😎 Sommerzeit, Hammer-Deals! Bei InvestingPro winken jetzt bis zu 50% Rabatt auf KI-Aktien-TippsJETZT ZUGREIFEN

Bosch buttert Milliarden ins autonome Fahren - Partner gesucht

Veröffentlicht am 30.01.2019, 10:27
© Reuters. The Bosch logo is reflected in a semiconductor wafer in Reutlingen
VOWG
-
MBGn
-
BMWG
-

Stuttgart (Reuters) - Der Autozulieferer Bosch plant weitere milliardenschwere Investitionen in das autonome Fahren und strebt dazu ein breites Bündnis mit den Autobauern und anderen Zulieferern an.

Autos ohne Lenkrad und Pedal werden im kommenden Jahrzehnt nach den Worten von Bosch-Chef Volkmar Denner zum "Game Changer für die individuelle Mobilität". Damit wären neue Geschäftsmodelle wie Robotaxis oder Shuttle-Dienste mit riesigem Marktpotenzial möglich, erklärte er am Dienstagabend in Stuttgart. Dieses Feld werde deshalb zum Investitionsschwerpunkt für Bosch. "Allein bis 2022 rechnen wir mit Vorleistungen in Höhe von vier Milliarden Euro", sagte Denner.

Es sei ein Gebot der Wirtschaftlichkeit, die immensen Entwicklungskosten auf mehrere Schultern zu verteilen, sagte Denner. Deshalb hätten Bosch und der Autobauer Daimler (DE:DAIGn) zum Start ihrer Zusammenarbeit vor knapp zwei Jahren schon erklärt, offen für weitere Partner zu sein. "Insofern laufen solche Gespräche. Wir sprechen mit mehreren im Moment." Noch vor dem Stuttgarter Duo hatte BMW (DE:BMWG) begonnen, im Verbund mit Zulieferern am hoch und völlig automatisierten Fahren zu arbeiten. Volkswagen (DE:VOWG), wo die Premiumtochter Audi die fahrerlose Technologie vorantreiben soll, kam unterdessen nicht voran. Jetzt ist die deutsche Autoindustrie über ein ganz großes Entwicklungsbündnis im Gespräch, wie mehrere Medien berichteten.

© Reuters. The Bosch logo is reflected in a semiconductor wafer in Reutlingen

MASSEN AN IT-EXPERTEN GESUCHT

In die Vollen will Bosch auch beim Erforschen und Entwickeln von Künstlicher Intelligenz gehen. Sämtliche Bosch-Produkte von Autoteilen über Industrie- und Gebäudetechnik bis hin zu Elektrowerkzeugen und Hausgeräten sollen mit KI ausgestattet und damit zum Lernen befähigt werden. Der Stiftungskonzern will hier Denner zufolge zur Weltspitze gehören. Die Zahl der KI-Experten im Unternehmen sollen von derzeit rund 1000 bis 2021 auf 4000 steigen. In den kommenden fünf Jahren wolle der Stiftungskonzern weitere 25.000 Experten für Software einstellen, erklärte Personalchef Christoph Kübel. Die Belegschaft zählt weltweit mittlerweile 410.000 Köpfe. Unterdessen soll die Beschäftigung in der Diesel- und Benzinmotorentechnik weiter schrumpfen. Im vergangenen Jahr seien 600 Stellen im Dieselgeschäft über Altersteilzeit und Auslaufen befristeter Jobs abgebaut worden. So lange die Nachfrage nach Verbrennungsmotoren nur langsam sinke, lasse sich der Wandel über die Alterfluktuation auffangen. "Bei abruptem Wandel wird es schwierig", ergänzte Bosch-Chef Denner.

Um weiterhin die milliardenhohen Vorleistungen für neue Technologien - also Elektroautos, Digitalisierung und Mobilitätsdienste - stemmen zu können, will Bosch auch künftig stärker wachsen als seine einschlägigen Märkte, allen voran die Automobilproduktion. Die Abkühlung am weltweiten Automarkt, Handelsstreitigkeiten und ungünstige Wechselkurse belasteten die Bilanz im vergangenen Jahr. So verringerte sich der Umsatz durch die Währungsumrechnung allein um zwei Milliarden Euro, bereinigt um Sondereinflüsse stieg er um 1,5 Prozent auf knapp 78 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen lag mit 5,3 Milliarden Euro oder 6,9 Prozent vom Umsatz auf Vorjahresniveau. Die größte Sparte, die Autozulieferung Mobility Solutions erlöste mit 47 Milliarden Euro 2,3 Prozent mehr. Für 2019 rechnet Bosch abermals mit einer rückläufigen Fahrzeugproduktion weltweit. Konsum- und Investitionsfreude litten unter dem Handelsstreit der USA mit China und der Unsicherheit über den Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union, erklärte Finanzchef Stefan Asenkerschbaumer. Immer mehr mache sich ein Muster breit: "ein zunehmender, teils aggressiver Nationalismus, der sich in der Wirtschaftspolitik in Form von Protektionismus, Strafzöllen und aufgekündigtem Freihandelsabkommen zeigt." Bei einem harten Brexit, auf den sich Bosch mit seinen Werken in Großbritannien vorbereitet, rechnet Asenkerschbaumer allein mit einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag an Zöllen. Für 2019 hat sich der Konzern vorgenommen, einen operativen Gewinn von mehr als fünf Milliarden Euro zu erwirtschaften.

Aktuelle Kommentare

Installieren Sie unsere App
Risikohinweis: Beim Handel mit Finanzinstrumenten und/oder Kryptowährungen bestehen erhebliche Risiken, die zum vollständigen oder teilweisen Verlust Ihres investierten Kapitals führen können. Die Kurse von Kryptowährungen unterliegen extremen Schwankungen und können durch externe Einflüsse wie finanzielle, regulatorische oder politische Ereignisse beeinflusst werden. Durch den Einsatz von Margin-Trading wird das finanzielle Risiko erhöht.
Vor Beginn des Handels mit Finanzinstrumenten und/oder Kryptowährungen ist es wichtig, die damit verbundenen Risiken vollständig zu verstehen. Es wird empfohlen, sich gegebenenfalls von einer unabhängigen und sachkundigen Person oder Institution beraten zu lassen.
Fusion Media weist darauf hin, dass die auf dieser Website bereitgestellten Kurse und Daten möglicherweise nicht in Echtzeit oder vollständig genau sind. Diese Informationen werden nicht unbedingt von Börsen, sondern von Market Makern zur Verfügung gestellt, was bedeutet, dass sie indikativ und nicht für Handelszwecke geeignet sein können. Fusion Media und andere Datenanbieter übernehmen daher keine Verantwortung für Handelsverluste, die durch die Verwendung dieser Daten entstehen können.
Die Nutzung, Speicherung, Vervielfältigung, Anzeige, Änderung, Übertragung oder Verbreitung der auf dieser Website enthaltenen Daten ohne vorherige schriftliche Zustimmung von Fusion Media und/oder des Datenproviders ist untersagt. Alle Rechte am geistigen Eigentum liegen bei den Anbietern und/oder der Börse, die die Daten auf dieser Website bereitstellen.
Fusion Media kann von Werbetreibenden auf der Website aufgrund Ihrer Interaktion mit Anzeigen oder Werbetreibenden vergütet werden.
Im Falle von Auslegungsunterschieden zwischen der englischen und der deutschen Version dieser Vereinbarung ist die englische Version maßgeblich.
© 2007-2024 - Fusion Media Limited. Alle Rechte vorbehalten.