Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1,3613 (07.42 Uhr), nachdem im europäischen Handel Tiefstkurse der letzten 24 Handelsstunden bei 1,3587 markiert wurden. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 102,67. In der Folge notiert EUR/JPY bei 139,80. EUR/CHF oszilliert bei 1,2222.
Wenn sich finanzökonomische Machtachsen verschieben, führt das politisch zu Spannungen. Diese These lässt sich in der gesamten Welthistorie durchgehend nachweisen. Dafür wurde früher schlussendlich das ultimative Mittel der Politik, Krieg gewählt.
Die Erfahrunsgwerte des letzten Jahrhunderts lehren, dass Weltkriege kein opportunes Mittel zur Lösung der Machtfrage sind. Ergo wird sich, respektive verschiebt sich die Auseinandersetztung um Macht auf andere elementare Felder. Die These des Wirtschafts- und Fiannzkriegs (u.a. Defizitkrise der Eurozone), die hier sehr frühzeitig thematisiert wurde, ist heute längst salonfähig.
Finanzmärkte und Finanzarchitektur: Geld ist das Transaktionsmittel der Macht
Spionage in Wirtschaft und Politik: Wissen ist Macht
Geostrategie: Kontrolle wesentlicher Rohstoffe und Militäraspekte
Wer die Entwicklung vor diesem Prisma seit Beginn des neuen Jahrtausends vor seinem inneren Auge Revue passieren lässt, kann mittels dieser hier angebotenen Abstraktion voraussichtlich Muster erkennen. Vor allen Dingen ergibt sich eine Möglichkeit, die Frage nach dem Aggressor zu beantworten.
Die maßgebliche Auseinandersetzung, die heute bestimmend ist, ist die Machtfrage zwischen dem „Westen“ unter Führung der USA/UK mit dem Anhang Kontinentaleuropa gegen die Macht der Schwellenländer, allen voran China und Russland.
Werfen wir einen Blick auf ausgewählte Fakten:
- Die Schwellenländer stellen 5 Mrd. von 7 Mrd. der Weltbevölkerung.
- Sie haben einen Anteil an der Weltwirtscaft von knapp mehr als 50%.
- China hält mit 4000 Mrd. USD die höchsten Devisenreserven (USA circa 120 Mrd.).
- Russland hält mit 470 Mrd. USD die drittgrößten Reserven nach Japan (circa 1250 Mrd.).
- Die BRIC-Länder wickeln ihre Handelsbeziehungen zunehmend außerhalb des USD ab.
- Russland und China sind sich der unterschwelligen latenten Konfliktsituation bewusst.
Die westliche Aktion in der Ukraine ausgehend von den USA (verdeckte Finanzierung einer Opposition ist ein Angriff auf Souveränität, Brezsinski Doktrin etc.) fällt in den Sektor der geostrategischen Auseinandersetzung.
Dieser Konflikt, der auf dem Rücken und mit dem Blut der gutgläubigen Ukrainer ausgetragen wird, hat Katalysatorwirkung.
Die verstärkte Zusammenarbeit Russlands und Chinas, die für knapp 20% des Welt-BIP stehen, ist die Folge. Das hat schon etwas „faustisches“ …
Dabei geht es um Rohstoffe, um Koordiantion der Infrastruktur Eurrasiens und Afrikas, es geht um Ratingagenturen und vieles mehr, das derzeit noch gar nicht die Gazetten erreicht.
Unterschwellig nimmt der Konflikt auch im Handel zu. Die Sanktionsspirale zwischen USA und Russland/China zieht an. China erhebt Strafzölle auf Chemikalienimporte und die USA legen im Sektor Solar zu.
An dieser Stelle mahnen wir Vernunft an.
Evolutionäre Anpassungen an einen neuen Status Quo der Macht, der faktisch auf finanzökonomischer Basis längst gegeben ist, verletzten die Menschen weitaus weniger als revolutionäre Machenschaften (siehe aktuell Ukraine).
Das Maß an Halb- und Unwahrheiten zur Steuerung der öffentlichen Meinung, die in dieser Auseinandersetzung vor allen Dingen der westlichen Welt in den letzten 14 Jahren angedient wurden, ist ausreichend hoch und bedarf keiner Erweiterung.
Die Veröffentlichung der Verbraucherpreise der Eurozone lieferte der EZB Munition für eine sportliche Gangart der Politik der Zentralbank.
Es kam laut vorläufiger Berechnung zu einem Anstieg um 0,5% (Prognose 0,6%) nach zuvor 0,7% im Jahresvergleich. Unverändert halten wir diese Tendenz vor dem Hintergrund der weltwirtschaftlichen Entwicklungen nicht für extrapolierbar.
Der vom Mainstream unerwartete leichte Rückgang der Arbeitslosenquote der Eurozone per April von zuvor 11,8% auf 11,7% erfreut uns sehr. Die Prognose lag bei unverändert 11,8%.
Arbeitsmarktdaten sind nachlaufende Indikatoren. Seit September letzten Jahres kommt es sukzessive zu Entspannungstendenzen.
Hinsichtlich der Tatsache, dass die Konjunkturwende der Eurozone im zweiten Quartal 2013 anstand, ist der Zeitablauf bis zur Reaktion des Arbeitsmarktes auffällig gering.
Wir sind zuversichtlich, dass die weitere Tendenz im laufenden Jahr vom Mainstream unerwartete positive Überraschungen bieten wird.
Die US-Auftragseingänge setzten gestern positive Akzente. Per Berichtsmonat April kam es zu einem Anstieg im Monatsvergleich um 0,7% nach zuvor 1,5% (revidiert von +0,9%). Die Prognose lag bei 0,6%. Ergo waren Ergebnis und Revision für den Zweimonatsbereich um 0,7% besser als erwartet.
Per Berichtsmonat Mai wurden 11,3% mehr Autos als im Vorjahreszeitraum in den USA abgesetzt. Die Prognose lag bei 7%. Annualisiert wurde ein Absatz von 16,77 Millionen KFZ (Prognose 16,0 Mio) realisiert und der höchste Absatz seit 2007 markiert!
Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das eine neutrale Haltung in der Parität EUR/USD favorisiert. Nachhaltige Trendsignale sind derzeit unausgeprägt.
Viel Erfolg!