ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Deutliche Verluste - Iran-Unsicherheit hält an
Wir beobachten den NASDAQ 100 (NDX) seit einiger Zeit dabei, sich im Rahmen einer Impulsbewegung nach dem Elliott-Wellen-Prinzip (fünf Wellen) von den Tiefs Anfang April aus auf rund 26.700 Punkte zuzubewegen, um ein bedeutenderes Hoch auszubilden. In unserem vorherigen Update vom 28. Oktober verfolgten wir noch einen letzten Anstieg in diese Zone, vorausgesetzt, der Index blieb über seinen Warnmarken:
„erstens bei 25.864 (blau, 25 % Chance, dass die grüne W-5 bereits beendet ist), zweitens bei 25.656 (grau, 50 % Chance, dass die grüne W-5 beendet ist), drittens bei 25.195 (orange, 75 % Chance, dass die grüne W-5 beendet ist), und viertens bei 24.652 (rot, was anzeigt, dass die grüne W-5 definitiv beendet ist).“
Heute zeigt sich folgendes Bild: Der Index erreichte am 29. Oktober ein Hoch bei 26.182 Punkten, fiel am 7. November unter die Marke von 24.652 und notiert derzeit um 24.550. Damit ist es gut möglich, dass die größere W-4-Korrektur bereits läuft und idealerweise in den Bereich zwischen 20.485 und 22.835 führt. Für mehr Zuversicht (75 %-Wahrscheinlichkeit) wäre jedoch ein Wochenschlusskurs unter 24.000 Punkten nötig - das entspricht der dritten, orangefarbenen Warnmarke für die Bullen im Wochenchart. Siehe Abbildung 1 unten.
Abbildung 1. Langfristige Elliott-Wellen-Zählung für den NDX.
Der Index verfehlte das ideale Aufwärtsziel also um rund 500 Punkte bzw. 2 %. Deshalb ist es durchaus möglich, dass sich der Index weiterhin in seiner kleineren vierten Welle befindet, gefolgt von einer finalen fünften Welle (grüne W-5), die näher an die Marke von 26.700 Punkten heranführt. Siehe Abbildung 2 unten. Bislang ähnelt die Kursentwicklung vom jüngsten Allzeithoch bis heute stark einem einfachen Zigzag, also einem Drei-Wellen-Muster (graue W-a, W-b, W-c). Das spricht für eine Korrektur, sodass die kleinere vierte Welle als laufend betrachtet werden kann - auch deshalb, weil die grüne W-2 im April eine „Flat“-Korrektur war und damit die Elliott-Regel der Alternation erfüllt, wonach zweite und vierte Wellen meist unterschiedliche Muster ausbilden. Die Zielzone liegt idealerweise zwischen 23.000 und 24.000 Punkten, auch wenn der Index dieses Niveau nicht zwingend erreichen muss.
Abbildung 2. Kurzfristige Elliott-Wellen-Zählung für den NDX.
Ein Blick auf den 65-Minuten-Chart zeigt schließlich, dass die Kursbewegung seit dem jüngsten Allzeithoch bislang abwärtsgerichtet und überlappend verläuft. Das schließt zwar das Szenario einer größeren vierten Welle nicht aus, da auch diese so beginnen kann, weist aber darauf hin, dass die Abwärtsbewegung korrektiver Natur ist und sich letztlich nach oben auflösen dürfte. Im sehr kurzen Zeitfenster ist zudem noch mindestens eine weitere (blaue) Abwärtswelle möglich. Gleichzeitig bauen sich - wenn auch eher als Bedingung denn als Handelssignal - positive Divergenzen (blaue gestrichelte Pfeile) in technischen Indikatoren auf, die darauf hindeuten, dass der Abwärtsdruck derzeit an Kraft, Momentum und Verkaufsintensität verliert.
Abbildung 2. Intraday-Elliott-Wellen-Zählung für den NDX.
Da Aktienmärkte langfristig tendenziell steigen, bleibt eine grundsätzlich bullische Haltung günstiger als eine bärische. Eine abschließende W-5 in Richtung des Idealziels bei 26.700 Punkten kann daher weiterhin nicht ausgeschlossen werden. Zudem bewegt sich die Kursentwicklung seit dem Allzeithoch vom 29. Oktober in einem überlappenden, also korrektiven Gegentrend. Auch wenn eine größere vierte Welle wie im Jahr 2022 nicht ausgeschlossen werden kann, erwarten wir, dass deren „Dead Cat Bounce“, also die B-Welle, mit hoher Wahrscheinlichkeit die Marke von 26.700 erreicht - denn „wenn die dritte Welle scheitert, erledigt häufig die B-Welle den Rest“.



