Crash-Alarm? Diese Schuldenkennzahl sollten Anleger im Auge behalten

Veröffentlicht am 14.11.2025, 17:14

Es gibt eine Makrovariable, die ziemlich zuverlässig zeigt, wann die Luft aus einem wirtschaftlichen Aufschwung entweicht.

Hohe Zinssätze gelten oft als Warnsignal, weil eine überschuldete Wirtschaft ihre Verbindlichkeiten zu hohen Zinsen bedienen muss – Geld, das dann an anderer Stelle für Einkommen und Ausgaben fehlt.

Das Problem dabei: Häufig wird die „falsche“ Schuldenkategorie betrachtet.

Entscheidend ist nicht die Staatsverschuldung, sondern die Verschuldung des privaten Sektors und ihre Entwicklung.

Denn anders als der Staat kann der private Sektor kein Geld drucken. Wer sich bis zum Anschlag verschuldet und dann Einkommensquellen verliert, steht schnell vor erheblichen wirtschaftlichen Schäden.

Die linke Grafik von Dario Perkins zeigt, dass die schwersten Finanzkrisen ihren Ursprung in hoher und steigender Verschuldung des privaten Sektors hatten.

Das Platzen der japanischen und spanischen Immobilienblasen, die Schuldenkrise der asiatischen Tigerstaaten sowie die aktuelle Lage in China sind klare Beispiele dafür.

Wie steht es also um die USA bei dieser zentralen makroökonomischen Kennzahl?

Die Grafik auf der rechten Seite zeigt, dass die Verschuldung des US-Privatsektors in % des BIP deutlich unter der kritischen 200%-Marke liegt – und seit 2008 sogar stark zurückgegangen ist.

Verschuldung des privaten Sektors

In den USA sorgen die fiskalischen Anreize der Regierung derzeit dafür, dass Einkommen und Konsum stabil bleiben, während Haushalte und Unternehmen gleichzeitig ihre Verschuldung in den Bilanzen reduzieren.

Der schuldengetriebene Investitionszyklus im Bereich der Künstlichen Intelligenz dürfte diese Entwicklung jedoch umkehren: Unternehmen werden sich voraussichtlich stark verschulden, um die notwendigen Investitionen zu tätigen und sich im KI-Wettbewerb zu behaupten.

Erst wenn die Verschuldung des privaten Sektors deutlich und schnell ansteigt, besteht tatsächlich Anlass zur Sorge, dass eine Blase entstehen oder platzen könnte.

Was ist Ihre Meinung zu diesem Thema?

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Dieser Artikel wurde ursprünglich auf The Macro Compass veröffentlicht. Werden Sie Teil der lebendigen Community von Makro-Investoren, Asset Allocators und Hedge-Fonds - finden Sie heraus, welche Abo-Stufe am besten zu Ihnen passt, indem Sie auf diesen Link klicken.

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