Eilmeldung
Investing Pro 0
Werbefreie Version. Jetzt upgraden für ein Surferlebnis auf Investing.com ganz ohne Werbung. Sparen Sie bis zu 40%. Weitere Details

ROUNDUP: MTU bereit zu Airbus-Rekordproduktion - Russland-Sanktionen belasten

Aktien 29.04.2022 13:30
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Artikel wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
 
© Reuters.

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Beim Münchner Triebwerkshersteller MTU (ETR:MTXGn) schreitet die Erholung von der Corona-Pandemie voran. Umsatz und Gewinn im Tagesgeschäft legten im ersten Quartal deutlich zu, wie der Dax -Konzern am Freitag in München mitteilte. Allerdings schlugen die Sanktionen gegen Russland teuer zu Buche: MTU schrieb in diesem Zusammenhang 52 Millionen Euro ab - vor allem auf den Antrieb für den russischen Mittelstreckenjet Irkut MS-21. Andererseits könnte die Aufrüstung des Westens infolge des Ukraine-Kriegs dem Triebwerksbauer zusätzliche Aufträge bringen. Zudem bereitet sich das Unternehmen auf eine Rekordproduktion des Airbus-Mittelstreckenjets A320neo vor.

An der Börse kamen die Nachrichten gut an. Die MTU-Aktie gewann bis zur Mittagszeit rund ein Prozent auf 196 Euro. Seit dem Jahreswechsel hat das Papier damit rund deutlich an Wert gewonnen. Bis zum Rekordhoch von 289,30 Euro aus der Zeit kurz vor der Pandemie ist es aber immer noch ein weiter Weg.

"Die Erholung in unserer Branche hält weiter an", sagte MTU-Chef Reiner Winkler in einer Telefonkonferenz. Dadurch werden mehr neue Flugzeuge, Antriebe und Ersatzteile benötigt. Und Airlines schicken wieder mehr Maschinen zur Wartung.

Laut Winkler hat sich MTU mit Airbus (EPA:AIR) inzwischen auch auf den weiteren Ausbau der A320neo-Produktion geeinigt. Er verriet jedoch nicht, wie viele Jets der meistgefragten Flugzeug-Modellfamilie nun künftig die Airbus-Werkshallen verlassen sollen. Der weltgrößte Flugzeughersteller hatte zuletzt für das Jahr 2024 eine Steigerung auf monatlich 70 Maschinen und für 2025 auf bis zu 75 Jets ins Auge gefasst. Ende 2021 waren es noch rund 45. Vor der Pandemie hatte die Rate bei etwa 60 gelegen.

An seinen Plänen für ein deutliches Umsatz- und Gewinnwachstum im laufenden Jahr hält die MTU-Führung zwar fest, verwies aber auf die Unsicherheiten rund um den weiteren Verlauf der Pandemie und den Krieg in der Ukraine. Aus Sicht von Finanzchef Peter Kameritsch könnten vor allem lang anhaltende Lockdowns in China den Flugverkehr ausbremsen. Das hätte auch Folgen für MTU. Falls nötig, werde der Konzern seine Prognose im Jahresverlauf anpassen, sagte Winkler.

Vorerst peilt die MTU-Spitze für 2022 weiterhin einen Rekordumsatz von 5,2 bis 5,4 Milliarden Euro an. Der bereinigte operative Gewinn (bereinigtes Ebit) soll im Vergleich zum Vorjahr um einen mittleren Zwanziger-Prozentsatz steigen.

Im ersten Quartal erzielte MTU einen Umsatz von knapp 1,2 Milliarden Euro und damit fast ein Fünftel mehr als ein Jahr zuvor. Der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn (bereinigtes Ebit) sprang um mehr als die Hälfte auf 131 Millionen Euro nach oben und übertraf damit die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten. Der Überschuss wuchs wegen der Russland-Abschreibungen nur um neun Prozent auf 53 Millionen Euro.

So kann sich MTU das Geschäft mit dem russischen Flugzeughersteller Irkut abschminken. Dessen Mittelstreckenjet MS-21 sollte in diesem Jahr erstmals ausgeliefert werden. Doch wegen der Sanktionen dürfen westliche Firmen keine Flugzeugteile mehr nach Russland liefern.

Zusammen mit dem zu Raytheon Technologies (NYSE:RTX) gehörenden Triebwerksbauer Pratt & Whitney hatte MTU den Antrieb für die MS-21 entwickelt. Dabei handelt es sich um eine Variante des Getriebefan-Triebwerks, das bereits beim Airbus A320neo zum Einsatz kommt. Die Russen hatten für ihren Jet zunächst auf den Antrieb aus dem Westen gesetzt. Inzwischen haben sie auch einen eigenen Triebwerkstyp dafür entwickelt. Diesem fehlt aber noch die Zulassung.

Unterdessen will MTU-Chef Winkler sein Unternehmen von Rohstoffen aus Russland unabhängig machen: "Unser Ziel ist es, ab 2023 komplett ohne russisches Vormaterial auszukommen." Während andere Unternehmen der Branche große Mengen Titan aus Russland beziehen, beträgt der Anteil bei MTU laut Winkler nur ein Zehntel. Der französische MTU-Konkurrent Safran (EPA:SAF) bezieht nach eigenen Angaben bisher rund die Hälfte seines Titans von einem russischen Unternehmen.

MTU habe sich die benötigte Menge an Titan für das laufende Jahr schon gesichert, sagte Winkler. Während andere Branchen schon länger mit der Knappheit von Halbleitern und Problemen in der Lieferketten kämpfen, sieht sich MTU gut gerüstet. "Wir müssen ja Material oft zwölf Monate im Voraus beschaffen, deshalb sind unsere Lager gut gefüllt", sagte Winkler. Das Unternehmen arbeitet ihm zufolge daran, seine Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten zu verringern.

Die geplante Aufrüstung in Deutschland und der EU könnte MTU derweil größere Aufträge einbringen. Wenn die deutsche Luftwaffe ihre alten Tornado-Jets durch Eurofighter ersetze, komme MTU beim Triebwerk zum Zuge, sagte Winkler. Ein vermehrter Ersatzteil-Bedarf könne schon ab 2023 Umsatz bringen, neue Eurofighter als Tornado-Ersatz eher erst ab 2025 - "aber dann bis zum Ende der Dekade". Zudem wolle der Bund jetzt über die Anschaffung schwerer Transporthubschrauber entscheiden. Auch die Unterschrift für das neue europäische Luftkampfsystem FCAS dürfte kommen, erwartet der Manager.

Unterdessen hat die erneute Verzögerung von Boeings modernisiertem Großraumjet 777X Folgen für MTU. Die Münchner arbeiten an dem Triebwerk des US-Konzerns General Electric (NYSE:GE) mit, das bei dem Flugzeug zum Einsatz kommt. Boeing (NYSE:BA) hatte die Auslieferung der ersten 777X am Mittwoch ein weiteres Mal verschoben - von 2023 auf 2025. Wie teuer die erneute Verschiebung den Triebwerksbauer zu stehen kommt, wagte die MTU-Spitze noch nicht einzuschätzen. "Wir werden die Folgen zusammen mit GE beraten", sagte Kameritsch. Bei der vorigen Verschiebung hatte MTU eine Sonderbelastung von 70 Millionen Euro verbucht.

ROUNDUP: MTU bereit zu Airbus-Rekordproduktion - Russland-Sanktionen belasten
 

Verwandte Beiträge

Zendesk-Aktie: Übernahme!
Zendesk-Aktie: Übernahme! Von The Motley Fool - 25.06.2022

Bei der Zendesk-Aktie (WKN: A1115T) gibt es Schlagzeilen an diesem Freitag. Neuigkeiten, die den Aktienkurs massiv bewegen. Zwischenzeitlich rauschten die Anteilsscheine um fast 50...

Kommentieren

Richtlinien zur Kommentarfunktion

Wir möchten Sie gerne dazu anregen, Kommentare zu schreiben, um sich mit anderen Nutzern auszutauschen. Teilen Sie Ihre Gedanken mit und/oder stellen Sie anderen Nutzern und den Kolumnisten Fragen. Um jedoch das Niveau zu erhalten, welches wir wertschätzen und erwarten, beachten Sie bitte die folgenden Kriterien:

  • Bereichern Sie die Unterhaltung
  • Bleiben Sie beim Thema. Veröffentlichen Sie nur Texte, die zu den genannten Inhalten passen. 
  • Respektieren Sie einander. Auch negative Meinungen und Kritik kann positiv und diplomatisch ausgedrückt werden. 
  • Benutzen Sie die anerkannten Ausdrucks- und Rechtschreibregeln. 
  • Beachten Sie: Spam, Werbenachrichten und Links werden gelöscht. 
  • Vermeiden Sie Profanität, Beleidigungen und persönliche Angriffe auf Kolumnisten oder andere Nutzer. 
  • Bitte kommentieren Sie nur auf Deutsch.

Diejenigen, die die oben genannten Regeln missachten, werden von der Webseite entfernt und können sich in der Zukunft je nach Ermessen von Investing.com nicht mehr anmelden.

Was denken Sie?
 
Sind Sie sicher, dass Sie diesen Chart löschen möchten?
 
Senden
Posten auf
 
Angehängten Chart durch einen neuen Chart ersetzen?
1000
Sie sind gegenwärtig aufgrund von negativen Nutzerbeurteilungen von der Abgabe von Kommentaren ausgeschlossen. Ihr Status wird von unseren Moderatoren überprüft.
Warten Sie bitte eine Minute bis zur erneuten Abgabe Ihres Kommentars.
Danke für Ihren Kommentar. Bitte beachten Sie, dass alle Kommentare erst nach vorheriger Überprüfung durch unsere Moderatoren veröffentlicht werden und deshalb nicht sofort auf unserer Webseite erscheinen können.
 
Sind Sie sicher, dass Sie diesen Chart löschen möchten?
 
Senden
 
Angehängten Chart durch einen neuen Chart ersetzen?
1000
Sie sind gegenwärtig aufgrund von negativen Nutzerbeurteilungen von der Abgabe von Kommentaren ausgeschlossen. Ihr Status wird von unseren Moderatoren überprüft.
Warten Sie bitte eine Minute bis zur erneuten Abgabe Ihres Kommentars.
Chart zum Kommentar hinzufügen
Sperre bestätigen

Sind Sie sicher, dass Sie %USER_NAME% sperren möchten?

Dadurch werden Sie und %USER_NAME% nicht mehr in der Lage sein, Beiträge des jeweils anderen auf Investing.com zu sehen.

%USER_NAME% wurde erfolgreich zu Ihrer Sperrliste hinzugefügt.

Da Sie diese Person entsperrt haben, müssen Sie 48 Stunden warten, bevor Sie sie wieder sperren können.

Diesen Kommentar melden

Sagen Sie uns Ihre Meinung zu diesem Kommentar

Kommentar markiert

Vielen Dank!

Ihre Meldung wurde zur Überprüfung an unsere Moderatoren geschickt
Mit Google registrieren
oder
Registrierung