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Altria: Nicht ohne Grund ist diese Aktie billig

Veröffentlicht am 04.11.2022, 06:45
Aktualisiert 09.07.2023, 12:31
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  • Auf den ersten Blick sieht die Altria-Aktie mit einer Dividendenrendite von fast 9 % und einem einstelligen Kurs-Gewinn-Verhältnis wie ein echtes Schnäppchen aus
  • Das Kerngeschäft mit rauchbaren Produkten sorgt weiterhin für Gewinnwachstum und lässt die Bewertung attraktiv erscheinen
  • Doch Fehltritte des Managements und sich abzeichnende Risiken mahnen zur Vorsicht - es sei denn, es kommt zu einem großen Coup im Bereich der rauchfreien Produkte
  • Um es gleich vorweg zu sagen: Eine Dividende allein ist sicher kein Grund, Aktien der Altria Group (NYSE:MO) zu kaufen. Dividenden werden schließlich aus dem Aktienkurs bezahlt. Und wenn sich das Unternehmen in die falsche Richtung bewegt, wird eine Ausschüttung in fast beliebiger Höhe die Aktie auch nicht retten.

    Diese Lektion haben Anleger in den letzten Jahren immer wieder bei Namen wie Kraft Heinz (NASDAQ:KHC) und General Electric (NYSE:GE) lernen müssen. Auch Altria gehört zu den abschreckenden Beispielen. Die Dividendenrendite der Aktie liegt seit Ende 2018 bei über 5 %. Insgesamt haben die Aktionäre in den letzten fünf Jahren, selbst unter Berücksichtigung dieser Dividenden, nur 1,84 % Rendite erzielt.

    Diese schwache Leistung allein ist nicht der Grund dafür, dass MO in Zukunft Probleme haben wird. In der Tat leidet das Unternehmen unter hausgemachten Problemen. So investierte Altria 12,8 Mrd. USD in den E-Zigarettenhersteller Juul - diese Beteiligung wird jetzt gerade noch mit 350 Mio. USD bilanziert. Auch die wesentlich kleinere Beteiligung an der Cronos Group (NASDAQ:CRON) hat sich nicht ausgezahlt.

    Altria Group Wochenchart.

    Quelle: Investing.com

    Während die Altria-Aktie praktisch auf der Stelle getreten ist, hat sich das zugrundeliegende Geschäft eigentlich recht gut entwickelt. Bei einer Kombination aus starker Performance und attraktiven Bewertungskennzahlen erscheint MO als klarer Kauf.

    Das ist aber keineswegs der Fall. Im Moment sieht Altria spottbillig aus. Mit Blick auf die Zukunft zeichnet sich allerdings ein wesentlich düstereres Bild ab.

    Das Geschäft mir rauchbaren Produkten

    Altrias Strategie jenseits der Zigaretten macht immer mal wieder Schlagzeilen, aber es sind immer noch die Zigaretten, die die aktuellen Gewinne bestimmen. In den ersten drei Quartalen des Jahres 2022 entfielen 86 % des bereinigten Gewinns von Altria auf das Segment rauchbare Produkte. Fast alles davon stammt von der Marke Marlboro, auf die 87 % des Segmentvolumens entfielen.

    Investoren, die Altria nicht so gut kennen, mögen überrascht sein, dass das Geschäft mit rauchbaren Produkten gewachsen ist, zumal die MO-Aktie in den letzten Jahren geschwächelt hat. Auf der Grundlage der bisherigen Jahresergebnisse dürfte das Betriebsergebnis des Segments über einen Zeitraum von sieben Jahren mit einer annualisierten Rate von etwa 5 % wachsen.

    Dieser Gewinnzuwachs wurde erzielt, obwohl das zugrundeliegende Volumen in ähnlichem Maße zurückgegangen ist. Stetig steigende Preise konnten das geringere Volumen wettmachen - und das nicht zu knapp.

    Daher besteht derzeit die klare Gefahr, dass ein inflationäres Umfeld Raucher dazu bringen könnte, mit dem Rauchen aufzuhören - oder zumindest auf preisgünstigere Alternativen auszuweichen. Es ist dieses Risiko, das Morgan Stanley im Juni dazu veranlasst hat, die Altria-Aktie herunterzustufen. Die Ergebnisse des 3. Quartals zeigen, dass das Risiko real ist.

    Allein im 3. Quartal ging der Marktanteil von Marlboro um vier Zehntelprozentpunkte zurück. Das ist fast 1 % des Gesamtanteils, der im 2. Quartal erreicht wurde (43 %).

    Für Altria hat sich die strengere Gesetzgebung in puncto Tabakwerbung sogar positiv ausgewirkt. Die Konkurrenten können kein Geld ausgeben, um Marlboro seinen dominanten Marktanteil streitig zu machen. Und Altria muss kein Geld ausgeben, um diesen Anteil zu verteidigen.

    So ist es keine große Überraschung, dass die Gewinnspannen von Altria stetig gestiegen sind. Aber die Strategie der ständigen Preiserhöhung wird irgendwann ein Ende haben. Wenn dieser Punkt jetzt erreicht ist, werden die Gewinne von Altria schwinden. Und dieser Schwund ist genau das, was im Moment im Kurs eingepreist ist.

    Alternativen zu klassischen Zigaretten

    Offensichtlich ist sich das Management von Altria darüber im Klaren, dass das Zigarettengeschäft rückläufig ist und dass die Preise nicht ewig steigen können. Deshalb hat das Unternehmen Milliarden für den Kauf von Anteilen an Juul und Cronos ausgegeben. Es ist auch einer der Gründe dafür, warum das Unternehmen seine Beteiligung an Anheuser Busch Inbev (EBR:ABI) behalten hat.

    Und das Unternehmen gibt seine Pläne zur Diversifizierung nicht auf. Erst letzte Woche kündigte es ein Joint Venture mit Japan Tobacco Inc (TYO:2914) an, mit denen es beheizte Tabaksticks entwickeln will.

    Ansonsten beendet Altria derzeit die Wettbewerbsklausel mit Juul und kann damit auf dem E-Dampf-Markt eigene Wege gehen.

    Wie der CEO von Altria es in der Telefonkonferenz zum 3. Quartal formulierte, will Altria "erwachsene Raucher in eine rauchfreie Zukunft führen." Dieser Übergang wird wahrscheinlich nicht ganz einfach verlaufen. Das Joint Venture mit Japan Tobacco wird bis 2025 noch nicht einmal ein Produkt vorweisen können, für das es bei der US Food and Drug Administration eine Genehmigung beantragen könnte.

    Philip Morris International (NYSE:PM) besitzt mittlerweile die Rechte an den erhitzen Tabakprodukten von IQOS in den USA. Die mögliche Übernahme von Swedish Match (ST:SWMA) könnte für zusätzlichen Wettbewerb im Nikotinbeutel-Segment sorgen.

    Der Übergang zu einer "rauchfreien Zukunft" bedeutet eine Abkehr von der Marlboro-Zigarette, einem der erfolgreichsten Konsumgüter in der Geschichte der Menschheit. Ein solcher Schritt wird unter keinen Umständen einfach sein.

    Doch angesichts der bisherigen Fehltritte des Managements und der Unfähigkeit von Altria, in irgendwelchem Nicht-Zigaretten-Kategorien eine Führungsrolle zu übernehmen, erscheint der Übergang besonders riskant.

    Eine hohe Dividende und ein niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis lösen dieses Problem nicht. Vielmehr zeigen sie, wie ernst der Markt dieses Problem nimmt.

    Offenlegung: Vince Martin ist derzeit in keinem der hier besprochenen Wertpapiere investiert.

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