Die amerikanische Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) ist am Mittwoch zeitweise bis auf 59,98 Dollar gestiegen und damit auf den höchsten Stand seit Ende Juni 2015. Auftrieb gab eine Explosion auf einer Ölpipeline in Libyen. Der Bombenanschlag ereignete sich an der Pipeline von Waha Oil, einer Tochterfirma der Nationalen Ölgesellschaft.
Die NOC meldete, dass man mit einem Produktionsausfall von 70.000 bis 100.000 Barrel pro Tag rechne. Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge sollen die Reparaturarbeiten gut eine Woche dauern. Das sorgte am Ölmarkt für Ängste über potenzielle Versorgungsengpässe.
Die Ölpreise waren schon Mitte Dezember auf ein Zweijahreshoch gestiegen, nachdem das wichtige Forties-Pipeline-Netzwerk wegen Reparaturarbeiten geschlossen werden musste. Mittlerweile haben die Betreiber aber wieder grünes Licht für die Wiedereröffnung gegeben.
Während solche Meldungen zwar das Potenzial für kurzfristige Preissteigerungen bergen, dürfte es spannend werden, welchen Einfluss die steigende US-Schieferölproduktion auf die Ölpreise haben wird, denn das ist nach wie vor die große Herausforderung für die Industrie und könnte weitere Rallyeversuche im neuen Jahr im Keim ersticken.
Die Markttechnik dagegen gibt noch kein handfestes Umkehrsignal. Der Aufwärtstrend bleibt also intakt. Die Zeichen auf einen Abschluss der Impulswelle mehreren sich allerdings: so hat der RSI im Tageschart die jüngsten Hochs nicht mehr durch neue Hochs im Indikatorenverlauf bestätigt. Risiken einer größeren Korrektur drohen aber erst bei einem Unterschreiten der Schlüsselunterstützung bei 56,60 Dollar.