst eine Stabilisierung einsetzen. Gelingt dies nicht, rückt sofort das temporäre Tief bei 1.0950 auf die Agenda. Darunter stellt ebenso das Tief bei 1.0910 ein geeignetes Kursziel dar. Hier sollte spätestens eine technische Gegenbewegung einsetzen bevor weitere Kursverluste verzeichnet werden. Auf der Oberseite stellt die übergeordnete Abwärtstrendlinie den entscheiden Widerstand dar.
Unterstützungen und Widerstände:
Unterstützungen
1.1083
1.1068
1.1045
1.1029
1.1000
Widerstände
1.1104
1.1113
1.1138
1.1158
1.1171
Ausblick für den EUR/USD:
Im H4-Chart ergibt sich nochmal ein detaillierteres Bild auf die übergeordnete technische Situation. Zum einen wird hier der starke Widerstandsbereich (rot), bestehend aus der 50er-,100er-, und 200er-EMA nochmals verdeutlicht. Sollte das Währungspaar zu Wochenbeginn zu einer Gegenbewegung ansetzen, würde dieser Widerstandsbereich mit der übergeordneten Abwärtstrendlinie einhergehen und dem Widerstand damit nochmals eine besondere Bedeutung verleihen. Dass dieser doppelte Widerstand nach den robusten US-Arbeitsmarktdaten und mit aufkommender Fantasie einer US-Zinserhöhung überwunden wird, ist durchaus unwahrscheinlich. Anleger sollten daher für die kommenden Tage die Shortrichtung bevorzugen und sich dementsprechend positionieren.
Dabei kann die derzeitige Gegenbewegung für entsprechende Einstiege genutzt werden. Zu Beginn der Handelswoche ist es durchaus möglich, dass die Gegenbewegung noch etwas weiter läuft und bis an das 61,8er-Retracement heranläuft. Unter Umständen kann sogar das 76,4er-Retracement noch als Kursziel fungieren. Hier würde sich für einen Shorteinstieg das optimale Chance-Risiko-Verhältnis ergeben.