ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Deutliche Verluste - Iran-Unsicherheit hält an
Ein Blick auf die nachfolgende Heatmap (mit Genehmigung von FinViz) zeigt die Einmonatsperformance der Finanzwerte im S&P 500. Während Berkshire Hathaway (NYSE:BRKb) und mehrere Versicherer in diesem Zeitraum zulegen konnten, steht der Großteil des Finanzsektors unter Druck. Zum Vergleich: Der S&P 500 gab im selben Zeitraum um 2,80 % nach.
Hinter der aktuellen Schwäche des Sektors stehen vor allem drei Faktoren:
#1: Zinsstrukturkurve - Banken finanzieren sich überwiegend über kurzfristige Einlagen, während ihre Kreditvergabe meist langfristig erfolgt. Die Form der Zinsstrukturkurve ist daher entscheidend für die Nettozinsmargen. In den vergangenen Wochen hat sich die Kurve um etwa 25 Basispunkte abgeflacht und damit den Margendruck erhöht.
#2: Kreditrisiken - Wie wir in unserem Kommentar vom Montag erläutert haben, gerät der Markt für private Kredite zunehmend unter Druck. Kreditausfälle und mögliche Betrugsfälle sorgen für wachsende Unsicherheit. Banken und Broker (GS/MS) sind zentrale Akteure in diesem Markt, weshalb sich die Probleme dort auch auf ihre Aktien auswirken. Gleichzeitig melden Banken derzeit steigende Zahlungsausfälle bei Verbraucherkrediten.
#3: Wettbewerb im Zahlungsverkehr - Die Kreditkartenriesen Visa (NYSE:V) und Mastercard (NYSE:MA) sehen sich zunehmend Konkurrenz durch alternative Zahlungsformen ausgesetzt. Echtzeit-Zahlungen, Konto-zu-Konto-Transfers und Fintech-Plattformen umgehen immer häufiger die klassischen Kartennetzwerke und deren Interchange-Gebühren. Entsprechend wächst bei Investoren die Frage, wie nachhaltig die Preissetzungsmacht dieser Unternehmen tatsächlich ist.
Vor diesem Hintergrund - Margendruck, steigende Kreditrisiken und zunehmender Wettbewerb im Zahlungsverkehr - fehlt dem Finanzsektor derzeit ein klarer Impuls für eine nachhaltige Outperformance.

Finanzsektor unter Druck
Wie bereits eingangs erwähnt, war der Finanzsektor in den vergangenen fünf Handelstagen der schwächste Sektor im Markt (siehe Abb. unten). Die erste Grafik zeigt, dass er in diesem Zeitraum um 3,00 % hinter dem S&P 500 zurückgefallen ist, nachdem bereits in den 20 Tagen zuvor eine weitere Underperformance von 2,84 % angefallen war.
Die zweite Grafik zeigt, dass sich XLF zuletzt im unteren linken Quadranten bewegt hat - ein Hinweis darauf, dass sowohl der absolute technische Wert als auch die relative Entwicklung gegenüber dem S&P 500 weiterhin im überverkauften Bereich liegen.
Wie bereits zuvor erläutert, belasten derzeit drei zentrale Faktoren den Finanzsektor. Gleichzeitig fehlt bislang ein klarer fundamentaler Katalysator, der kurzfristig für eine Trendwende sorgen könnte.

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