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ROUNDUP 2: Hannover Rück schafft dritten Rekordgewinn - Sonderdividende

Veröffentlicht am 10.03.2015, 13:22
Aktualisiert 10.03.2015, 14:24
© Reuters.  ROUNDUP 2: Hannover Rück schafft dritten Rekordgewinn - Sonderdividende
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(neu: Aussagen aus Pressekonferenz zu Gewinnprognose und Dividende für 2015, Aktienkurs, Analystenkommentar)

HANNOVER (dpa-AFX) - Geringe Katastrophenschäden haben dem Rückversicherer Hannover Rück (XETRA:HNRGn) (ETR:HNR1) 2014 den dritten Rekordgewinn in Folge beschert. Unter dem Strich verdiente der kleinere Rivale der Munich Re (ETR:MUV2) überraschend fast eine Milliarde Euro. Die Aktionäre können sich auf eine hohe Sonderdividende freuen: Durch sie steigt die Ausschüttung im Jahresvergleich von 3,00 auf 4,25 Euro je Aktie, wie Vorstandschef Ulrich Wallin am Dienstag in Hannover ankündigte. Obwohl das Geschäft schwieriger wird, könnte sich der Manager für 2015 einen weiteren Geldregen vorstellen.

Die Hannover-Rück-Aktie sprang nach den Nachrichten zeitweise auf ein Rekordhoch von 92,00 Euro. Um die Mittagszeit lag sie noch mit gut 4,8 Prozent im Plus und blieb damit an der Spitze des MDax (MDAX). Experten hatten weniger Gewinn und Dividende erwartet. Analyst Philipp Häßler von der Investmentbank Equinet hatte sich allerdings in der Personen-Rückversicherung mehr versprochen.

Im vergangenen Jahr steigerte die Hannover Rück ihren Überschuss um zehn Prozent auf rund 986 Millionen Euro. Der Vorstand hatte als Ziel lediglich 850 Millionen ausgegeben, die Vorgabe aber zuletzt als "sehr konservativ" bezeichnet. Einschließlich der Sonderdividende von 1,25 Euro schüttet der Konzern 52 Prozent seines Jahresgewinns an die Aktionäre aus. Die Hannover Rück habe "mehr Kapital, als wir brauchen, um unser Geschäft zu betreiben", erklärte Wallin den Schritt.

Für 2015 stellte der Manager eine weitere Sonderausschüttung in Aussicht, sofern nicht überraschend hohe Großschäden oder Turbulenzen an den Kapitalmärkten das Ergebnis verhageln. Zur möglichen Höhe wollte er jedoch nichts sagen: "Man muss den Bären erst erlegen, bevor man das Fell verteilen kann." Zudem schwoll das Eigenkapital des Konzerns zwar binnen eines Jahres von 5,9 Milliarden auf 7,6 Milliarden Euro an. Allerdings stammt ein Gutteil des Zuwachses aus Bewertungsgewinnen bei Wertpapieren.

Dass das Geschäft 2014 so gut lief, verdankte der Konzern neben abgeschüttelten Lasten in der Personen-Rückversicherung vergleichsweise geringen Schäden durch Naturkatastrophen. Insgesamt fielen die Großschäden mit 426 Millionen Euro rund 150 Millionen Euro niedriger aus als ein Jahr zuvor. Der Vorstand hatte sogar 670 Millionen eingeplant. Fast 120 Millionen musste die Hannover Rück für die Flugzeugunglücke von Malaysian Airlines sowie die zerstörte Luftflotte in Libyens Hauptstadt Tripolis bezahlen. Auch wegen dieser Schäden baut Wallin für künftige Katastrophen vor: Das Großschadenbudget für 2015 hat er auf 690 Millionen Euro aufgestockt.

Unterdessen könnte der Gewinn-Höhenflug des weltweit drittgrößten Rückversicherers ein Ende nehmen. Wegen des Preiskampfs in der Branche und der Niedrigzinsen prognostiziert Wallin weiterhin, dass der Überschuss im laufenden Jahr auf etwa 875 Millionen Euro sinkt. Allerdings könne die Prognose erneut zu vorsichtig sein: "Dass über die letzten drei Jahre hinweg so wenig passiert, war am Anfang der drei Jahre auch nicht zu erwarten", sagte er.

Die Preise im Rückversicherungsgeschäft sind seit Jahren unter Druck. Dabei sind die dicken Kapitalpolster der Branche für die Unternehmen Glück und Leid zugleich: Die Rückversicherer stehen finanziell zwar bestens da. Dank der guten Lage gibt es jedoch ein Überangebot an Rückversicherungsschutz. Zugleich übertragen Erstversicherer wie Allianz SE (XETRA:ALVG) und Axa (PSE:PCS) (ETR:AXA) weniger Prämien und Risiken auf die Rückversicherer. Und Pensionsfonds, die Milliardensummen in verbriefte Versicherungsrisiken stecken, machen den Platzhirschen Konkurrenz.

Ihr Kapitalanlageergebnis steigerte die Hannover Rück um vier Prozent auf knapp 1,5 Milliarden Euro. Die Rendite lag mit 3,3 Prozent höher als vom Vorstand eingeplant. 2015 dürften die Niedrigzinsen allerdings stärker durchschlagen: Finanzvorstand Roland Vogel rechnet nur noch mit einer Kapitalanlagerendite von 3,0 Prozent, im Folgejahr hält er 2,85 bis 2,9 Prozent für realistisch.

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