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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax baut Gewinn aus nach US-Inflationsdaten

Veröffentlicht am 12.06.2024, 18:11
Aktualisiert 12.06.2024, 18:15
© Reuters.
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FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch nach erfreulichen US-Inflationsdaten seine Erholungsgewinne ausgebaut. Für den Dax ging es letztlich um 1,42 Prozent auf 18 630,86 Punkte hoch. Damit machte der Leitindex die Verluste der vergangenen drei Handelstage fast wett - am Dienstag hatte er noch ein Fünfwochentief markiert. Der MDax mit den mittelgroßen Werten schloss zur Wochenmitte 1,19 Prozent fester mit 26 772,92 Punkten.

Die Verbraucherpreise in den USA für den Mai zeigten eine überraschende Abschwächung der Teuerung gegenüber dem Vorjahr. Beobachter hatten hingegen mit einer Stagnation gerechnet. Zudem ging die Kernjahresinflationsrate ohne Energie und Nahrungsmittel stärker als erwartet zurück. Sie wird von der amerikanischen Notenbank Fed besonders beachtet, da sie den allgemeinen Preistrend nach Meinung von Fachleuten besser wiedergibt als die Gesamtrate. Die Daten gaben den Hoffnungen auf US-Zinssenkungen neue Nahrung.

Umso gespannter harren die Anleger nun des Fed-Zinsentscheids nach dem europäischen Handelsschluss. Dass die Währungshüter schon heute die geldpolitische Wende einleiten, gilt als praktisch ausgeschlossen. Der Fokus an den Finanzmärkten liegt vielmehr darauf, ob die neuen Leitzinsprojektionen nur noch eine oder zwei Zinssenkungen in diesem Jahr andeuten werden, wie Helaba-Volkswirt Ulrich Wortberg schrieb. Dirk Chlench von der Landesbank Baden-Württemberg setzt auf zwei Senkungen. Ian Shepherdson, Chefvolkswirt bei Pantheon Macroeconomics, ist besonders optimistisch: Er erwartet nicht nur einen ersten Zinsschritt um 0,25 Prozentpunkte im September, sondern bis zum Jahresende eine Senkung um insgesamt 1,25 Prozentpunkte.

Von den Zinshoffnungen profitierten am Mittwoch auch die Börsen in Europa und in den USA. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 1,4 Prozent nach oben. In Paris und London standen etwas weniger deutliche Kursgewinne zu Buche. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial gewann zum europäischen Handelsende 0,3 Prozent, während der mit zinssensiblen Technologiewerten gespickte Nasdaq 100 um 1,5 Prozent anzog.

Bei den deutschen Autobauern drückten die Angst vor einem Handelsstreit mit China sowie negative Signale des Zulieferers Stabilus (ETR:STM1) auf die Stimmung. Die EU-Kommission droht mit hohen vorläufigen Strafzöllen auf E-Autos aus China, da deren Hersteller aus ihrer Sicht von wettbewerbsverzerrenden Subventionen profitieren. China konterte mit möglichen Vergeltungszöllen.

Stabilus-Aktien brachen am MDax-Ende um 15,8 Prozent ein, nachdem das Unternehmen den Jahresausblick reduziert hatte. Die Senkung wurde am Markt skeptisch mit Blick auf die globale Pkw-Produktion bewertet. Im Dax zählten Porsche AG (ETR:P911_p) , Volkswagen (ETR:VOWG) , BMW (ETR:BMWG) und Mercedes-Benz (ETR:MBGn) mit Abschlägen von bis zu 1,8 Prozent zu den größten Verlierern.

Dagegen verteuerten sich die Aktien von SAP (ETR:SAPG) nach positiv aufgenommenen Quartalszahlen des Konkurrenten Oracle (NYSE:ORCL) um 3,4 Prozent. Zudem kündigte der US-Softwarekonzern einen Ausbau der Zusammenarbeit mit dem Technologieriesen Microsoft (NASDAQ:MSFT) und dem ChatGPT-Erfinder OpenAI an. Ferner will der Suchmaschinenriese Google (NASDAQ:GOOGL) Oracle-Datenbanktechnik in seiner Cloudplattform anbieten.

Beim Wirkstoffforscher Evotec (ETR:EVTG) lösten Fortschritte bei der Neurologie-Partnerschaft mit dem US-Pharmakonzern Bristol Myers Squibb (NYSE:BMY) eine Zahlung von 20 Millionen US-Dollar aus. Die Evotec-Papiere schlossen nach anfangs höheren Gewinnen mit einem marktkonformen Plus von 1,1 Prozent.

Am Devisenmarkt kletterte der Euro nach den US-Inflationsdaten zuletzt auf 1,0843 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs davor auf 1,0765 Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,9289 Euro gekostet.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 2,71 Prozent am Vortag auf 2,65 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,51 Prozent auf 124,01 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,70 Prozent auf 131,19 Zähler.

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