Öl beendet Rallye

Veröffentlicht am 10.06.2016, 13:03
Aktualisiert 07.03.2022, 11:10

Öl beendet Dreitagesrallye (von Qann Quelenn)

Die niedrigen Rohölpreise für das WTI von 2016 scheinen nun weit zurückzuliegen. Am 11. Februar war ein Barrel WTI-Rohöl 26,05 USD wert. Seither ist das Öl stetig angestiegen, obwohl es wie zum Beispiel Ende März einige bärische Rückzüge gab, als es innerhalb von zwei Wochen von 41,90 USD auf 35,24 USD einbrach. Solange die Rohölpreise gestiegen sind, ist auch die Volatilität zurückgegangen. Auch wenn es mal üblich war, Veränderungen von 10% an einem einzigen Tag zu sehen, so ist das nicht mehr länger der Fall, da der Verkaufsdruck steigt.

Auch wenn der Preis für ein Barrel nun über 50 USD liegt, so glauben wir dennoch, dass die Fundamentaldaten auf diesem Niveau ziemlich brüchig sind. Das Überangebot ist noch immer da, und es gibt keine Vereinbarung der OPEC-Mitglieder, wie man dieses stoppen könnte. Bei der OPEC-Sitzung am 2. Juni wurden die Produktionsniveaus beibehalten, da die Mitglieder behaupteten, dass der Markt sich in einem "Umstrukturierungsprozess" befinde. Aber bei 50 USD pro Barrel wird die Schiefergasproduktion wieder profitabel. Aktuell führen die Flächenbrände in Alberta, Canada, sowie die Angriffe auf den amerikanischen Hersteller Chevron in Nigeria zu einer Senkung des Angebots. Die Minderlieferungen aus diesen beiden Ereignissen werden auf 800.000 bis 1 Mio. Barrel pro Tag geschätzt. Aus unserer Sicht ist die 50 USD-Marke ein Schlüsselkurs für die OPEC, da er die Marktanteile intakt hält. Wir sollten den Ölpreis in den nächsten Wochen also nicht höher gehen sehen. Wir würden stattdessen einen Rückgang in Richtung 45 USD anvisieren.

Kanadischer Stellenbericht

Die Rohstoffe sind weiter gefallen, auch wenn man eine solide Nachfrage aus China sehen konnte. Die Metall- und Ölpreise haben ihre jüngsten Hochs umgekehrt, da es Sorgen im Zusammenhang mit dem politischen Pfad der Fed und dem Brexit gibt, die die Anlegerstimmung belasten. Kurzfristig sollte die Risikoaversion dominieren, mittelfristig jedoch sollten die lockere Geldpolitik und die historischen Tiefs der Marktzinsen in den entwickelten Ländern den risikoreichen Anlagen einen Auftrieb verleihen. Asiatische EM-Länder, die nicht von den Rohstoffen abhängig sind und die aktuell einen Leistungsbilanzüberschuss aufweisen, sollten überdurchschnittlich zulegen. Kurzfristig sollte dieser Hintergrund für den CAD negativ sein.

Mit Rohölpreisen um die 50 USD befinden sich einige Schieferölproduzenten in der Nähe des/am Breakeven-Punkt(s), was die Wahrscheinlichkeit eines steigenden Angebots erhöht. Auch wenn die höheren Rohölpreise für Kanada gut sind, scheint ein Übergreifen auf Erholungsprognosen für die Binnenwirtschaft begrenzt.
Wir könnten weiteren Verkaufsdruck auf den CAD sehen, da die Wirtschaftsdaten aus dem Inland schwach sind und die Erwartungen steigen, dass die Banken in Kanada weitere Lockerungsmaßnahmen ergreifen. Wir gehen davon aus, dass der heutige Bericht zur Beschäftigung in Kanada eine lethargische Erholung aufzeigen und 1.800 neue Stellen ausweisen wird (nach einer Kontraktion im April von -2.100). Die Arbeitslosenquote sollte von 7,1% auf 7,2% steigen.

Das kanadische Wirtschaftswachstum im 1. Quartal war schwach, da geringe Investitionen und ein Rückgang bei der Ölproduktion die Export- und Konsumgewinne belasteten. Kommentare von Governor Poloz von der Bank of Canada deuten darauf hin, dass weitere politische Maßnahmen anstehen, denn die Flächenbrände könnten für einen Rückgang des BIP für das 2. Quartal von 1,25% verantwortlich sein und das jährliche BIP könnte um 0,25% fallen. Aber die Sorgen um die Wohnungsmärkte im Inland, die Unsicherheit um den Fed-Pfad und die Richtung der US-Wirtschaft werden die BoC wohl abwarten lassen. Wir gehen daher davon aus, dass es 2016 eine weitere Senkung um 25 Basispunkte geben wird, um die Binnenschwäche zu unterstützen. Mit einer kanadischen Renditekurve, die zusätzliche Zinssenkungen unterbewertet, bleibt unser USD/CAD-Ziel der Bereichswiderstand bei 1,3188.

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EURUSD Die sehr kurzfristige Bewegung im EUR/USD ist bärisch. Ein Stundenwiderstand findet sich bei 1,1416 (Hoch vom 9. 6. 2016). Doch es gibt reichlich viel Platz für einen tieferen Rückgang auf 1,1132 (Tief vom 3. 6. 2016). Die technische Struktur spricht für weitere Abwärtsbewegungen. Langfristig unterstützt die technische Struktur eine bärische Tendenz, so lange der Widerstand bei 1,1714 (Hoch vom 24. 8. 2015) hält. Seit Anfang 2015 handelt das Paar bereichsgebunden. Starke Unterstützung findet sich bei 1,0458 (Tief vom 16. 3. 2015). Doch seit dem letzten Dezember deutet die derzeitige technische Struktur auf einen allmählichen Anstieg hin.

GBPUSD Der GBP/USD handelt niedriger. Ein Stundenwiderstand findet sich bei 1,4660 (Hoch vom 7. 6. 2016) und ein stärkerer Widerstand liegt bei 1,4770 (Hoch vom 3. 5. 2016). Erwarten Sie erneut aufkommendes bullisches Momentum in Richtung des Widerstands bei 1,4770. Ein Bruch der Unterstützung bei 1,4300 (Tief vom 21. 4. 2016) ist nötig, um weiteren Verkaufsdruck zu bestätigen, der aber gleichwohl nur schwach auszufallen scheint. Das langfristig technische Muster ist negativ und spricht für einen weiteren Rückgang in Richtung der Schlüsselunterstützung bei 1,3503 (Tief vom 23. 1. 2009), so lange die Kurse unterhalb des Widerstands von 1,5340/64 verharren (Tief vom 4. 11. 2015, achten Sie auch auf die 200er DMA). Doch die allgemein überverkauften Bedingungen und die jüngste Zunahme des Kaufinteresses sollten eine Erholung ermöglichen.

USDJPY Der Verkaufsdruck des USD/JPY hält an, obwohl er schwächer wird. Eine Stundenunterstützung findet sich bei 106,25 (Tief vom 4. 5. 2016). Ein Stundenwiderstand liegt bei 107,89 (Innertageshoch). Das mittelfristige Momentum zeigt klar nach unten. Erwarten Sie weitere Schwäche. Langfristig favorisieren wir eine bärische Tendenz. Die Unterstützung bei 105,23 (Tief vom 15. 10. 2014) ist im Visier. Ein allmählicher Anstieg in Richtung des Hauptwiderstands bei 135,15 (Hoch vom 1. 2. 2002) scheint nun weniger wahrscheinlich. Eine weitere Schlüsselunterstützung befindet sich bei 105,23 (Tief vom 15. 10. 2014).

USDCHF Der USD/CHF befindet sich kurzfristig in einer bärischen Bewegung, trotz des laufenden Rückgangs. Das Paar ist auf dem Weg zur Unterstützung bei 0,9533 (Tief vom 4. 5. 2016. Ein Stundenwiderstand findet sich bei 0,9783 (Hoch vom 5. 6. 2016). Erwarten Sie weitere bärische Bewegungen. Langfristig handelt das Paar seit 2011 noch immer bereichsgebunden, trotz einiger Aufregungen, nachdem die SNB die CHF-Bindung an den EUR aufgehoben hatte. Eine Schlüsselunterstützung findet sich bei 0,8986 (Tief vom 30. 1. 2015). Die technische Struktur deutet seit letztem Dezember eine langfristig bullische Tendenz an.

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