Die Weltbörsen zeigten gestern keine klare Richtung. Vielmehr genoss man die Ruhe vor dem möglichen Sturm, der im weiteren Wochenverlauf über die Märkte fegen könnte.
Den Auftakt macht die Federal Reserve am Mittwoch mit ihrer zinspolitischen Entscheidung. Zwar erwarten Volkswirte keine Veränderung der Zinspolitik. Allerdings wird man die Wirtschaftsprojektionen der Währungshüter dahingehend prüfen, ob eine weitere Zinssenkung im nächsten Jahr im Bereich des Möglichen ist.
Einen Tag später gehts nach Frankfurt, wo Christine Lagarde erstmals als EZB-Chefin die geldpolitische Entscheidung des Rates auf einer Pressekonferenz erläutern wird.
Das wohl wichtigste Event der ganzen Woche ist aber die Entscheidung des US-Präsidenten Donald Trump, ob weitere Zölle auf chinesische Importwaren erlassen werden oder eben nicht. Es besteht die Chance darauf, dass er es tun wird, besonders nachdem die kommunistische Partei Regierungsbehörden angewiesen hat, ausländische Technologien mit einheimischen zu ersetzen. Diese Entscheidung ist ein schwerer Rückschlag für US-amerikanische Unternehmen wie Dell Technologies (NYSE:DELL) (F:12DA), Microsoft Corporation (NASDAQ:MSFT) (DE:MSFT) und HP Inc (NYSE:HPQ) (DE:7HP). Dieser Umstand könnte Trump erzürnen, so dass der Handelskrieg eskaliert. Zuletzt hatte der US-Präsident erklärt, er kann sich ein Handelsabkommen mit China auch erst nach der Wahl im November 2020 vorstellen.
Der USD/JPY musste gestern Federn lassen und rutschte auf ein Zwischentief von 108,42. Grund dafür waren unerwartet gute Wachstumszahlen aus Japan. Auf stündlicher Basis ist die Ausbildung eines Doppelbodens zu erkennen. Das Währungspaar notiert außerdem oberhalb seiner Glättungen der letzten 14 und 28 Tage, während sich der RSI nach unten orientiert hat. Allerdings kann ein Test der Schlüsselunterstützung bei 108,00 nicht ausgeschlossen werden.