ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Deutliche Verluste - Iran-Unsicherheit hält an
Die US-Regierung hat in der vergangenen Woche ihre Arbeit eingestellt – die Märkte reagierten darauf jedoch kaum. Wenn die Schließung von Bundesbehörden, die wichtige Wirtschaftsberichte verzögert, ein Risiko darstellen sollte, so war davon an der Wall Street nichts zu spüren. Alle wichtigste Anlageklassen setzten – gemessen an einer Reihe von ETFs – ihre Rallye in der Handelswoche bis Freitag, den 3. Oktober, fort.
Das politische Patt in Washington besteht weiter, und es ist wahrscheinlich, dass die Bundesbehörden auch in den kommenden Tagen geschlossen bleiben. Entscheidend wird sein, ob dies an den Märkten Wirkung zeigt – oder ob das Thema Künstliche Intelligenz die Optimisten weiterhin dazu veranlasst, sich auf neue Geschäftschancen zu konzentrieren und das politische Risiko als vorübergehende Ablenkung zu betrachten.
Unterdessen führten Nicht-US-Aktien aus den Industrieländern die Rallye der vergangenen Woche an. Der Vanguard FTSE Developed Markets ETF (NYSE:VEA) legte um 2,8 % zu. Aktien aus den Schwellenländern (VWO) folgten mit einem Plus von 2,3 % knapp dahinter. Auch US-Aktien (VTI) verzeichneten Zuwächse und stiegen um 1,3 %.

Auch der Global Market Index (GMI) profitierte von der positiven Marktstimmung und legte in der vergangenen Woche um 1,4 % zu. Der GMI ist eine nicht verwaltete Benchmark (verwaltet von CapitalSpectator.com), die alle wichtigen Anlageklassen – mit Ausnahme von Bargeld – über börsengehandelte Fonds in marktwertgewichteter Form abbildet und als Referenzmaßstab für global diversifizierte Multi-Asset-Class-Strategien dient.
Die Zugewinne der vergangenen Woche sind umso bemerkenswerter, da sämtliche wichtigen Anlageklassen im bisherigen Jahresverlauf weiterhin im Plus liegen. Für einige Marktbeobachter deutet diese Rallye jedoch auf eine gewisse Entkopplung von den Fundamentaldaten hin:
„Es gibt ein gewisses Maß an Nihilismus“, sagte Steve Sosnick, Chefstratege bei Interactive Brokers, am Freitag gegenüber Yahoo Finance. „Alle Nachrichten sind gute Nachrichten, und keine Nachrichten sind wichtig. Wenn wir diesen [Arbeitsmarktbericht, der wegen des Shutdowns verschoben wurde] nicht bekommen, ist das ein Hindernis weniger für den unaufhaltsamen Anstieg des Marktes.“
Eine neue Chance, das politische Patt zu überwinden, bietet sich heute Nachmittag, wenn der Senat erneut zusammentritt, um über einen von den Demokraten unterstützten Gesetzentwurf zur Fortführung der Regierungsfinanzierung abzustimmen. Die Republikaner lehnen den Vorschlag ab, der eine Verlängerung bestimmter Gesundheitsbestimmungen vorsieht.
Ein Ausweg aus der Sackgasse ist derzeit nicht in Sicht. Die entscheidende Frage für die kommende Woche lautet daher: Wird es die Märkte überhaupt interessieren?
