ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Deutliche Verluste - Iran-Unsicherheit hält an
Die Verbraucherpreisinflation fiel im Januar geringer aus als erwartet. An den vorherrschenden Markterwartungen änderte dies jedoch kaum etwas - weiterhin wird davon ausgegangen, dass die US-Notenbank ihren Leitzins mindestens bis Juni unverändert belässt. Am Anleihemarkt verdichten sich derweil die Hinweise, die auf eine mögliche frühere Zinssenkung hindeuten.
Am Freitag berichtete die Regierung, dass der Verbraucherpreisindex (CPI) im Jahresvergleich bis Januar um 2,4% gestiegen ist. Im Dezember hatte die Inflationsrate noch bei 2,7% gelegen. Damit erreichte die Teuerung den niedrigsten Stand seit acht Monaten.
Auch der Kernindex (Core CPI), der Energie- und Lebensmittelpreise ausklammert und als verlässlicher Trendindikator gilt, zeigte eine Abschwächung. Er stieg um 2,5% gegenüber dem Vorjahresmonat - der geringste Anstieg seit 2021.

Der Rückgang der Inflationsrate ist zwar ein ermutigendes Signal. Ein Blick auf die Details jenseits der allgemeinen Disinflation mahnt jedoch weiterhin zur Vorsicht mit Blick auf den weiteren Inflationspfad. Ein Belastungsfaktor bleiben die anhaltenden Preissteigerungen bei zollsensitiven Gütern. Hinzu kommt die Lebensmittelpreisinflation, die im Jahresvergleich um 2,9% zulegte und damit im historischen Vergleich erhöht blieb.
Noch ausgeprägter fiel der Anstieg bei den Energiepreisen aus. Auch die Versicherungsprämien für Eigenheime und Mieter verzeichneten kräftige Zuwächse. Ein weiteres Indiz für die anhaltend vorsichtige Haltung der Notenbank: Die Inflation liegt weiterhin über dem Zielwert von 2%.
Für eine Entwarnung erscheint es daher verfrüht. Gleichwohl lässt sich mit Blick auf die fortgesetzte Abschwächung des breiten Preisauftriebs argumentieren, dass der Höhepunkt überschritten sein könnte. Die Ensemble-Prognose des „Capital Spectator“ für den Kernindex signalisiert seit Monaten eine fortschreitende Disinflation und erwies sich bislang als weitgehend zutreffend. Für den anstehenden Februar-Bericht erwartet das Modell einen weiteren Rückgang der Jahresrate des Core CPI auf 2,4%.

Die aus den Fed Funds Futures abgeleiteten Zinserwartungen signalisieren weiterhin keine Zinssenkung vor der Sitzung im Juni. Am Markt für US-Staatsanleihen wird hingegen zunehmend die Möglichkeit eines früheren geldpolitischen Schritts ausgelotet.
Die Rendite zweijähriger Staatsanleihen - besonders sensitiv gegenüber Zinserwartungen - liegt aktuell bei 3,45%. Damit bewegt sie sich nahe dem niedrigsten Stand seit 2022 und notiert zugleich unterhalb der Zielspanne der Fed von 3,50% bis 3,75%.

Die Stimmung am Treasury-Markt spricht damit für die Einschätzung, dass eine Zinssenkung näher rücken könnte als bislang angenommen. Auch andere marktbasierte Indikatoren weisen auf steigende Wahrscheinlichkeiten für eine anhaltende Disinflation hin.
Der Durchschnitt zweier auf Treasury-Daten basierender Prognosen verortet die Inflationserwartungen über fünf Jahre inzwischen im unteren Bereich von 2% - der niedrigste Stand seit einem Monat und zugleich nahe am Zielwert der Notenbank. Der im Januar beobachtete Anstieg der Erwartungen hat sich damit wieder umgekehrt.

Markterwartungen können sich als trügerisch erweisen. Um den aktuell dominierenden Disinflationsausblick nachhaltig zu verändern, wäre jedoch eine deutliche positive Überraschung in den Konjunkturdaten erforderlich - im Sinne einer Reflation.
Derzeit zeigen sich die Märkte allerdings wenig geneigt, auf ein solches Szenario zu setzen.
