Syrien-Krise: Was ein US-Militärschlag für die Märkte bedeutet

Veröffentlicht am 12.04.2018, 08:21

Es zeichnet sich immer mehr ab, dass es zeitnah zu einem Militärschlag der USA und Frankreich (und möglicherweise anderer Mächte) kommen wird – darauf deutet die explizite Absage der Reise Trumps nach Südamerika mit dem ebenso expliziten Verweis auf Syrien, US-Medien berichten von einer unmittelbar bevor stehenden Ankündigung in Sachen Syrien, die europäische Flugaufsicht Eurocontrol hat eine Warnung für Flüge im östlichen Mittelmeer-Raum heraus gegeben, Donald Trump wird sich heute mit Spitzen-Vertretern der Republikaner treffen wegen des Syrien-Konflikts etc. etc.

Jenseits der Frage, ob die Attacke eine Berechtigung hat, bevor wirklich klar ist, wer diesen Chemiewaffen-Angriff verübt hat, muß uns die absehbare Reaktion der Märkte interessieren. Und dafür gibt es eine gute Blaupause, weil praktisch genau vor einem Jahr, am 05.April 2017, die USA 59 Tomahawks auf einen syrischen Militärstützpunkt abfeuerten.

Was passierte damals? Der S&P-Future (der Angriff passierte in der Nacht vom 04. auf den 05.April) verlor im asiatischen Handel ca. 1%, erholte sich dann aber mit Eröffnung der europäischen Märkte wieder und machte die Verluste wieder wett, bevor es dann in den darauf folgenden Tagen wieder nach unten ging aufgrund der eskalierenden Rhetorik zwischen Russland und den USA:

Grafik: zerohedge.com

Dabei ist zu bedenken, dass dieser Militärschlag erfolgte, dann aber damals nichts mehr hinterher kam. Nach Medienberichten dürfte es aber nun so sein, dass diesmal eine Kette von Schlägen wahrscheinlich ist, die Militäraktion also nicht auf einen einmaligen Beschuß begrenzt würde, sondern aufeinanderfolgende Aktionen kommen, die sich nicht auf einen einzigen Tag begrenzen. Das würde die Märkte also dann deutlich mehr beschäftigen als der Schlag vor einem Jahr (bei dem übrigens Gold damals kurzfristig nach oben schoß damals..).

„Vor der Küste Syriens liegt bereits die USS Donald Cook, ein Zerstörer, der mit Marschflugkörpern ausgestattet ist. Auch der Flugzeugträger USS Harry Truman ist am Weg in den Golf. Russische Truppen haben begonnen, den Funk von US-Aufklärungsdrohnen zu stören.“ (Quelle: amerikareport.de)

Hinzu kommt neben der vermutlich längeren Dauer der Militär-Schläge noch ein anderer Fakt: die Stimmung zwischen den USA und Russland ist nach den Sanktionen der Amerikaner gegen Russland stark angespannt, der Rubel im Sinkflug, der Aktienmarkt in Moskau im Sinkflug – es geht also für die Russen derzeit ans Eingemachte, da viele russische Firmen keine Dollar-Liquidität mehr bekommen, weil internationale Banken den Geldfluß gestoppt haben aus Angst vor Strafen durch die USA.

Mithin ist der „russische Boxer“ also angeschlagen und fühlt sich in die Ecke gedrängt – was die Lage nicht gerade vereinfacht. Sollte es zu schweren Zwischenfällen kommen – tote russsische Soldaten, abgeschossene russische Kampf-Jets etc. – dann könnten die Dinge also recht schnell ausser Kontrolle geraten!

Siehe hierzu auch folgenden Bericht über die derzeitige Stimmungslage zwischen den USA und Russland:

https://www.zdf.de/nachrichten/zdf-morgenmagazin/videos/usa-und-russland-im-konfikt-wegen-syrien-100.html

Syrien

Zerstörung und Krieg hat in Syrien eine lange Geschichte – ein Bild aus dem Jahr 1974

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