ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Deutliche Verluste - Iran-Unsicherheit hält an
Die Performance der Börsengänge war in diesem Jahr bis August eher enttäuschend und blieb laut einem darauf spezialisierten ETF hinter dem S&P 500 zurück. Für viele Analysten kam das wenig überraschend: Sie verweisen darauf, dass privates Beteiligungskapital den IPO-Markt bremst und die attraktivsten Unternehmen länger vom Börsengang fernhält.
In den vergangenen Wochen hat sich das Bild allerdings geändert. Gestützt auf zwei ETFs haben Börsengänge deutlich aufgeholt und liegen im Jahr 2025 nun klar vor dem Gesamtmarkt.
Der Renaissance IPO ETF (NYSE:IPO) konnte im vergangenen Monat kräftig zulegen und stand bis Dienstag (16. September) 22,0 % über dem Vorjahreswert. Damit liegt der Fonds 2025 deutlich vor dem breiten Markt, gemessen am SPDR S&P 500 ETF (NYSE:SPY), der im gleichen Zeitraum lediglich um 13,3 % gestiegen ist.

Die relative Stärke der IPOs wirkt angesichts der jüngsten Negativschlagzeilen über den Rückgang von Börsengängen fast überraschend. Anfang dieser Woche schrieb ein Professor für Wirtschaftsrecht an der University of Calgary in der New York Times:
"Eine wachsende Zahl amerikanischer Unternehmen weigert sich, überhaupt an Börsengängen teilzunehmen, und zieht es stattdessen vor, privat zu bleiben."
Für viele Privatanleger bedeutet das, dass sie an den am schnellsten wachsenden Unternehmen des Landes kaum noch beteiligt sind. Die starke Performance des Aktienmarktes, auf die unzählige Ruhestandspläne bauen, steht damit auf einem unsichereren Fundament – Renditen hängen zunehmend von einem kleineren Teil der Wirtschaft ab. Innovation nimmt ab, wirtschaftliche Konzentration dagegen zu.
Auch Morgan Stanley stellt nüchtern fest:
"In den letzten zehn Jahren haben die privaten Märkte besser abgeschnitten als die öffentlichen Märkte."
Parallel dazu ist das verwaltete Vermögen in privaten Fremd- und Eigenkapital-Portfolios laut McKinsey Global seit 2018 jährlich um 20 % gestiegen.
Die wachsende Bedeutung von Private Equity könnte den IPO-Markt unter Druck setzen – aktuell ist davon jedoch wenig zu spüren. So berichtet Business Insider:
"Öffentliche Investoren drängen auf neue Börsengänge, und es kommen immer wieder Start-ups auf den Markt."
Weiter heißt es dort:
"Die vergangene Woche war mit mehr als 4 Mrd. USD, die in sechs Deals eingesammelt wurden, die geschäftigste Zeit für Börsengänge seit 2021."
Auch CNBC schreibt: "Der Markt für Börsengänge hat sich in den letzten Monaten nach einer längeren Durststrecke aufgrund hoher Inflation und steigender Zinssätze erholt."
Wie lange die aktuelle Party anhält, weiß niemand. Doch das bullische technische Profil des Renaissance IPO ETF (IPO) deutet zumindest darauf hin, dass der Aufwärtstrend noch nicht vorbei ist.
Die jüngsten Zahlen stützen diesen Eindruck. Yahoo Finance berichtet:
"Sechs Unternehmen gingen innerhalb von fünf Tagen an die Börse und konnten jeweils mehr als 100 Mio. USD einsammeln – etwas, das es laut Renaissance Capital seit November 2021 nicht mehr gegeben hat. Insgesamt brachten diese IPOs 4,4 Mrd. USD ein."
Avery Marquez, Director of Investment Strategies bei Renaissance Capital, ergänzt:
"Der Aufschwung [bei Börsengängen] ist da. Die Dinge könnten sich sehr schnell ändern. Im Moment sieht es so aus, als stünde ein heißer Herbst an."
