Eilmeldung
Investing Pro 0
Neujahr-SALE: Bis zu 40 % RABATT für InvestingPro+ JETZT SICHERN

ROUNDUP/Siemens: Umschulen und ausbilden statt kündigen und suchen

Wirtschaft 02.12.2022 07:00
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Artikel wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
 
© Reuters.
 
SIEGn
+0,87%
Einem Portfolio hinzufügen/entfernen
Zur Watchlist hinzufügen
Position hinzufügen

Position erfolgreich hinzugefügt zu:

Benennen Sie Ihr Beteiligungsportfolio
 

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die deutsche Industrie steckt mitten in der digitalen Transformation. Siemens (ETR:SIEGn) reagiert mit einer neuen Digitalisierungsakademie auf die sich verändernden Anforderungen an seine Mitarbeiter, wie der Konzern am Freitag mitteilte. In der "SiTecSkills Academy" sollen deutschlandweit 19 regionale Trainingszentren Kompetenzen für den "digitalen Wandel im Arbeitsumfeld" schärfen. Damit will Siemens die "Beschäftigungsfähigkeit" seiner Mitarbeiter sichern - also dafür sorgen, dass sie auch in Zukunft das können, was das Unternehmen braucht.

"Mit gezieltem Up- and Reskilling können wir sicherstellen, dass die Kompetenzen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stets auf dem neuesten Stand sind", sagt Judith Wiese, die im Siemens-Vorstand unter anderem für Personalthemen und Nachhaltigkeit zuständig ist. Das sichere auch die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens.

"In passgenaue Fort- und Weiterbildung zu investieren, ist nicht nur wirtschaftlicher, sondern auch aus Unternehmenssicht sinnvoller, da wir auf bereits bestehendem Know-how unserer Mitarbeitenden aufsetzen können", sagt Wiese. "Damit bieten wir einen Mehrwert für alle: die Menschen, das Unternehmen und unsere Gesellschaft."

Die wirtschaftliche Rechnung dahinter ist eindeutig: Bei intensiven Fortbildungs- und Umschulungsmaßnahmen rechnet man bei Siemens aus Erfahrungswerten mit durchschnittlichen Dimensionen von etwa 8000 Euro pro Jahr, um einen Mitarbeiter fortzubilden (Upskilling), beziehungsweise 30 000 Euro pro Jahr, um einen Mitarbeiter für ein anderes Tätigkeitsfeld umzuschulen (Reskilling). Das ist nicht billig, doch jemand Neuen einzustellen, kostet - inklusive der Kosten für Beratung, Einarbeitungszeit und ähnliches - grob 40 000 bis 50 000 Euro.

Und Mitarbeiter abzubauen, ist in der Regel noch teurer. Hier nennt Siemens zwar keine Zahlen. Aus Branchenkreisen sind aber Dimensionen um im Schnitt 100 000 Euro pro Mitarbeiter zu hören. Wer also einen Mitarbeiter mit nicht mehr gebrauchter Qualifikation umschult, statt ihn zu entlassen und einen neuen Mitarbeiter mit den gesuchten Qualifikationen einzustellen, spart sehr viel Geld.

Bei der IG Metall steht man dem Ansatz positiv gegenüber: Man begrüße "grundsätzlich jede Maßnahme, die der Qualifizierung der Menschen dient", sagt der bei der Gewerkschaft für Siemens zuständige Hagen Reimer. Die Akademie sei mit ihrem flexiblen Fokus auf technische Inhalte ein guter Ansatz. "Alle Beschäftigten müssen die Möglichkeit haben, ihr Qualifikationsprofil fortlaufend und vorausschauend den Erfordernissen anzupassen", sagt er.

"Wir haben Transformationszeiten, und die Anforderungen ändern sich", erklärt Experte Enzo Weber, vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, IAB. Das Thema Weiterbildung habe an Bedeutung gewonnen, insbesondere in Betrieben, die in digitale Technologien investieren.

Weiterbildung nutze dabei der ganzen Gesellschaft, betont Weber. "Das Arbeitslosigkeitsrisiko sinkt, Wertschöpfung und Steuereinnahmen steigen. Auch deswegen fördert der Staat ja Weiterbildungsmaßnahmen."

Und natürlich spielt auch der Fachkräftemangel eine Rolle. "Die Knappheit am Arbeitsmarkt ist aktuell so groß wie seit Wirtschaftswunderzeiten nicht mehr - und das trotz der Energiekrise", sagt Weber. Schon in der Corona-Krise seien weniger Leute entlassen worden als in der Zeit vor der Krise. "Die Firmen sehen: Wenn sie jemanden entlassen, dann bekommen sie die Stelle vielleicht nicht wieder besetzt."

Auch das macht es sinnvoller, umzuschulen als neu zu besetzen. Doch es gibt auch Hürden und Grenzen: "Nicht jeder kann beliebige Anforderungen erfüllen, und nicht jeder will in jedem Bereich tätig sein, nur weil es dort gerade Bedarf gibt", sagt Weber. "Oft ist es daher sinnvoll, Tätigkeiten mit verwandten Kompetenzen zu suchen."

Doch es gibt auch Ausnahmen, wie ein Beispiel von Siemens zeigt: In Regensburg, wo es bereits einen Vorläufer der aktuellen Initiative gab, hat diesen Sommer eine ehemalige Kantinenkraft ihre Umschulung beendet. Sie ist jetzt Mechatronikerin im Sondermaschinenbau.

ROUNDUP/Siemens: Umschulen und ausbilden statt kündigen und suchen
 

Verwandte Beiträge

Kommentieren

Community-Richtlinien

Wir möchten Sie gerne dazu anregen, Kommentare zu schreiben, um sich mit anderen Nutzern auszutauschen. Teilen Sie Ihre Gedanken mit und/oder stellen Sie anderen Nutzern und den Kolumnisten Fragen. Um jedoch das Niveau zu erhalten, welches wir wertschätzen und erwarten, beachten Sie bitte die folgenden Kriterien:

  • Bereichern Sie die Unterhaltung
  • Bleiben Sie beim Thema. Veröffentlichen Sie nur Texte, die zu den genannten Inhalten passen. 
  • Respektieren Sie einander. Auch negative Meinungen und Kritik kann positiv und diplomatisch ausgedrückt werden. 
  • Benutzen Sie die anerkannten Ausdrucks- und Rechtschreibregeln. 
  • Beachten Sie: Spam, Werbenachrichten und Links werden gelöscht. 
  • Vermeiden Sie Profanität, Beleidigungen und persönliche Angriffe auf Kolumnisten oder andere Nutzer. 
  • Bitte kommentieren Sie nur auf Deutsch.

Diejenigen, die die oben genannten Regeln missachten, werden von der Webseite entfernt und können sich in der Zukunft je nach Ermessen von Investing.com nicht mehr anmelden.

Was denken Sie?
 
Sind Sie sicher, dass Sie diesen Chart löschen möchten?
 
Senden
Posten auf
 
Angehängten Chart durch einen neuen Chart ersetzen?
1000
Sie sind gegenwärtig aufgrund von negativen Nutzerbeurteilungen von der Abgabe von Kommentaren ausgeschlossen. Ihr Status wird von unseren Moderatoren überprüft.
Warten Sie bitte eine Minute bis zur erneuten Abgabe Ihres Kommentars.
Danke für Ihren Kommentar. Bitte beachten Sie, dass alle Kommentare erst nach vorheriger Überprüfung durch unsere Moderatoren veröffentlicht werden und deshalb nicht sofort auf unserer Webseite erscheinen können.
 
Sind Sie sicher, dass Sie diesen Chart löschen möchten?
 
Senden
 
Angehängten Chart durch einen neuen Chart ersetzen?
1000
Sie sind gegenwärtig aufgrund von negativen Nutzerbeurteilungen von der Abgabe von Kommentaren ausgeschlossen. Ihr Status wird von unseren Moderatoren überprüft.
Warten Sie bitte eine Minute bis zur erneuten Abgabe Ihres Kommentars.
Chart zum Kommentar hinzufügen
Sperre bestätigen

Sind Sie sicher, dass Sie %USER_NAME% sperren möchten?

Dadurch werden Sie und %USER_NAME% nicht mehr in der Lage sein, Beiträge des jeweils anderen auf Investing.com zu sehen.

%USER_NAME% wurde erfolgreich zu Ihrer Sperrliste hinzugefügt.

Da Sie diese Person entsperrt haben, müssen Sie 48 Stunden warten, bevor Sie sie wieder sperren können.

Diesen Kommentar melden

Sagen Sie uns Ihre Meinung zu diesem Kommentar

Kommentar markiert

Vielen Dank!

Ihre Meldung wurde zur Überprüfung an unsere Moderatoren geschickt
Mit Google registrieren
oder
Registrierung