ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Deutliche Verluste - Iran-Unsicherheit hält an
Neben KI-Aktien waren vor allem Rüstungswerte die großen Gewinner des aktuellen Bullenmarktes. Besonders investierfreudig waren Anleger dabei in Unternehmen, die Rüstung & KI verbunden hatten. Das hatte gigantische Kursbewegungen zur Folge, wie man etwa an Palantir sieht. Eine ebenfalls unglaubliche Entwicklung mit fast 3.400 % Performance von Ende 2022 bis zum bisherigen Hochpunkt am 1. Oktober legte das australische Unternehmen DroneShield hin. Dabei avancierte der Anti-Drohnen-Technologiehersteller zu einem echten Anlegerliebling in Deutschland. Seit dem Hochpunkt ist die Aktie allerdings um mehr als 52 % gefallen und steht jetzt an einer kritischen Marke ...

(Der Kurs von DroneShield ist seit Ende 2022 um fast 3.400 % angestiegen, befindet sich jetzt aber in einer Korrektur - Quelle: Tradingview.com)
Weshalb die DroneShield Aktie jetzt fällt
Der Anstieg von DroneShield erfolgte unter unglaublich hohem Momentum. Der Handel von Momentum ist wiederum ein empirisch belegter Ansatz für Anleger, um eine Outperformance zum breiten Markt zu erzielen. Allerdings gibt es beim Momentum ein großes Problem. Dieses lässt sich mit dem alten Sprichwort: "Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei" zusammenfassen. Das Momentum entsteht nämlich dadurch, dass immer mehr Anleger zu immer höheren Kursen bereit sind zu kaufen. Das bedeutet, dass Anleger, die sehr früh eingestiegen sind, oft institutionelle Investoren, hohe Gewinne erzielen. Wenn diese dann in hohem Maße verkaufen, um Gewinne mitzunehmen, beginnt das Momentum zu drehen und oft sind starke Kursverluste die Folge, wie wir es gerade bei DroneShield sehen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die extrem hohe Bewertung des Unternehmens.

(Das KGV von DroneShield liegt mit 534 in einem astronomisch hohen Bereich - Quelle: InvestingPro)
Ein großes Problem bei DroneShield ist die astronomisch hohe Bewertung des Unternehmens. Ob eine Aktie "günstig" ist, wird nämlich nicht am Aktienkurs bemessen, wie viele Anleger glauben, sondern an fundamentalen Kennzahlen wie dem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Und dieses liegt bei DroneShield derzeit bei 534! Das bedeutet vereinfacht erklärt, das Unternehmen müsste aktuell für 534 Jahre den derzeitigen Gewinn erwirtschaften, um einmal die aktuelle Marktkapitalisierung eingenommen zu haben.
Zum Vergleich: Das aktuelle KGV im Nasdaq liegt bei 31. Das KGV von Nvidia liegt bei 54 und das gilt schon als sehr hoch bewertet. Obwohl der Aktienkurs von DroneShield also bei nur 1,82 liegt, wird das Unternehmen in Wahrheit extrem teuer bewertet. Die gesamte Rallye wird also nicht von aktuellen Zahlen getragen, sondern rein davon, dass Anleger erwarten, dass der Gewinn des Unternehmens in Zukunft deutlich höher ausfallen wird, um die heutige Bewertung zu rechtfertigen.
Deshalb steht DroneShield jetzt an der entscheidenden Marke
Während des Abverkaufs ist DroneShield durch eine extrem wichtige Marke gebrochen. Nämlich der großen Supportzone im Chart zwischen 2,30 und 2,46. Nach dem Bruch durch diesen Bereich ging es für den Aktienkurs um weitere 21 % nach unten. Dieser Durchbruch ist ein sehr negatives Signal für die DroneShield Aktie.
Allerdings befindet sich der Kurs jetzt knapp oberhalb eines weiteren Unterstützungsbereichs zwischen 1,49 und 1,66. Innerhalb dieser Zone liegt derzeit auch der EMA 200. Dieser ist der wichtigste gleitende Durchschnitt in der technischen Analyse. Sollte diese Marke halten, könnte DroneShield neues Aufwärtsmomentum entwickeln.
Tipp: Im folgenden Video zeige ich dir die beiden Supportzonen und wo man die DroneShield Aktie jetzt kaufen könnte
Zusammengefasst kann man sagen, dass bei der DroneShield Aktie derzeit mehrere verschiedene Faktoren auftreten, die teils synergetisch und teils antagonistisch wirken. Es ist durchaus nicht unwahrscheinlich, dass DroneShield neues Momentum nach oben entwickeln kann und mit hohen Kursgewinnen von der anhaltenden KI-Rallye profitiert. Allerdings sollten Anleger sich immer bewusst sein, dass Aktien wie DroneShield zwar große Chancen, aber ebenso hohe Risiken mit sich bringen. Das sind Punkte, die im Risikomanagement und der daraus folgenden Positionsgrößenbestimmung klar beachtet werden sollten.
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