Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
auf dem Weltmarkt ist der Ölpreis in den letzten Tagen weiter gestiegen. In kleinen Schritten geht es derzeit aufwärts – gestern notiert der Energieträger auf dem höchsten Stand seit drei Monaten. Damit setzt sich die Aufwärtsbewegung nach dem Ausbruch aus dem Seitwärtstrend fort.
Treibende Faktoren für den Ölpreis
Verantwortlich für die feste Tendenz an den Märkten ist die neue Zuversicht für 2020: Die Teileinigung in Sachen Handelskonflikt und die klareren Verhältnisse nach der Brexit-Wahl schüren die Hoffnung, dass die Wirtschaft im nächsten Jahr besser läuft und die Nachfrage nach Rohöl dementsprechend steigt.
Zudem wirkt die Förder-Drosselung der OPEC bzw. das verringerte Angebot im kommenden Jahr. Darüber hinaus bestehen momentan ein paar Probleme in der US-Schieferölbranche, was dem Ölpreis zusätzlichen Auftrieb verleiht. Bereits seit Anfang Oktober vollzieht der Ölpreis eine solide Aufwärtsbewegung. Von den Höchstständen aus dem Jahr 2018 ist das Öl aber natürlich noch weit entfernt.
Förderkürzung wirkt
In den letzten Wochen stand die Drosselung der Ölförderung im Blickpunkt des Geschehens. Zahlreiche erdöl-exportierende Länder einigten sich auf eine Kürzung des Angebots, um den Preis nach der Talfahrt 2018 weiterhin zu stützen. Vorgesehen ist eine Kürzung der Ölförderung um 500.000 Barrel pro Tag. Die Vereinbarung soll am dem nächsten Jahr umgesetzt werden.
Charttechnik: Junger Aufwärtstrend
Am Mittwochnachmittag klettert der Preis für ein Barrel Öl der Nordseesorte Brent um 0,2 Prozent auf 66,20 US-Dollar. Die amerikanischen Öl-Sorte West Texas Intermediate (WTI) notiert derzeit bei 60,90 US-Dollar.
In der folgenden Abbildung ist die Entwicklung des Öls der amerikanischen Sorte WTI seit Herbst 2018 dargestellt (in US-Dollar je Barrel, Candlestick-Chart, eine Kerze entspricht einem Tag):
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Wie vermutet, setzt sich nach dem charttechnischen Ausbruch aus der vorherigen Seitwärtsbewegung der positive Trendverlauf im Rohöl fort. Bereits im November hatte der Energieträger ein positives Signal generiert – steigende Notierungen waren aus charttechnischer Sicht wahrscheinlich. Zuvor bewegte sich das Öl (WTI) lange Zeit innerhalb der Grenzen von 50 und 58 Dollar.
Mittlerweile hat sich im Öl ein neuer, zaghafter Aufwärtstrend etabliert. Die maßgebliche Aufwärtstrendlinie, welche sich seit Anfang Oktober ausgebildet hat, verläuft derzeit bei 56,59 US-Dollar. Für die kommenden Monate sind nach charttechnischen Kriterien weiter steigende Notierungen wahrscheinlich. Als Kursziel gilt zunächst das bisherige 2019er-Hoch von 66 Dollar.
Freundliche Grüße aus Köln Ihr
Bernd Raschkowski