Schweizer Fremdwährungsreserven nehmen zu (von Arnaud Masset)
Die bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) gehaltenen Fremdwährungsreserven sind im Mai deutlich gestiegen, was vermuten lässt, dass Thomas Jordan und sein Team die Schweizer Wirtschaft weiter gegen eine weitere CHF-Stärke verteidigt haben. Die Devisenreserven sind 14,2 Mrd. CHF - oder 2,40% - auf ein Allzeithoch von 602,1 Mrd. CHF gestiegen.
Das ist der höchste Anstieg seit Januar dieses Jahres (+ 15,4 Mrd. CHF) und unserer Meinung nach ein klares Anzeichen dafür, dass die Brexit-Situation den Druck auf die Schweizer Zentralbank erhöht, da die Anleger die möglichen Auswirkungen auf den EUR und das GBP gegenüber dem CHF fürchten.
Die riesige von der SNB gehaltene Menge an Fremdwährungsreserven (ca. 90% des Schweizer BIPs) wirft die Frage auf, ob diese Position nachhaltig ist und genauer gefragt, wie lange die SNB diese Position verteidigen kann, ohne ihre Glaubwürdigkeit zu verlieren. Heute Morgen ist der EUR/CHF nach der Veröffentlichung eingebrochen und unter 1,10 gefallen - 0,35% niedriger als der europäische Eröffnungspreis.
In den nächsten Monaten bleibt ein möglicher Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union weiter die größte Bedrohung für die SNB. In der Tat ist es schwierig abzuschätzen, was bereits eingepreist ist, da die möglichen Folgen eines Brexits für das Vereinigte Königreich und die EU-Wirtschaften weiter nicht klar sind, und vor allem nicht bekannt ist, zu welchem Ausmaß dieses Ereignis das Wachstum negativ beeinflussen wird.
Selbst im Falle eines Brexits werden lange und aufwühlende Verhandlungen zwischen den ehemaligen Partnern erforderlich sein, bis die Richtlinien für die neue Partnerschaft bekannt sind.
Geld fließt in den Yen (von Yann Quelenn)
Das Jahr 2016 verzeichnet einen drastischen Anstieg der Leistungsbilanz der japanischen Zahlungsbilanz. Die Daten für April, die heute Nacht erwartet werden, werden bei ca. 2.303 Mrd. Yen erwartet und somit niedriger als die 2.980 Mrd. Yen vom Vormonat. Das Kapital fließt weiter ins Land, was den Aufwärtsdruck für die japanische Währung erhöht. Als Folge ist es für die Bank of Japan nun noch schwieriger, das Inflationsziel von 2% in den nächsten zwei Jahren zu erreichen.
Die Finanzmärkte erwarten heute Nacht außerdem eine Aufwärtsrevision des BIPs im 1. Quartal von 0,4% im Quartalsvergleich auf 0,5% im Quartalsvergleich. Selbst wenn es einen solchen leichten Anstieg geben sollte, verändert das nicht strukturell die deflationäre Natur der japanischen Wirtschaft. Governor Kuroda wird nächste Woche eine Sitzung abhalten, um die Optionen für die Geldpolitik zu erörtern, und es ist wahrscheinlich, dass es weitere Anreize zur Inflationsförderung geben wird. Die globale Verlangsamung zwingt viele Zentralbanken zur Senkung der Zinsen. Die BoJ ist einen Schritt voraus und fast zum Handeln gezwungen, wenn das Land nicht in die Rezession fallen soll. Wir bleiben zum USD/JPY bärisch. Die BoJ kann nicht viel mehr tun, als das, was sie aktuell bereits tut, weshalb wir der Meinung sind, dass das Aufwärtspotential für das Paar aktuell begrenzt ist.
EURUSD Der EUR/USD konsolidiert jetzt unterhalb von 1,1400. Ein Stundenwiderstand findet sich bei 1,1479 (Hoch vom 6. 5. 2016). Eine Stundenunterstützung liegt bei 1,1098 (Tief vom 3. 6. 2016). Die technische Struktur spricht für weitere Seitwärtsbewegungen. Sehr langfristig unterstützt die technische Struktur eine bärische Tendenz, so lange der Widerstand bei 1,1714 (Hoch vom 24. 8. 2015) hält. Seit Anfang 2015 handelt das Paar bereichsgebunden. Starke Unterstützung findet sich bei 1,0458 (Tief vom 16. 3. 2015). Doch seit dem letzten Dezember deutet die derzeitige technische Struktur auf einen allmählichen Anstieg hin.
GBPUSD Der GBP/USD ist in Richtung des Widerstands bei 1,4654 (Hoch vom 31. 5. 2016) geklettert, bevor er wieder zurückgefallen ist. Ein stärkerer Widerstand findet sich bei 1,4770. Erwarten Sie aufkommendes bullisches Momentum in Richtung des Widerstands bei 1,4770, sofern die Unterstützung bei 1,4300 nicht erreicht wird. Das langfristig technische Muster ist negativ und spricht für einen weiteren Rückgang in Richtung der Schlüsselunterstützung bei 1,3503 (Tief vom 23. 1. 2009), so lange die Kurse unterhalb des Widerstands von 1,5340/64 verharren (Tief vom 4. 11. 2015, achten Sie auch auf die 200er DMA). Doch die allgemein überverkauften Bedingungen und die jüngste Zunahme des Kaufinteresses sollten eine Erholung ermöglichen.
USDJPY Der Verkaufsdruck des USD/JPY ist noch nicht vorbei, trotz andauernder Konsolidierung. Die Stundenunterstützung bei 106,25 (Tief vom 4. 5. 2016) wurde gebrochen. Ein Stundenwiderstand liegt bei 107,89 (Innertageshoch). Das mittelfristige Momentum zeigt klar nach unten. Erwarten Sie weitere Schwäche. Langfristig favorisieren wir eine bärische Tendenz. Die Unterstützung bei 105,23 (Tief vom 15. 10. 2014) ist im Visier. Ein allmählicher Anstieg in Richtung des Hauptwiderstands bei 135,15 (Hoch vom 1. 2. 2002) scheint nun weniger wahrscheinlich. Eine weitere Schlüsselunterstützung befindet sich bei 105,23 (Tief vom 15. 10. 2014).
USDCHF Der USD/CHF schwächt sich weiter ab. Die Parität scheint weit entfernt. Die Stundenunterstützung bei 0,9751 (Tief vom 17. 5. 2016) wurde gebrochen, und das Paar steht nun vor der Stundenunterstützung bei 0,9652 (Tief vom 6. 5. 2016). Erwarten Sie weitere bärische Bewegungen. Langfristig handelt das Paar seit 2011 noch immer bereichsgebunden, trotz einiger Aufregungen, nachdem die SNB die CHF-Bindung an den EUR aufgehoben hatte. Eine Schlüsselunterstützung findet sich bei 0,8986 (Tief vom 30. 1. 2015). Die technische Struktur deutet seit letztem Dezember eine langfristig bullische Tendenz an.