x
Eilmeldung
0

Devisenskandal könnte für Deutsche Bank glimpflich enden

Aktien21.04.2017 12:20
Gespeichert. Gespeichertes ansehen.
Dieser Artikel wurde bereits unter Gespeichertes gespeichert
 
© Reuters. Deutsche Bank CEO Cryan addresses the bank's annual news conference in Frankfurt

Washington/Frankfurt (Reuters) - Die Deutsche Bank muss für Manipulationen auf dem billionenschweren Devisenmarkt deutlich weniger Strafe zahlen als befürchtet.

Die US-Notenbank Fed verhängte eine Buße von 156,6 Millionen Dollar, wie sie in der Nacht zum Freitag mitteilte. Vier Jahre lang untersuchte die Behörde das Geschäftsgebaren der Frankfurter im Devisenhandel. Im Raum stand der Vorwurf unlauterer Absprachen zulasten der Kunden. Das Ergebnis: Die internen Kontrollen waren mangelhaft. Demnach war es Mitarbeitern der Bank möglich, sich in Chatrooms mit Händlern anderer Häuser über Transaktionen auszutauschen.

Deutschlands größtes Geldhaus gelobte Besserung und erklärte: "Wir begrüßen es, dass wir diese zivilrechtlichen Angelegenheiten mit der US-Notenbank Federal Reserve beilegen konnten." Einen Rüffel der Fed gab es auch dafür, dass die internen Kontrollen bei der Deutschen Bank (DE:DBKGn) noch nicht ausreichen, um sicherzustellen, dass die Händler nicht mehr auf eigene Rechnung zocken. Der sogenannte Eigenhandel ist Investmentbanken seit der Finanzkrise weitgehend verboten ("Volcker Rule").

Die Untersuchung zu Verstößen am Devisenmarkt zählte lange Zeit - neben dem Geldwäsche-Skandal in Russland, den Hypothekentricksereien in den USA und möglichen Sanktionsverstößen bei früheren Iran-Geschäften - zu den größten Altlasten der Deutschen Bank. Finanzkreisen zufolge war hier intern durchaus eine Milliardenstrafe eingepreist, schließlich ist die Deutsche Bank einer der größten Devisenhändler der Welt. Aber bislang gingen die Untersuchungen der Behörden glimpflich aus: Das US-Justizministerium, die US-Derivateaufsicht CFTC sowie die britische Finanzaufsicht FCA schlossen ihre Ermittlungen in der Sache ohne eine Strafforderung an die Frankfurter ab, während andere internationale Großbanken Milliarden zahlen mussten.

Eine offene Flanke hat die Deutsche Bank im Devisenskandal allerdings noch: Die New Yorker Finanzaufsicht DFS untersucht nach wie vor, ob das elektronische Devisenhandelssystem der Bank für Manipulationen genutzt wurde. Hier geht es um Algorithmen der Plattform "Autobahn", wie ein Insider berichtete. Die Bank wollte sich zum Stand der DFS-Ermittlungen nicht äußern.

Die übrigen großen Altlasten sind überwiegend beigelegt. Im US-Hypothekenskandal handelte die Deutsche Bank zu Jahresbeginn einen gut sieben Milliarden Dollar schweren Vergleich aus. Im Russland-Fall gab es ebenfalls im Januar mit Aufsehern in den USA und Großbritannien einen wichtigen Teilvergleich über zusammen knapp 600 Millionen Euro. Hier ermittelt aber noch das US-Justizministerium. Komplett offen ist dagegen noch der Streit um Sanktionsverstöße. Einen neuen Wasserstand zu ihren Rechtsstreitigkeiten könnte die Deutsche Bank am kommenden Donnerstag geben, wenn die Zahlen für das erste Quartal erwartet werden.

Devisenskandal könnte für Deutsche Bank glimpflich enden
 

Verwandte Beiträge

Kommentieren

Kommentar Richtlinien

Wir möchten Sie gerne dazu anregen, Kommentare zu schreiben, um sich mit anderen Nutzern auszutauschen. Teilen Sie Ihre Gedanken mit und/oder stellen Sie anderen Nutzern und den Kolumnisten Fragen. Um jedoch das Niveau zu erhalten, welches wir wertschätzen und erwarten, beachten Sie bitte die folgenden Kriterien:

  • Bereichern Sie die Unterhaltung
  • Bleiben Sie beim Thema. Veröffentlichen Sie nur Texte, die zu den genannten Inhalten passen. 
  • Respektieren Sie einander. Auch negative Meinungen und Kritik kann positiv und diplomatisch ausgedrückt werden. 
  • Benutzen Sie die anerkannten Ausdrucks- und Rechtschreibregeln. 
  • Beachten Sie: Spam, Werbenachrichten und Links werden gelöscht. 
  • Vermeiden Sie Profanität, Beleidigungen und persönliche Angriffe auf Kolumnisten oder andere Nutzer. 
  • Bitte kommentieren Sie nur auf Deutsch.

Diejenigen, die die oben genannten Regeln missachten, werden von der Webseite entfernt und können sich in der Zukunft je nach Ermessen von Investing.com nicht mehr anmelden.

 
Sind Sie sicher, dass Sie diesen Chart löschen möchten?
 
Was denken Sie?
 
Angehängten Chart durch einen neuen Chart ersetzen?
Senden
Posten auf
1000
Sie sind gegenwärtig aufgrund von negativen Nutzerbeurteilungen von der Abgabe von Kommentaren ausgeschlossen. Ihr Status wird von unseren Moderatoren überprüft.
Warten Sie bitte eine Minute bis zur erneuten Abgabe Ihres Kommentars.
Danke für Ihren Kommentar. Bitte beachten Sie, dass alle Kommentare erst nach vorheriger Überprüfung durch unsere Moderatoren veröffentlicht werden und deshalb nicht sofort auf unserer Webseite erscheinen können.
 
Sind Sie sicher, dass Sie diesen Chart löschen möchten?
 
 
Angehängten Chart durch einen neuen Chart ersetzen?
Senden 1000
Sie sind gegenwärtig aufgrund von negativen Nutzerbeurteilungen von der Abgabe von Kommentaren ausgeschlossen. Ihr Status wird von unseren Moderatoren überprüft.
Warten Sie bitte eine Minute bis zur erneuten Abgabe Ihres Kommentars.
 
 
 
Chart zum Kommentar hinzufügen
Diesen Kommentar melden

Sagen Sie uns Ihre Meinung zu diesem Kommentar

Kommentar markiert

Vielen Dank!

Ihre Meldung wurde zur Überprüfung an unsere Moderatoren geschickt
Haftungsausschluss: Fusion Media would like to remind you that the data contained in this website is not necessarily real-time nor accurate. All CFDs (stocks, indexes, futures) and Forex prices are not provided by exchanges but rather by market makers, and so prices may not be accurate and may differ from the actual market price, meaning prices are indicative and not appropriate for trading purposes. Therefore Fusion Media doesn`t bear any responsibility for any trading losses you might incur as a result of using this data.

Fusion Media or anyone involved with Fusion Media will not accept any liability for loss or damage as a result of reliance on the information including data, quotes, charts and buy/sell signals contained within this website. Please be fully informed regarding the risks and costs associated with trading the financial markets, it is one of the riskiest investment forms possible.
Mit Google registrieren
oder
Registrierung