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Steuert Tesla immer noch auf eine Pleite zu?

Von Investing.com (Clement Thibault/Investing.com)Aktienmärkte30.01.2019 10:30
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Steuert Tesla immer noch auf eine Pleite zu?
Von Investing.com (Clement Thibault/Investing.com)   |  30.01.2019 10:30
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Es fällt schwer über Tesla (NASDAQ:TSLA) zu schreiben, ohne zu erwähnen, wie heikel die Lage für das Unternehmen bleibt. Fairerweise muss man sagen, das ist nicht neues—der Hersteller von Elektroautos lebt seit Jahren auf Kredit, hat es aber immer wieder geschafft, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Ende November bestätigte CEO Elon Musk, was die Finanzdaten der Firma schon zuvor signalisiert hatten. Tesla war in 2018 nur Wochen von einem Bankrott entfernt.

TSLA Daily
TSLA Daily

Kurs vor Veröffentlichung seines Ergebnisses vom Q4 2018, das heute noch erscheinen wird, sollte man daran denken—Tesla fuhr im letzten Quartal fast in die ewigen Jagdgründe. Die Konsensusschätzung für sein viertes Quartal sagt 7,01 Mrd USD an Umsatz bei einem Gewinn pro Aktie von 2,08 USD voraus. Im Vorfeld des Reports stellen wir uns die Frage, hat die Firma genug getan, um die lästigen Pleitegeier abzuschütteln?

Wir sind nicht sicher, dass die Führungsriege dies heute noch ansprechen wird, aber hier sind die kalten, harten Zahlen: Tesla, dessen Anteile den Handel gestern zu 297,46 USD beendeten, steht mit fast 11 Mrd USD in der Kreide, wovon wird in 2019 rund 1,5 Mrd USD zur Rückzahlung anstehen.

Und in nur zwei kurzen Monaten, werden 920 Mio an Anleihen fällig. Wenn Tesla diese Schulden refinanziert, dann gibt es kaum Chancen, dass es dies weiterhin zu einem Zinssatz von 0,25% machen kann, bedenkt man, dass die US-Leitzinsen jetzt auf 2,5% stehen. Und hinzu kommt, die Verbindlichkeiten des Unternehmens schwollen in 2018 um über 2 Mrd USD an. Es gibt viel für Tesla zu tun und es muss jetzt schnell handeln.

Die gute Nachricht ist, dass Tesla das letzte Quartal in der Gewinnzone beendet hat, mit einem Nettogewinn von 311 Mio USD. Das ist die erwartete Zahl, die es heute wieder berichten kann, da es einige Ausgaben aus den Büchern hielt und sie in die Zukunft verschoben hat.

Die schlechten Nachrichten wiegen schwerer. Die Gewinne des letzten Quartals wurden überschattet von dem Totalverlust in der ersten Jahreshälfte, als Tesla mit 1,4 Mrd USD verbrannte. Auch wird Teslas Jahresabschluss in 2019 wieder in die roten Zahlen gehen. Das Unternehmen ist also noch lange nicht aus dem Gröbsten raus.

Ein guter Quartalsbericht pro Jahr ist zu Musks Spezialmanöver geworden, um die Wall Street bei Laune zu halten. Dennoch, das Problem mit Schulden ist, dass sie eines Tages zurückgezahlt werden müssen. Für viele Unternehmen, aber besonders für das chronisch verschuldete Tesla, kann das Auftreiben von Geld knifflig sein, wenn sie schon im Zahlungsrückstand liegen.

Um aus dem Dilemma zu kommen, hat Tesla eine Reihe von Kostensenkungsmaßnahmen aufgelegt und auch einige neue Einnahmequellen erschlossen. Nichtsdestoweniger fällt es schwer zu glauben, dass die Firma das Ruder auf Dauer herumgerissen hat.

Am 18. Januar veröffentlichte Musk eine Email auf Teslas Unternehmensblog, die er schon zuvor an die Beschäftigten verschickt hatte und in der er Neues zur Lage in der Firma berichtete. Unter anderem kündigte er an, 7% von Teslas Belegschaft zu kündigen, die zweiten Entlassungsrunde in sieben Monaten.

In 2018 wuchs die Belegschaft noch um 30%, ein weiteres Anzeichen auf die häufig übermäßig optimistischen Wachstumserwartungen der Firma. Das Management schien entschieden zu haben, dass der Umsatz robuster ausfallen werde und eine höhere Anzahl von Fahrzeugen in dem abgelaufenen Jahr ausgeliefert werden könne. Aber im Einklang mit seiner bekannten Tendenz, hinter den selbst gesteckten Zielen zurückzubleiben, wurde Teslas Produktionsziel von 5.000 Autos die Woche nicht erreicht, auch wenn das Unternehmen sagte, es habe diese Produktionsschwelle am Ende doch erreicht.

Entlassungen mögen besser sein als eine Pleite, aber sie schaffen nicht eben Vertrauen. Wie CNBC berichtete, werden die Jobverluste vor allem den Verkauf und die Produktion von Model S und Model X betreffen. Das kommt, nachdem Tesla schon die Produktion der beiden billigsten Versionen dieser beiden Modellreihen aufgegeben hatte, eine weitere Kostensenkungsmaßnahme.

Tesla hob zudem die Supercharger-Gebühren in aller Welt an. Superchargers sind die Elektrotankstellen des Unternehmens, an denen die Fahrer aufladen können, wenn sie auf Reise sind. Der Plan des Unternehmens war gewesen, von dem Einkommen vom Supercharger zu profitieren, wenn das Netzwerk erst einmal voll in Betrieb ist und Millionen von Elektroautos die Straßen verstopfen. Aber Unterschiede bei den regionalen Elektrizitätspreisen haben die Profitabilität beeinträchtigt. Zum Beispiel sind die Stromkosten in New York von 0,24 USD auf 0,32 USD gestiegen (+33%), während sie in Kalifornien von 0,26 USD auf zwischen 0,32 und 0,36 USD (+23%-38%) gestiegen sind, berichete Electrek.

Nach Beschwerden der Tesla-Gemeinde korrigierte der Autohersteller allerdings den Kostenanstieg um 10% nach unten, auch wenn das in vielen Märkten immer noch hoch ist. Das bringt das Supercharger-Netzwerk in Gefahr, da es nicht die Preisgestaltungsmacht hat, um weiter an der Gebührenschraube zu drehen.

Unglücklicherweise hat die US-Regierung vor kurzem auch noch die Steuergutschrift für den Kauf eines Elektrofahrzeugs von 7.500 USD auf 3.750 USD halbiert. Das ist nicht Teslas Schuld, aber es schwächt mit Sicherheit die Argumente für den Kauf eines solchen energieeffizienten Fahrzeugs. Im Juli wird die Steuergutschrift noch einmal auf 1.875 USD halbiert werden, was Teslas Autos dann 5.625 USD teurer als in 2018 macht.

Um der misslichen Lage zu begegnen hat Tesla den Preis seiner Fahrzeuge um 2.000 USD gesenkt. Das ist ein erheblicher Schlag für Teslas Marge, während dadurch nur 35% des Preisanstiegs durch die Absenkungen der Steuergutschrift ausgeglichen werden.

Auch wenn sich Tesla mit einer erheblichen Zahl von Problemen konfrontiert sieht, gibt es noch andere Herausforderungen, die nicht mit Schulden oder Produktionsproblemen zusammenhängen. Da gibt es Musks Tendenz 'kleine Notlügen' abzuspulen, wie die berühmt-berüchtigte Behauptung auf Twitter 'private Gelder gesichert’, die resultierende Fehde mit der US-Börsenaufsicht SEC und Produktions- und Auslieferungszahlen, die nicht immer der Wirklichkeit entsprechen, wie das 35.000 Dollar Model 3, das vor fast drei Jahren versprochen wurde, aber bislang noch nicht das Reißbrett verlassen hat (wenn es überhaupt dort ist). Nichts davon hilft beim Aufbau von Vertrauen in ein Unternehmen, das schon jetzt mit erheblichen Finanzproblemen zu kämpfen hat.

Uns ist klar, dass Tesla nicht annähernd genug getan hat, um von der Beobachtungsliste für Pleitekandidaten gestrichen zu werden. Unglücklicherweise gibt es zu viele Dinge, die Teslas Ende bringen könnten. Das allein schon lässt uns einen Bogen um die Aktie machen, deren Bewertung schockierend hoch bleibt, für ein Unternehmen, dass sich ständig am Rande Insolvenz bewegt.

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