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Staatsanleihen: US-Renditen fallen - Chaos in Afghanistan & Wachstumssorgen in China

Von Investing.com (Darrell Delamaide/Investing.com)Anleihen18.08.2021 08:08
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Staatsanleihen: US-Renditen fallen - Chaos in Afghanistan & Wachstumssorgen in China
Von Investing.com (Darrell Delamaide/Investing.com)   |  18.08.2021 08:08
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Der erstaunliche Zusammenbruch der afghanischen Regierung und die Machtübernahme im Land durch die Taliban haben Investoren in den sicheren Hafen der US-Staatsanleihen flüchten lassen.

Die Rendite der 10-jährige Staatsanleihe sank unter 1,23 %, nachdem sie in der vergangenen Woche über 1,35 % gestiegen war. Die Meldungen vom Wochenende über das Chaos in Kabul beschleunigten den Renditerückgang, der am Freitag mit miserablen Daten zur Stimmung unter den US-amerikanischen Verbrauchern begann.

Der Fokus auf das Protokoll der geldpolitischen Sitzung der Federal Reserve im Juli, das am Mittwoch fällig ist, wurde durch die Entwicklungen in Afghanistan und die späte Reaktion von Präsident Joe Biden in den Hintergrund gedrängt, der seinen Urlaubsaufenthalt in Camp David unterbrochen hatte, um am Montag ins Weiße Haus zurückzukehren und die Situation anzusprechen.

Die umgehende Gegenreaktion auf den Rückzug der USA und das anschließende Chaos überbrückten die Kluft zwischen den beiden US-Großparteien, da selbst diejenigen, die den Rückzug befürworteten, die abrupte und ungeschickte Art und Weise seiner Ausführung kritisierten.

Die turbulenten Ereignisse drohen, Bidens Präsidentschaft nachhaltig zu schaden. Selbst Kommentatoren, die ihm wohlgesonnen sind, sehen darin eine Kompetenzkrise.

In seiner Rede im Weißen Haus gab Biden den Afghanen erneut die Schuld an dem Desaster, weil sie nicht bereit seien, für ihr Land zu kämpfen, und argumentierte, dass die USA ihr Ziel, das Land in eine funktionierende Demokratie umzugestalten, niemals erreichen würden.

Einige Kommentatoren befürchten, Afghanistan könnte wieder zu einem Zufluchtsort für Terroristen und einer Bedrohung der nationalen Sicherheit der USA werden. Biden argumentierte jedoch, dass Washington den Terrorismus auf der ganzen Welt effektiv bekämpft und dies auch in Afghanistan tun kann.

Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe erholte sich während Bidens Rede wieder auf 1,27%, aber seine Bemerkungen werden die Zweifel von Amerikas Verbündeten über seine Verlässlichkeit wahrscheinlich nicht ausräumen können. Die Ironie, dass die USA 6.000 Soldaten entsandten, um die durch den Abzug von 2.500 Soldaten verursachten Probleme zu lösen, entging vielen Beobachtern nicht.

Aktuellen Daten zufolge nahmen die Produktion und die Einzelhandelsumsätze in China im Juli deutlich langsamer zu, was die Sorgen der Anleger über den Zustand der Wirtschaft noch vergrößerte und sie in die Sicherheit von Staatsanleihen trieb.

Das US-Finanzministerium kündigte Anfang dieses Monats an, dass es im November beginnen werde, seine Schuldenemissionen zu reduzieren, was gut mit einem Tapering der Anleihekäufe durch die Fed zusammenfallen würde, sodass die Kurse hoch (und die Renditen niedrig) bleiben dürften.

Das FOMC-Protokoll könnte einige Hinweise darauf geben, wann die Fed damit beginnen wird, diese Käufe zu drosseln. Eine Reihe von Äußerungen von Notenbankern in den letzten zwei Wochen hat schon deutlich gemacht, dass die Fed damit eher früher als später beginnen wird. Die Falken im Gremium drängen auf eine Ankündigung im September und eine erste Reduzierung bereits im Oktober, aber andere möchten möglicherweise langsamer vorgehen.

Europäische Staatsanleihen reagieren im Gleichschritt

Die Turbulenzen in Afghanistan und die Wachstumssorgen stützten auch die Kurse von Staatsanleihen aus der Eurozone. Die Rendite der Euro-Referenzanleihe, der deutschen Bundesanleihe mit 10 Jahren Laufzeit, sank auf minus 0,489%, bevor sie sich auf minus 0,467% erholte, etwa das Niveau zu Handelsende am Freitag von minus 0,468%. Der Handel war dünn, da viele Anleger im Urlaub sind.

Die britischen Staatsanleihen bewegten sich in einer engen Spanne. Die Rendite des 10-jährigen Papiers fiel zunächst unter 0,551%, erreichte dann in der Spitze 0,597% und pendelte sich anschließend bei etwa 0,575% ein, was ebenfalls dem Schlussstand vom Freitag entsprach.

In Kanada setzte Premierminister Justin Trudeau für den 20. September Neuwahlen an, in der Hoffnung, eine Mehrheit im Parlament zu gewinnen, nachdem er für seine Handhabung der Pandemie gute Noten erhalten hatte. Die Sorgen über Trudeaus progressive Agenda ließ die Rendite der kanadischen 10-Jahresanleihe auf 1,167% sinken, nachdem sie zum Handelsende am Freitag noch bei 1,184% rentiert hatte.

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