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Bitcoin: Gründe für den Kursverfall am Kryptomarkt und wie es jetzt weitergehen könnte

Von Florian MunschKryptowährungen25.01.2022 10:30
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Bitcoin: Gründe für den Kursverfall am Kryptomarkt und wie es jetzt weitergehen könnte
Von Florian Munsch   |  25.01.2022 10:30
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Am 12. November 2021 erreichte der Bitcoin mit einem Wert von 56.278,52 Euro seinen bisherigen Höchststand. Seither ging es bergab. Allein in den letzten sieben Tagen brach der Kurs um mehr als 20 % ein und purzelte wieder unter eine Marke von 30.000 Euro. Mehr als eine Billion Marktwert haben sich seit November auf dem Kryptomarkt in Luft aufgelöst. Dabei macht der Bitcoin seinem Ruf als Leitindex für den Kryptomarkt alle Ehre, denn nahezu alle Coins, die nicht direkt an eine Fiat-Währung gekoppelt sind, mussten binnen einer Woche Verluste im zweistelligen Prozentbereich einbüßen. Mit Ethereum und Binance verloren gleich zwei der nach Marktkapitalisierung fünf größten Kryptowährungen mehr als 30 % und Solana und Polkadot, beide noch unter den Top 10, büßten sogar über 40 % im gleichen Zeitraum ein. Doch welche Gründe gibt es diesmal für den Absturz und was bedeutet das für die Zukunft de Kryptomarktes.

SEC verbietet Spot-ETFs auf Kryptowährungen

Im Oktober gab die US-Börsenaufsicht grünes Licht für den ersten Bitcoin-ETF, der auf Termingeschäften beruht, und beflügelte so den Markt. Eine Entscheidung über den ersten Krypto-ETF der den Bitcoin direkt 1:1 abbildet, erfolgte erst am 12. November, dem Tag des bisherigen Höchststands. Dabei kam die Kommission zu dem Schluss, dass ein solcher ETF nicht konform mit dem US-Börsengesetz sei. Statt einer Entscheidung, die eine Rallye weiter vorangetrieben hätte, kam es zu enttäuschten Hoffnungen und der Kursverfall begann.

Das US-Infrastrukturgesetz

Mit dem US-Infrastrukturgesetz, welches US-Präsident Biden am Abend des 15. November unterzeichnete, musste der Kryptomarkt nur wenige Tage später einen weiteren Schlag hinnehmen. Das Gesetzt sieht eine verschärfte Meldepflicht für Kryptowährungstransaktionen vor, wodurch in den kommenden Jahren 28 Millionen Dollar in die Haushaltskasse zur Finanzierung von Infrastrukturmaßnahmen gespült werden sollen. Unter anderem sollen Krypto-Transaktionen ab einem Wert von mehr als 10.000 US-Dollar durch das Gesetzt so behandelt werden wie Bargeldzahlungen im selben Umfang. Das ist gleichbedeutend mit dem Aus für die auf dem Kryptomarkt so wichtige Anonymität, da der Steuerbehörde mit Inkrafttreten des Gesetztes 2024 der Name, die Adresse sowie die Sozialversicherungsnummer der Zahlenden mitgeteilt werden müssen.

Auch andere Anlageklassen unter Druck

Kryptowährungen waren ursprünglich angetreten das traditionelle Finanzsystem zu ersetzen und sollten ihren eigenen Gesetzen folgen. Die zunehmende Popularität sorgte aber defacto dafür, dass der Kryptomarkt am Ende den gleichen Makroökonomischen Gesetzen folgt wie andere Anlageklassen. Dies zeigte sich schon zu Beginn der Pandemie, als im Februar 2020 die Verunsicherung so groß war, dass nicht nur die Aktienmärkte einbrachen, sondern eben auch der Kryptomarkt. Selbst der sonst so krisenresistente Goldkurs musste seiner Zeit Verluste hinnehmen. Obwohl der Bitcoin, wie auch die meisten anderen Kryptowährungen, durch seinen Code künstlich limitiert ist und entsprechend mit der Inflation steigen sollten, verhält sich sein Kurs eher wie der eines hochvolatilen Aktienindex. "Vor der Pandemie zeigten Kryptowährungen wie Bitcoin und Ether nur eine geringe Korrelation mit den großen Aktienindizes", heißt es hierzu in einer Studie des IWF. "Man ging davon aus, dass sie zur Risikodiversifizierung beitragen und als Absicherung gegen Schwankungen in anderen Anlageklassen dienen." Nachdem die Notenbanken mit niedrigen Zinssätzen auf den Corona-Crash reagierten, setzte hier aber eine Trendwende ein. "Sowohl die Kryptopreise als auch die US-Aktien stiegen angesichts der lockeren globalen Finanzbedingungen und der größeren Risikobereitschaft der Anleger in die Höhe." Die Autoren warnen in ihrem Papier ausdrücklich vor sogenannten Spillover-Effekten, also davor, dass die Stimmung von einem Markt auf einen anderen übertragen wird. Und genau von so einem Effekt scheint der Kryptomarkt im Moment betroffen zu sein. Der Nasdaq, der Anfang des Monats noch bei über 16.500 Punkten lag unterschritt hat mittlerweile die Marke von 14.000 unterschritten. Allein in den letzten sieben Tagen verlor er über 7,5 %. Der Dow Jones büßte diese Woche über 6,5 % ein, der S&P 500 über sogar über 8,5%. Dax, Nikkei, Euro Stoxx – weltweit büßten die großen Indizes mehrere Prozentpunkte ein. "Kryptowährungen reagieren auf dieselbe Art von Dynamik, die weltweit auf Risiko-Assets lastet", pflichtet auch Stephane Ouellette, Geschäftsführer und Mitbegründer der institutionellen Krypto-Plattform FRNT Financial dem IWF bei. „Kryptowährungen werden es schwer haben, wieder anzuziehen, wenn nicht auch ein Boden bei den Tech-Aktien (NYSE:XLK) gefunden wird“, twitterte Michael Novogratz, CEO des auf Kryptoinvestments spezialisierten Unternehmens Galaxy Investment Partners. Der Grund für die jüngsten Einbrüche an den Börsen liegt in der coronabedingten anhaltend hohen Inflation. Die meisten Experten gehen davon aus, dass die Notenbanken deswegen die Zinsen im Verlauf des Jahres mehrfach anheben und zeitgleich ihre Anleihenkäufe reduzieren dürften. Insbesondere das kreditfinanzierte Wachstum vieler Hightech-Unternehmen wird so erschwert und drückt auf die Kurse. Die Befürchtungen des nervösen Marktes dürften am Mittwoch erstmals bestätigt werden, wenn die Pressekonferenz zur ersten US-Notenbanksitzung des Jahres ansteht.

Angst vor zunehmender Regulierung des Marktes

Zu allem Überfluss veröffentlichte die russische Zentralbank am vergangenen Donnertag noch ein Papier, in welchem sie Geschäfte mit Kryptowährungen mit einem Schneeballsystem verglich und auch den hohen Energieverbrauch des Minings anprangerte. Sie schlug vor das Schürfen auf russischem Territorium zu verbieten. Hinter den USA und Kasachstan ist Russland der drittgrößte Akteur im Mining. Außerdem sollten Finanzinstitute am Handel mit Kryptowährungen gehindert werden.

Wie es mit dem Kryptomarkt weitergehen könnte

Regulierungen, wie das von der russischen Zentralbank ins Spiel gebrachte Miningverbot, gehören von Anfang an zur Geschichte der Kryptowährungen. Erst im Mai des vergangenen Jahres hatte China mit einem Mining-Verbot die Währung nahezu halbiert, was allerdings nicht das Allzeithoch im November verhinderte. Selbst wenn der Vorschlag der russischen Zentralbank tatsächlich umgesetzt wird und gerade zur aktuellen Unsicherheit beiträgt, dürfte sich daraus also kein nachhaltiger Effekt ergeben.

Experten wie Bloomberg-Analyst Mike McGlone glauben daher, dass der Abwärtstrend der Kryptowährungen nur eine Folge des allgemeine Bärenmarktes ist. Wie am Aktienmarkt, so seine Überzeugung, wird es auch bei Bitcoin und Ethereum sicher einen Pullback geben. Hier entstehen jetzt gute Möglichkeiten für einen günstigen Einstieg. Kritischer sieht der Experte die Entwicklung der Meme-Coins. Dogecoin und Co., die keinen wirklichen Nutzen haben, schossen im letzten Jahr als reine Spekulationsobjekte in die Höhe. Ob Kult allein hier erneut eine Rallye anheizen kann, ist für ihn mehr als fraglich. Langfristig dürfte der Kryptomarkt aber wieder neue Höchstwerte erklimmen, auch wenn es diesmal etwas länger dauern könnte.

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Kommentare (1)
SU Harry
SU Harry 25.01.2022 14:09
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das lässt den hedgefunds wieder viel Spielraum zur Manipulation wie auch bei gold. irgendwelche gründe und der leihe glaubt dran :-)
 
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